GEMEINDE · NIEDERÖSTERREICH

Unserfrau-Altweitra

Zwei historische Orte und sieben Dörfer im westlichen Waldviertel

GEMEINDEKENNZIFFER30939
Pfarrkirche Mariä Geburt in Unserfrau, Gemeinde Unserfrau-Altweitra
Pfarrkirche Mariä Geburt in Unserfrau, Gemeinde Unserfrau-Altweitra · Foto: Grubernst · „2012.05.05 - Unserfrau - Pfarrkirche Mariä Geburt - 01“ · Wikimedia Commons · CC0 · Für regionalinfo.at verkleinert und als AVIF komprimiert; kein zusätzlicher Zuschnitt. Weitergabe unter derselben Bildlizenz.
Einwohner
989
01.01.2026
Fläche
40,20 km²
Bevölkerungsdichte
24,6
Einwohner je km²
PLZ des Gemeindeamtes
3970
Keine vollständige PLZ-Liste

Datenquelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026 · aufbereitet für regionalinfo.at.

UNSERFRAU-ALTWEITRA KENNENLERNEN

Unserfrau-Altweitra: Wallfahrt, Wehrkirchen und Lainsitztal

Die Gemeinde Unserfrau-Altweitra liegt südlich von Gmünd im westlichen Waldviertel. Am 1. Jänner 2026 lebten hier 989 Menschen; das Gemeindegebiet umfasst 40,20 Quadratkilometer. Die Lainsitz und ihre Seitentäler prägen das Gemeindegebiet.

Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Unserfrau-Altweitra – Wikipedia, feste Artikelversion

Altweitra und Unserfrau am Sand

Die Wurzeln der Gemeinde liegen in mehreren eigenständigen Siedlungen des Lainsitztals. Altweitra zählt zu den ältesten Orten des Bezirks Gmünd; seine Kirche wird 1182 erstmals genannt. Hadmar II. von Kuenring ließ um 1190 den heute erhaltenen Steinbau errichten. Als die Burgstadt Weitra Anfang des 13. Jahrhunderts entstand, wanderten die Pfarrrechte zunächst dorthin. In Unserfrau erinnert der Name „Unsere Liebe Frau am Sande“ an eine Überlieferung: Eine Marienstatue sei bei einem Hochwasser auf einer Sandbank liegen geblieben. Die frühe Kapelle entstand gegen Ende des 12. Jahrhunderts. 1971 wurden Altweitra, Heinrichs bei Weitra, Oberlembach, Pyhrabruck, Schagges, Ulrichs und Unserfrau zur heutigen Gemeinde vereinigt.

Quellen: Geschichte der Gemeinde Unserfrau-Altweitra · Katastralgemeinde Altweitra · Katastralgemeinde Unserfrau – Geschichte und Einrichtungen · Unserfrau-Altweitra – Wikipedia, feste Artikelversion

Die Marienwallfahrtskirche

Neben der Ursprungskapelle wurde um 1250 eine romanische Kirche mit Ostturm gebaut. Um 1400 kam ein gotischer Chor hinzu; Gewölbe im Langhaus machten aus dem älteren Bau eine dreischiffige Halle. Zwischen 1694 und 1698 erhielt sie zwei weitere Seitenschiffe und einen neuen Turm mit Zwiebelhelm. Die Marienstatue „Unsere Liebe Frau am Sande“ stammt laut Gemeinde aus dem Jahr 1340. Ein romanischer Taufstein blieb ebenso erhalten wie der gotische Freskenzyklus der Ursprungskapelle, deren Malereien aus der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts stammen. Im 17. Jahrhundert zogen Wallfahrten und ein Heilbad neben dem Pfarrhof zahlreiche Menschen an. Die mittelalterliche Badstube steht außerhalb der Friedhofsmauer. Von Februar bis Oktober finden laut Pfarrinformation am 20. jedes Monats Wallfahrtsmessen statt. Am Friedhofstor steht außerdem ein Rundbogenportal mit Freitreppe, dessen Gestaltung in die Zeit um 1600 weist.

Quellen: Marienwallfahrtskirche Unserfrau · Katastralgemeinde Unserfrau – Geschichte und Einrichtungen

Die Wehrkirche von Altweitra

Nach der Gründung der Burgstadt Weitra wurden die Pfarrrechte zunächst dorthin verlegt; später gingen sie an Unserfrau über. So blieb die romanische Kirche von Altweitra in ihrer Gestalt weitgehend erhalten. Ihre Granitquader, Rundbogenfenster und schmalen Wehrfenster zeigen den Charakter einer befestigten Kirchenanlage. Im Inneren stehen ein barocker Hochaltar und eine Rokokoorgel aus dem 18. Jahrhundert; eine Renaissancekanzel stammt aus dem 17. Jahrhundert, gotische Figuren ruhen auf barocken Konsolen. Die Fürstenberger richteten 1843 neben der Kirche ihre Familiengruft ein.

Quellen: Wehrkirche Altweitra · Katastralgemeinde Unserfrau – Geschichte und Einrichtungen

Dörfer, Schule und Bahn im Tal

Durch Altweitra führt die Gmünder Straße B 41; eine Nebenstraße bindet die Ortschaft Unserfrau an. In Unserfrau ist eine Volksschule bereits 1520 erwähnt; ihr damaliges Gebäude dient heute als Gemeindeamt. Die heutige Schule entstand 1984 bis 1986, der Kindergarten wurde 1976/77 gebaut und 1997/98 erweitert. Das Gemeindegebiet liegt zu rund 45 Prozent unter Wald. Im Westen fließt südlich von Pyhrabruck der Gratzenbach durch den Luigraben Richtung Nové Hrady in Tschechien. Zwischen Altweitra und Unserfrau liegt die Bahnstation Alt Weitra an der Waldviertelbahn. Der Fahrplan 2026 führt sie als Bedarfshalt; die Züge zwischen Gmünd und Groß Gerungs verkehren saisonal vom 1. Mai bis 26. Oktober an ausgewählten Tagen.

Quellen: Katastralgemeinde Unserfrau – Geschichte und Einrichtungen · Katastralgemeinde Altweitra · Unserfrau-Altweitra – Wikipedia, feste Artikelversion · Waldviertelbahn – Fahrplan 2026

Quellen und Belege

Stand der Angaben: 08.10.2026

GEOGRAFIE

Unserfrau-Altweitra auf der Karte

Gemeindegebiet · Stand 01.01.2026

Rot: aus amtlichen Gemeindegrenzen abgeleitet und für die Anzeige vereinfacht. Kartenhintergrund: basemap.at. Quellen und Methodik

GEMEINDE IN ZAHLEN

Einwohner im Zeitvergleich

StichtagEinwohner
31.10.2011 · Registerzählung1 003
31.10.2021 · Registerzählung1 008
01.01.2026 · Bevölkerungsstand989

Die Abstände zwischen den Stichtagen sind unterschiedlich. Quelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026.

Gebäude · 31.10.2021
464
NUTS-3-Region
Waldviertel (AT124)

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