AMALIENDORF-AALFANG KENNENLERNEN
Amaliendorf-Aalfang: Siedlung am Granit
Amaliendorf-Aalfang liegt in der Granitlandschaft des nordwestlichen Waldviertels. Die Marktgemeinde zählt 1.068 Einwohner (Stand: 1. Jänner 2026) auf 8,04 Quadratkilometern. Ihre Ortsteile erzählen von frühneuzeitlichen Fischwehren, einer planmäßigen Gründung und der Schmalspurbahn.
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Ortsteile und Namensgeschichte
Aalfang ist der älteste belegte Name im heutigen Gemeindegebiet. 1627 erscheinen die „Wehre von Alennfang“ in einer Urkunde. Gemeint waren Staue oder Fangplätze für Aale; im 16. Jahrhundert waren in der Umgebung bereits künstliche Teiche für den Fischfang angelegt worden. Falkendorf wurde um 1730 von der Herrschaft Falkenhayn in Schrems angelegt; sein Name wird wahrscheinlich auf Graf Niklas Falkenhayn zurückgeführt. Amaliendorf wiederum wurde 1799 gegründet. Graf Vinzenz von Strassoldo verkaufte dafür Waldstücke aus der Herrschaft Schwarzenau an einzelne Parteien. Die Käufer mussten binnen drei Jahren Häuser errichten. So entstand eine Streusiedlung, deren Ortsnamen auf unterschiedliche Nutzungen und Gründungsphasen verweisen. Namenspatronin Amaliendorfs war Erzherzogin Maria Amalia von Österreich, eine Tochter Maria Theresias. Sie war mit dem Herzog von Parma verheiratet und starb 1804; ihre letzte Ruhestätte befindet sich im Veitsdom in Prag. Am 25. August 1968 wurden Amaliendorf und Aalfang zusammengelegt; 1999 erhielt die Gemeinde das Marktrecht.
Quellen: Chronik – Marktgemeinde Amaliendorf-Aalfang · Amaliendorf-Aalfang – Wikipedia, feste Artikelversion
Kapelle mit mehreren Bauphasen
Die Ortskapelle Amaliendorf ist Maria Himmelfahrt geweiht. Kurz nach 1799 entstand auf Veranlassung Graf Strassoldos ein Bildstock; um 1800 folgte eine Kapelle. 1818 wurde sie mit Sitzplätzen und einem Dachreiter erweitert; 1835 erhielt sie die kirchliche Lizenz. Die Gemeindechronik berichtet von einer Renovierung 1882 und dem Anbau einer Sakristei im folgenden Jahr. 1995 und 1996 wurde die Kapelle mit Unterstützung von Bewohnern, Gewerbetreibenden, Gemeinde und Pfarre erneut instand gesetzt. Sie steht an der Durchfahrtsstraße von Amaliendorf.
Quellen: Ortskapelle – Marktgemeinde Amaliendorf-Aalfang · Chronik – Marktgemeinde Amaliendorf-Aalfang · Amaliendorf-Aalfang – Wikipedia, feste Artikelversion · Gemeindechronik – Volltext PDF
Bahnhof als Kulturort
In Aalfang erinnert ein früheres Stationsgebäude an die Schmalspurbahn. Nachdem das Empfangsgebäude 1966 geschlossen worden war, setzte sich die Kulturinitiative für seinen Erhalt ein. Der Verein gibt seit 1982 eine Zeitung heraus und gründete 1983 mit dem ÖGB eine öffentliche Bücherei. Nach Verhandlungen mit den ÖBB ging das Gebäude 1993 in seinen Besitz über; die Initiative restaurierte es. Die Gemeinde führt die Bahnstation weiterhin als Veranstaltungsort und kündigt dort Termine der Kulturinitiative an. Davon zu unterscheiden ist der heutige Fahrbetrieb: Der Verein Waldviertler Schmalspurbahn betreibt einen Museumszug auf dem Abschnitt Alt-Nagelberg–Heidenreichstein, der auch in Aalfang hält. Der frühere Regelverkehr auf der gesamten Strecke Alt-Nagelberg–Heidenreichstein endete 1992.
Quellen: Chronik – Marktgemeinde Amaliendorf-Aalfang · Kulturinitiative Unsere Gemeinde · Gemeindechronik – Volltext PDF · Bahnhof Aalfang – Waldviertel Tourismus
Granit und Wald
Die Marktgemeinde liegt in der Granitzone der Böhmischen Masse. Das Gestein geht auf die variszische Gebirgsbildung vor rund 350 Millionen Jahren zurück; seither wurde das ehemalige Gebirge zu einer Rumpflandschaft abgetragen. Zwei Steinbrüche gewinnen Aalfanger Granit. Durch Wollsackverwitterung treten vielerorts große Blöcke hervor, während kleine Felshügel inmitten der Feldflur als „Bichl“ bezeichnet werden. Auf diesen trockenen Standorten wachsen oft Birken und Föhren. Granit zerfällt zu grusigem Material und kann bei hohen Niederschlägen saure, nährstoffarme Böden bilden. Diese Eigenschaften erklären mit, warum die Besiedlung des Raums vergleichsweise spät einsetzte. Der örtliche Erlebnispfad „Pfad“ führt auch zum Wackelstein im benachbarten Schremser Wald; der Naturdenkmal-Findling liegt außerhalb der Gemeindegrenze.
Quellen: Amaliendorf-Aalfang – Wikipedia, feste Artikelversion · Wanderweg „Pfad“ – Waldviertel Tourismus
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Amaliendorf-Aalfang – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
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Stand der Angaben: 08.10.2026
