MARKTGEMEINDE · NIEDERÖSTERREICH

Amaliendorf-Aalfang

Vom Aalfangplatz zur jungen Waldviertler Streusiedlung

GEMEINDEKENNZIFFER30902
Ortskapelle in Amaliendorf, Gemeinde Amaliendorf-Aalfang
Ortskapelle in Amaliendorf, Gemeinde Amaliendorf-Aalfang · Foto: Duke of W4 · „Ortskapelle Amaliendorf 2015-10“ · Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0 · Für regionalinfo.at verkleinert und als AVIF komprimiert; kein zusätzlicher Zuschnitt. Weitergabe unter derselben Bildlizenz.
Einwohner
1 068
01.01.2026
Fläche
8,04 km²
Bevölkerungsdichte
132,8
Einwohner je km²
PLZ des Gemeindeamtes
3872
Keine vollständige PLZ-Liste

Datenquelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026 · aufbereitet für regionalinfo.at.

AMALIENDORF-AALFANG KENNENLERNEN

Amaliendorf-Aalfang: Siedlung am Granit

Amaliendorf-Aalfang liegt in der Granitlandschaft des nordwestlichen Waldviertels. Die Marktgemeinde zählt 1.068 Einwohner (Stand: 1. Jänner 2026) auf 8,04 Quadratkilometern. Ihre Ortsteile erzählen von frühneuzeitlichen Fischwehren, einer planmäßigen Gründung und der Schmalspurbahn.

Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Amaliendorf-Aalfang - GEM2GO WEB - Startseite

Ortsteile und Namensgeschichte

Aalfang ist der älteste belegte Name im heutigen Gemeindegebiet. 1627 erscheinen die „Wehre von Alennfang“ in einer Urkunde. Gemeint waren Staue oder Fangplätze für Aale; im 16. Jahrhundert waren in der Umgebung bereits künstliche Teiche für den Fischfang angelegt worden. Falkendorf wurde um 1730 von der Herrschaft Falkenhayn in Schrems angelegt; sein Name wird wahrscheinlich auf Graf Niklas Falkenhayn zurückgeführt. Amaliendorf wiederum wurde 1799 gegründet. Graf Vinzenz von Strassoldo verkaufte dafür Waldstücke aus der Herrschaft Schwarzenau an einzelne Parteien. Die Käufer mussten binnen drei Jahren Häuser errichten. So entstand eine Streusiedlung, deren Ortsnamen auf unterschiedliche Nutzungen und Gründungsphasen verweisen. Namenspatronin Amaliendorfs war Erzherzogin Maria Amalia von Österreich, eine Tochter Maria Theresias. Sie war mit dem Herzog von Parma verheiratet und starb 1804; ihre letzte Ruhestätte befindet sich im Veitsdom in Prag. Am 25. August 1968 wurden Amaliendorf und Aalfang zusammengelegt; 1999 erhielt die Gemeinde das Marktrecht.

Quellen: Chronik – Marktgemeinde Amaliendorf-Aalfang · Amaliendorf-Aalfang – Wikipedia, feste Artikelversion

Kapelle mit mehreren Bauphasen

Die Ortskapelle Amaliendorf ist Maria Himmelfahrt geweiht. Kurz nach 1799 entstand auf Veranlassung Graf Strassoldos ein Bildstock; um 1800 folgte eine Kapelle. 1818 wurde sie mit Sitzplätzen und einem Dachreiter erweitert; 1835 erhielt sie die kirchliche Lizenz. Die Gemeindechronik berichtet von einer Renovierung 1882 und dem Anbau einer Sakristei im folgenden Jahr. 1995 und 1996 wurde die Kapelle mit Unterstützung von Bewohnern, Gewerbetreibenden, Gemeinde und Pfarre erneut instand gesetzt. Sie steht an der Durchfahrtsstraße von Amaliendorf.

Quellen: Ortskapelle – Marktgemeinde Amaliendorf-Aalfang · Chronik – Marktgemeinde Amaliendorf-Aalfang · Amaliendorf-Aalfang – Wikipedia, feste Artikelversion · Gemeindechronik – Volltext PDF

Bahnhof als Kulturort

In Aalfang erinnert ein früheres Stationsgebäude an die Schmalspurbahn. Nachdem das Empfangsgebäude 1966 geschlossen worden war, setzte sich die Kulturinitiative für seinen Erhalt ein. Der Verein gibt seit 1982 eine Zeitung heraus und gründete 1983 mit dem ÖGB eine öffentliche Bücherei. Nach Verhandlungen mit den ÖBB ging das Gebäude 1993 in seinen Besitz über; die Initiative restaurierte es. Die Gemeinde führt die Bahnstation weiterhin als Veranstaltungsort und kündigt dort Termine der Kulturinitiative an. Davon zu unterscheiden ist der heutige Fahrbetrieb: Der Verein Waldviertler Schmalspurbahn betreibt einen Museumszug auf dem Abschnitt Alt-Nagelberg–Heidenreichstein, der auch in Aalfang hält. Der frühere Regelverkehr auf der gesamten Strecke Alt-Nagelberg–Heidenreichstein endete 1992.

Quellen: Chronik – Marktgemeinde Amaliendorf-Aalfang · Kulturinitiative Unsere Gemeinde · Gemeindechronik – Volltext PDF · Bahnhof Aalfang – Waldviertel Tourismus

Granit und Wald

Die Marktgemeinde liegt in der Granitzone der Böhmischen Masse. Das Gestein geht auf die variszische Gebirgsbildung vor rund 350 Millionen Jahren zurück; seither wurde das ehemalige Gebirge zu einer Rumpflandschaft abgetragen. Zwei Steinbrüche gewinnen Aalfanger Granit. Durch Wollsackverwitterung treten vielerorts große Blöcke hervor, während kleine Felshügel inmitten der Feldflur als „Bichl“ bezeichnet werden. Auf diesen trockenen Standorten wachsen oft Birken und Föhren. Granit zerfällt zu grusigem Material und kann bei hohen Niederschlägen saure, nährstoffarme Böden bilden. Diese Eigenschaften erklären mit, warum die Besiedlung des Raums vergleichsweise spät einsetzte. Der örtliche Erlebnispfad „Pfad“ führt auch zum Wackelstein im benachbarten Schremser Wald; der Naturdenkmal-Findling liegt außerhalb der Gemeindegrenze.

Quellen: Amaliendorf-Aalfang – Wikipedia, feste Artikelversion · Wanderweg „Pfad“ – Waldviertel Tourismus

Quellen und Belege

Stand der Angaben: 08.10.2026

GEOGRAFIE

Amaliendorf-Aalfang auf der Karte

Gemeindegebiet · Stand 01.01.2026

Rot: aus amtlichen Gemeindegrenzen abgeleitet und für die Anzeige vereinfacht. Kartenhintergrund: basemap.at. Quellen und Methodik

GEMEINDE IN ZAHLEN

Einwohner im Zeitvergleich

StichtagEinwohner
31.10.2011 · Registerzählung1 131
31.10.2021 · Registerzählung1 110
01.01.2026 · Bevölkerungsstand1 068

Die Abstände zwischen den Stichtagen sind unterschiedlich. Quelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026.

Gebäude · 31.10.2021
636
NUTS-3-Region
Waldviertel (AT124)

VOR ORT ENTDECKEN

Besonderheiten & Ausflugsziele

ÜBER DIE GEMEINDEGRENZE HINAUS

Nachbargemeinden von Amaliendorf-Aalfang

Nachbarschaft aus gemeinsamen Grenzabschnitten der amtlichen Geometrien abgeleitet. Reine Berührungspunkte und ausländische Gemeinden sind nicht enthalten.