MARKTGEMEINDE · NIEDERÖSTERREICH

Sommerein

Am Nordhang des Leithagebirges reichen Spuren von der Steinzeit bis zur Gegenwartskunst

GEMEINDEKENNZIFFER30724
Luftaufnahme von Sommerein und den Feldern
Luftaufnahme von Sommerein und den Feldern · Foto: Andy Mabbett · „Approach to Vienna - 2018-05-08 - Andy Mabbett - 04“ · Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0 · Für regionalinfo.at verkleinert und als AVIF komprimiert; kein zusätzlicher Zuschnitt. Weitergabe unter derselben Bildlizenz.
Einwohner
2 279
01.01.2026
Fläche
41,51 km²
Bevölkerungsdichte
54,9
Einwohner je km²
PLZ des Gemeindeamtes
2453
Keine vollständige PLZ-Liste

Datenquelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026 · aufbereitet für regionalinfo.at.

SOMMEREIN KENNENLERNEN

Sommerein: Leithastein, Pfarrkirche und Kunsthalle

Sommerein ist eine Marktgemeinde in Niederösterreich und gehört zum Bezirk Bruck an der Leitha. Das Gemeindegebiet umfasst 41,51 Quadratkilometer. Am 1. Jänner 2026 lebten hier 2.279 Menschen. Der Ort liegt im Industrieviertel.

Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Geschichte – Marktgemeinde Sommerein

Zwischen Leithaebene und Gebirgshang

Im Norden grenzt Sommerein an die Ebene und die Leitha, südlich steigt das Gemeindegebiet zum Leithagebirge an. Die Ebene liegt rund 200 Meter über dem Meer; Gaisberg (407 Meter) und Großer Berg (416 Meter) sind die höchsten Erhebungen. Landwirtschaft nutzt 54 Prozent des Gemeindegebiets, weitere 36 Prozent sind bewaldet. Der Stein des Gebirges war über Jahrhunderte eine wichtige Erwerbsquelle. Schon die Römer nutzten das Gestein, unter anderem für das Siegestor im nahen Carnuntum; Sommereiner Stein wurde auch beim Bau des Wiener Stephansdoms verwendet. Der Steinabbau reichte bis ins erste Drittel des 20. Jahrhunderts.

Quellen: Geschichte – Marktgemeinde Sommerein · Sommerein – Wikipedia, feste Artikelversion

Maria Heimsuchung und das Schloss der Gräfin Fuchs

Der Ortsname entwickelte sich von St. Marein über Summarein zur heutigen Schreibweise Sommerein, die seit 1730 verwendet wird. Auch die Zugehörigkeit wechselte: 1291 lag der Ort bei Österreich, 1399 bei Ungarn; 1517 wurde er wieder Österreich zugeschlagen. Die Pfarrkirche Maria Heimsuchung wurde 1565 im Renaissancestil fertiggestellt. Die ältere Wenzlkirche blieb zunächst noch für Festgottesdienste in Gebrauch. Das Schloss ließ man um 1700 im Barockstil errichten; Stuckdecken sind im Stiegenhaus und Sitzungssaal erhalten. Gräfin Marie Fuchs, Erzieherin Maria Theresias, wohnte 1730 dort. 1745 erwarb Maria Theresia das Schloss von den Töchtern der Gräfin und hielt sich zeitweise mit Franz Stephan hier auf. Heute dient die Anlage als Gemeindeamt und Volksschule.

Quellen: Geschichte – Marktgemeinde Sommerein · Sehenswürdigkeiten – Marktgemeinde Sommerein

Fundspuren am Kolmberg

Bei archäologischen Untersuchungen während des Windparkbaus im Nordosten der Gemeinde kam ein 7.400 Jahre altes Kindergrab zum Vorschein. In der Sammlung des Instituts für Urgeschichte und Historische Archäologie der Universität Wien liegen 128 Objekte aus der Gemeinde. Sie vertreten mehrere Epochen, darunter Jungsteinzeit, Bronzezeit, Hallstatt- und Latènezeit, Römerzeit und Mittelalter. Besonders viele Stücke stammen aus dem Früh- und Mittelneolithikum sowie aus frühmittelalterlichen awarischen Gräbern. Der Großteil kam aus dem Besitz des Heimatforschers Alexander Seracsin ins Institut; 26 weitere Objekte stammen aus der Sammlung Weinfurter. Ein anderer Fundort ist die Kolmlucke am Kolmberg, eine Halbhöhle in halber Hanghöhe. Dort wurden keltische und römische Scherben gefunden. Ihre Nutzung als Kultplatz wird nur vermutet.

Quellen: Sommerein (Projekt Nr. 27) – Universität Wien, Studiensammlung · Sehenswürdigkeiten – Marktgemeinde Sommerein · Sommerein – Wikipedia, feste Artikelversion

Maria Biljan-Bilger und ihre Ausstellungshalle

Die Bildhauerin, Keramikerin und Textilkünstlerin Maria Biljan-Bilger fand in Sommerein einen dauerhaften Arbeitsort. 1912 in Radstadt geboren, studierte sie von 1927 bis 1931 Keramik in Graz und ging 1938 nach Wien. 1947 war sie Gründungsmitglied des Österreichischen Art Club. 1962 baute sie gemeinsam mit dem Architekten Friedrich Kurrent eine ehemalige Kapelle zu Wohn- und Arbeitsräumen um. Die Ausstellungshalle, die heute ihren Namen trägt, entstand ab 1995. Biljan-Bilger starb 1997 in München; ihre Grabstätte befindet sich am Ortsfriedhof. Die Halle bewahrt und zeigt ihr Werk, darunter keramische Arbeiten und Skulpturen, und dient außerdem Lesungen und Vorträgen.

Quellen: Maria Biljan-Bilger – Ausstellungshalle Sommerein · Maria Biljan-Bilger Ausstellungshalle – Museumsmanagement Niederösterreich

Quellen und Belege

Stand der Angaben: 08.10.2026

GEOGRAFIE

Sommerein auf der Karte

Gemeindegebiet · Stand 01.01.2026

Rot: aus amtlichen Gemeindegrenzen abgeleitet und für die Anzeige vereinfacht. Kartenhintergrund: basemap.at. Quellen und Methodik

GEMEINDE IN ZAHLEN

Einwohner im Zeitvergleich

StichtagEinwohner
31.10.2011 · Registerzählung1 932
31.10.2021 · Registerzählung2 160
01.01.2026 · Bevölkerungsstand2 279

Die Abstände zwischen den Stichtagen sind unterschiedlich. Quelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026.

Gebäude · 31.10.2021
909
NUTS-3-Region
Wiener Umland/Südteil (AT127)

VOR ORT ENTDECKEN

Besonderheiten & Ausflugsziele

ÜBER DIE GEMEINDEGRENZE HINAUS

Nachbargemeinden von Sommerein

Nachbarschaft aus gemeinsamen Grenzabschnitten der amtlichen Geometrien abgeleitet. Reine Berührungspunkte und ausländische Gemeinden sind nicht enthalten.