KOTTINGBRUNN KENNENLERNEN
Kottingbrunn: Vom Wasserschloss zur Rennbahn
Kottingbrunn ist eine Marktgemeinde im Bezirk Baden mit 7.380 Einwohnerinnen und Einwohnern (Stand 1. Jänner 2026). Das Gebiet umfasst 11,60 Quadratkilometer und liegt rund 30 Kilometer südlich von Wien. Das Wasserschloss mit Schlosspark bildet den historischen Ortsmittelpunkt; in seiner Nähe liegen Südbahn und die Verkehrsachsen zur A2 und B18.
Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Kottingbrunn – Wikipedia, feste Artikelversion · Marktgemeinde Kottingbrunn – Wasserschloss
Eine Wasserburg wird zum Gemeindeschloss
Die Geschichte der Wasserburg reicht weit zurück; ein Anselmus de Prunne ist 1114 urkundlich genannt. Nach der Zerstörung von Ort und Burg 1683 bauten die Grafen Lamberg die Anlage als Jagdschloss wieder auf. Im Lauf der Jahrhunderte wandelte sich die mittelalterliche Burg zum barocken Landschloss. Die Marktgemeinde erwarb das Wasserschloss 1991 und ließ es renovieren. Heute befinden sich dort Gemeindeamt, Schlosskapelle, Schlossbücherei und Museum sowie ärztliche und gastronomische Angebote. Die Kulturszene Kottingbrunn nutzt Nebengebäude seit 1997.
Quellen: Kottingbrunn – Wikipedia, feste Artikelversion · Marktgemeinde Kottingbrunn – Wasserschloss · Marktgemeinde Kottingbrunn – Schlossmuseum
Kanal und Südbahn beschleunigen die Entwicklung
Bis zum Bau des Wiener Neustädter Kanals war Kottingbrunn eine Agrargemeinde. Der 1803 eröffnete Kanal machte den Transport von Kohle, Rohstoffen und Fertigwaren günstiger. Dadurch siedelten sich erste Fabriken an. Die Inbetriebnahme der Südbahn 1841 verstärkte diesen Wandel. Die Gemeindechronik nennt neben kleinen Dienstleistungsbetrieben den Maschinenbauer Wittmann Battenfeld als wichtigen Betrieb; Modine verlegte 2009 seinen Produktionsstandort von Berndorf nach Kottingbrunn. Die örtliche Haltestelle liegt an der Südbahn in der Ortsmitte. Seit 2005 gibt es eine eigene Anschlussstelle an der A2; die B18 verläuft an der südlichen Gemeindegrenze.
Quellen: Kottingbrunn – Wikipedia, feste Artikelversion · Marktgemeinde Kottingbrunn – Schlossmuseum
Galopprennen und Gestüt
Am 30. Juli 1896 wurde im Schlosspark eine 2.800 Meter lange Galopprennbahn eröffnet. Für den Betrieb entstand der Renn-Verein-Kottingbrunn. Die Anlage bot Stallungen mit 108 Boxen; schon zum Eröffnungsrennen waren 130 Pferde gemeldet. Aristides Baltazzi übernahm im selben Jahr die Geschäfte des Jockey-Clubs und trug zum Aufschwung des Rennbetriebs bei. 1897 begann der Bau einer dampfbetriebenen Zweigbahn vom Südbahnnetz in Richtung Rennplatz; bis zur Inbetriebnahme nutzte das Publikum die erweiterte Station Kottingbrunn. 1911 wurden erstmals internationale Polo-Matches ausgetragen; Klubs aus Frankfurt, Berlin, Hamburg und Budapest meldeten 60 Pferde. Der reguläre Rennbetrieb endete mit der verkürzten Saison 1914. Ein Brand zerstörte im Juni 1915 die hölzerne Haupttribüne; das Gestüt bestand auf dem Gelände weiter.
Quellen: Kottingbrunn – Wikipedia, feste Artikelversion · Marktgemeinde Kottingbrunn – Schlossmuseum
Sammlungen im Wasserschloss
Das Schlossmuseum wurde 1994 gegründet und war zunächst in vier Räumen im ersten Stock untergebracht. Nach dem Fund einer römischen Villa rustica am alten Sportplatz wurde es 2007 auf sieben Räume erweitert. Die Sammlung umfasst Schlossgeschichte, Pferderennbahn, Wiener Neustädter Kanal, Flugplatz und Wirtschaftsentwicklung sowie römische Funde, Urgeschichte, Fossilien und Mineralien. Auch die Schlosskapelle gehört zur Anlage; ihr Altarbild zeigt die Hochzeit Mariens. Die Dreifaltigkeitssäule im Ort wurde 1716 von Graf Carl Josef von Lamberg gestiftet, nachdem Kottingbrunn von der Pest verschont geblieben war; 1987 wurde sie restauriert.
Quellen: Marktgemeinde Kottingbrunn – Schlossmuseum · Kottingbrunn – Wikipedia, feste Artikelversion
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 08.10.2026
