SOMMEREIN KENNENLERNEN
Sommerein: Leithastein, Pfarrkirche und Kunsthalle
Sommerein ist eine Marktgemeinde in Niederösterreich und gehört zum Bezirk Bruck an der Leitha. Das Gemeindegebiet umfasst 41,51 Quadratkilometer. Am 1. Jänner 2026 lebten hier 2.279 Menschen. Der Ort liegt im Industrieviertel.
Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Geschichte – Marktgemeinde Sommerein
Zwischen Leithaebene und Gebirgshang
Im Norden grenzt Sommerein an die Ebene und die Leitha, südlich steigt das Gemeindegebiet zum Leithagebirge an. Die Ebene liegt rund 200 Meter über dem Meer; Gaisberg (407 Meter) und Großer Berg (416 Meter) sind die höchsten Erhebungen. Landwirtschaft nutzt 54 Prozent des Gemeindegebiets, weitere 36 Prozent sind bewaldet. Der Stein des Gebirges war über Jahrhunderte eine wichtige Erwerbsquelle. Schon die Römer nutzten das Gestein, unter anderem für das Siegestor im nahen Carnuntum; Sommereiner Stein wurde auch beim Bau des Wiener Stephansdoms verwendet. Der Steinabbau reichte bis ins erste Drittel des 20. Jahrhunderts.
Quellen: Geschichte – Marktgemeinde Sommerein · Sommerein – Wikipedia, feste Artikelversion
Maria Heimsuchung und das Schloss der Gräfin Fuchs
Der Ortsname entwickelte sich von St. Marein über Summarein zur heutigen Schreibweise Sommerein, die seit 1730 verwendet wird. Auch die Zugehörigkeit wechselte: 1291 lag der Ort bei Österreich, 1399 bei Ungarn; 1517 wurde er wieder Österreich zugeschlagen. Die Pfarrkirche Maria Heimsuchung wurde 1565 im Renaissancestil fertiggestellt. Die ältere Wenzlkirche blieb zunächst noch für Festgottesdienste in Gebrauch. Das Schloss ließ man um 1700 im Barockstil errichten; Stuckdecken sind im Stiegenhaus und Sitzungssaal erhalten. Gräfin Marie Fuchs, Erzieherin Maria Theresias, wohnte 1730 dort. 1745 erwarb Maria Theresia das Schloss von den Töchtern der Gräfin und hielt sich zeitweise mit Franz Stephan hier auf. Heute dient die Anlage als Gemeindeamt und Volksschule.
Quellen: Geschichte – Marktgemeinde Sommerein · Sehenswürdigkeiten – Marktgemeinde Sommerein
Fundspuren am Kolmberg
Bei archäologischen Untersuchungen während des Windparkbaus im Nordosten der Gemeinde kam ein 7.400 Jahre altes Kindergrab zum Vorschein. In der Sammlung des Instituts für Urgeschichte und Historische Archäologie der Universität Wien liegen 128 Objekte aus der Gemeinde. Sie vertreten mehrere Epochen, darunter Jungsteinzeit, Bronzezeit, Hallstatt- und Latènezeit, Römerzeit und Mittelalter. Besonders viele Stücke stammen aus dem Früh- und Mittelneolithikum sowie aus frühmittelalterlichen awarischen Gräbern. Der Großteil kam aus dem Besitz des Heimatforschers Alexander Seracsin ins Institut; 26 weitere Objekte stammen aus der Sammlung Weinfurter. Ein anderer Fundort ist die Kolmlucke am Kolmberg, eine Halbhöhle in halber Hanghöhe. Dort wurden keltische und römische Scherben gefunden. Ihre Nutzung als Kultplatz wird nur vermutet.
Quellen: Sommerein (Projekt Nr. 27) – Universität Wien, Studiensammlung · Sehenswürdigkeiten – Marktgemeinde Sommerein · Sommerein – Wikipedia, feste Artikelversion
Maria Biljan-Bilger und ihre Ausstellungshalle
Die Bildhauerin, Keramikerin und Textilkünstlerin Maria Biljan-Bilger fand in Sommerein einen dauerhaften Arbeitsort. 1912 in Radstadt geboren, studierte sie von 1927 bis 1931 Keramik in Graz und ging 1938 nach Wien. 1947 war sie Gründungsmitglied des Österreichischen Art Club. 1962 baute sie gemeinsam mit dem Architekten Friedrich Kurrent eine ehemalige Kapelle zu Wohn- und Arbeitsräumen um. Die Ausstellungshalle, die heute ihren Namen trägt, entstand ab 1995. Biljan-Bilger starb 1997 in München; ihre Grabstätte befindet sich am Ortsfriedhof. Die Halle bewahrt und zeigt ihr Werk, darunter keramische Arbeiten und Skulpturen, und dient außerdem Lesungen und Vorträgen.
Quellen: Maria Biljan-Bilger – Ausstellungshalle Sommerein · Maria Biljan-Bilger Ausstellungshalle – Museumsmanagement Niederösterreich
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Sommerein – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Geschichte – Marktgemeinde Sommerein
- Sehenswürdigkeiten – Marktgemeinde Sommerein
- Sommerein (Projekt Nr. 27) – Universität Wien, Studiensammlung
- Maria Biljan-Bilger – Ausstellungshalle Sommerein
- Maria Biljan-Bilger Ausstellungshalle – Museumsmanagement Niederösterreich
Stand der Angaben: 08.10.2026
