MARKTGEMEINDE · NIEDERÖSTERREICH

Bad Großpertholz

Holzarbeit, Glashütten und Kurgeschichte im Freiwald

GEMEINDEKENNZIFFER30910
Winterlicher Bahnhof Steinbach-Großpertholz mit Schmalspurtriebwagen
Winterlicher Bahnhof Steinbach-Großpertholz mit Schmalspurtriebwagen · Foto: Herbert Ortner, Vienna, Austria · „ÖBB5090004 waldviertel1“ · Wikimedia Commons · CC BY 3.0 · Für regionalinfo.at verkleinert und als AVIF komprimiert; kein zusätzlicher Zuschnitt. Weitergabe unter derselben Bildlizenz.
Einwohner
1 253
01.01.2026
Fläche
82,41 km²
Bevölkerungsdichte
15,2
Einwohner je km²
PLZ des Gemeindeamtes
3972
Keine vollständige PLZ-Liste

Datenquelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026 · aufbereitet für regionalinfo.at.

BAD GROSSPERTHOLZ KENNENLERNEN

Bad Großpertholz: Wald, Glas und Heilmoor

Bad Großpertholz liegt im Freiwald nahe der tschechischen Grenze. Die Marktgemeinde zählt am 1. Jänner 2026 1.253 Einwohner und umfasst 82,41 Quadratkilometer. Viele Ortschaften liegen zwischen weitläufigen Wäldern, alten Handelswegen und dem Hochmoor, das dem Ort seinen heutigen Namen gab.

Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Bad Großpertholz – Wikipedia, feste Artikelversion

Vom Herrschaftssitz zur Großgemeinde

Die Gegend lag an der alten Handelsstraße von Gmünd über Freistadt nach Linz. 1150 erhielt Udalrich von Stiefern laut Gemeindegeschichte Besitz im Wald von Wurmbrand. Seine Söhne Berthold und Wikhart gründeten Siedlungen, aus denen Großpertholz und Weikertschlag hervorgingen. Scheiben ist 1431 erstmals als Zehentort belegt; das Urbar von 1556 nennt dort zwei Grundholden, 1795 gab es 24 Häuser. Bertholds Ort wurde zum Verwaltungs- und Amtssitz; später entstand dort ein Schloss mit Kapelle. Die Großgemeinde wuchs in mehreren Schritten: Weikertschlag kam 1967 hinzu, Abschlag und Watzmanns 1970, Karlstift und Reichenau 1971. Heute umfasst sie zwölf Ortschaften und zehn Katastralgemeinden; etwa drei Viertel der Gemeindefläche sind bewaldet. Seit 1985 lautet die amtliche Bezeichnung Bad Großpertholz.

Quellen: Geschichte der Marktgemeinde Bad Großpertholz · Bad Großpertholz – Wikipedia, feste Artikelversion · Scheiben – Katastralgemeinde und Naturpark Nordwald

Karlstift zwischen Glas und Holz

Die Siedlung Karlstift geht auf eine Glashütte zurück, die Freiherr Karl von Hackelberg-Landau aus Reichenau hierher verlegte. „Carlstüft“ erscheint 1668 im Taufbuch der Pfarre Großpertholz. Als die Glashütte 1752 abbrannte, wurde sie weiter westlich neu errichtet und nach Hackelbergs Sohn Ehrenreichstal benannt. In Karlstift entstand an ihrer Stelle ein Meierhof; der Ort blieb eine Siedlung der Holzhauer. 1795 hatte er 65 Häuser. 1800 kaufte Josef Rudolf von Hackelberg-Landau die Holzschwemme an der Waldaist. Höllau-, Kolm- und Stierhüblteich speisten die Trift, auf der Scheitholz über den Wasserweg Richtung Donau transportiert wurde. 1850 wurde Karlstift mit 720 Einwohnern zur eigenen Gemeinde; das Triftsystem blieb bis 1952 in Betrieb. Beim Stierhüblteich zeigt das Holzhacker- und Holztriftmuseum rund 400 Exponate zur Entwicklung der Forstwerkzeuge.

Quellen: Karlstift – Geschichte und Sehenswürdigkeiten · Holzhacker- und Holztriftmuseum

Heilmoor und Kurort

Nach dem Zweiten Weltkrieg untersuchte man die Hochmoore auf ihre Verwendbarkeit. In der Habigerau bei Reichenau wurde ein hochwertiges Heilmoor gefunden. Das Moorbad Großpertholz eröffnete 1964 als Kurhaus. Die Gemeinde beschreibt das Heilmoor als erstes nach dem niederösterreichischen Heilvorkommen- und Kurortegesetz anerkanntes Heilpeloid. Ideale Höhenlage, kühles feuchtes Klima und Silikatuntergrund begünstigen laut Gemeinde die Entstehung der Hochmoore. Das Moorbad setzt Schwerpunkte bei Heilmoor, Stütz- und Bewegungsapparat sowie Rheuma.

Quellen: Geschichte der Marktgemeinde Bad Großpertholz · Bad Großpertholz – Wikipedia, feste Artikelversion

Waldviertelbahn und Hochlagen

Die Dreifaltigkeitskapelle am Schaufriedl entstand 1892 an der Stelle eines Bildbaums. In Steinbach erhielt die Schmalspurbahn Gmünd–Groß Gerungs 1902 eine Haltestelle, die auch als Wasserstation für Dampflokomotiven diente. Der Aichelberglift wurde 1970 errichtet; der Berg erreicht 1.054 Meter. 1971 gründete sich der Verein Naturpark Nordwald. In Scheiben richtete er ein Infoblockhaus, eine Kapelle, Spielplätze, eine Grillstelle, ein Tiergehege und einen Aussichtsturm am Schwarzenberg ein. Heute fährt die Waldviertelbahn saisonal auf der Strecke zwischen Gmünd und Groß Gerungs. Steinbach-Bad Großpertholz ist ein Haltepunkt; die Saison 2026 dauert bis zum 26. Oktober.

Quellen: Steinbach – Katastralgemeinde Bad Großpertholz · Karlstift – Geschichte und Sehenswürdigkeiten · Waldviertelbahn – Fahrplan 2026 · Scheiben – Katastralgemeinde und Naturpark Nordwald

Quellen und Belege

Stand der Angaben: 08.10.2026

GEOGRAFIE

Bad Großpertholz auf der Karte

Gemeindegebiet · Stand 01.01.2026

Rot: aus amtlichen Gemeindegrenzen abgeleitet und für die Anzeige vereinfacht. Kartenhintergrund: basemap.at. Quellen und Methodik

GEMEINDE IN ZAHLEN

Einwohner im Zeitvergleich

StichtagEinwohner
31.10.2011 · Registerzählung1 359
31.10.2021 · Registerzählung1 293
01.01.2026 · Bevölkerungsstand1 253

Die Abstände zwischen den Stichtagen sind unterschiedlich. Quelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026.

Gebäude · 31.10.2021
783
NUTS-3-Region
Waldviertel (AT124)

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Besonderheiten & Ausflugsziele

ÜBER DIE GEMEINDEGRENZE HINAUS

Nachbargemeinden von Bad Großpertholz

Nachbarschaft aus gemeinsamen Grenzabschnitten der amtlichen Geometrien abgeleitet. Reine Berührungspunkte und ausländische Gemeinden sind nicht enthalten.