EISENKAPPEL-VELLACH KENNENLERNEN
Im Tal der Vellach
Zwischen Karawankenkamm und slowenischer Grenze liegt ein weitläufiges Gemeindegebiet, dessen Hauptort Bad Eisenkappel als Kur- und Luftkurort bekannt ist. Die Marktgemeinde zählt 2.211 Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und umfasst 199,15 Quadratkilometer.
Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Eisenkappel-Vellach – Wikipedia, feste Artikelversion
Vom Vellachtal zu den Sätteln
Das Gemeindegebiet reicht von den Vorbergen bis zum Hauptkamm der östlichen Karawanken. Zwei Übergänge führen über den Seebergsattel und den Paulitschsattel nach Slowenien. Die Seebergstraße begleitet das Vellachtal in Nord-Süd-Richtung; in Miklauzhof zweigt die Rosental Straße ab. Am Hochobir liegt die Eisenkappler Hütte. Durch die Gemeinde führen der Südalpenweg und der Kärntner Grenzweg.
Quellen: Eisenkappel-Vellach – Wikipedia, feste Artikelversion
Eisen, Bahn und Badebetrieb
Eine Kapelle gab Eisenkappel den Namen; sie ist 1050 erstmals erwähnt. Der Straßenmarkt an der Nordseite der Seebergstraße entstand nach 1209, vermutlich unter Herzog Bernhard von Spanheim, und erscheint 1267/68 als Markt. Eisen- und Salztransport prägten den frühen Handel. Vom 15. bis ins 19. Jahrhundert nutzte man Wasserkraft für Eisenhämmer; im 18. Jahrhundert kam der Eisenbergbau hinzu. Die Gemeinde Vellach wurde 1850 gebildet und umschloss die Marktgemeinde Kappel. 1890 änderte diese ihren Namen in Eisenkappel; 1939 wurden Vellach und Eisenkappel zur Bürgermeisterei Eisenkappel-Vellach vereinigt. Mit dem Rückgang der Eisenindustrie gewannen Holzverarbeitung und Sägewerke an Gewicht. Bad Vellach zog Sommergäste an, bis der Badebetrieb nach dem Krieg endete. Die Vellachtalbahn verband Bad Eisenkappel von 1902 bis 1971 mit dem Bahnnetz; das frühere Bahnhofsgebäude Bad Eisenkappel blieb erhalten.
Quellen: Eisenkappel-Vellach – Wikipedia, feste Artikelversion
Kirchen, Höhlen, Gedenken
Die Pfarrkirche Ebriach ist Johannes dem Täufer geweiht und stammt aus dem 14. Jahrhundert. Im Hauptort steht die dem heiligen Michael geweihte Pfarrkirche aus dem 15. Jahrhundert. Die spätgotische Wallfahrtskirche Maria Dorn liegt auf einer Terrasse; ihr Friedhof staffelt sich über weitere Terrassen. Schloss Hagenegg vereint Bauteile aus Renaissance und Barock. In Rechberg befinden sich eine Kommende aus dem 15. Jahrhundert und die Reste der Burg Rechberg nahe der Kirche. Die Obir-Tropfsteinhöhlen sind ein bekanntes Ziel im Gemeindegebiet. Der Peršmanhof war ab 1942 ein Stützpunkt des Widerstands. Am 25. April 1945 ermordeten Angehörige des SS- und Polizeiregiments 13 elf Angehörige der Familien Sadovnik und Kogoj. Die zweisprachige Dauerausstellung wurde 2012 neu gestaltet und behandelt Verfolgung, Widerstand und die Justizgeschichte des Verbrechens.
Quellen: Eisenkappel-Vellach – Wikipedia, feste Artikelversion · Der Peršmanhof – Museum und Gedenkstätte Peršmanhof
Klammen und Kirchleintragen
Die Trögerner Klamm und die Vellacher Kotschna sind Naturschutzgebiete; im Remschenigtal liegt die Kupitzklamm. Zusammen mit dem Hochobir bieten sie Wege durch Schluchten und Berglandschaft. Im Hauptort entspringen kohlensäurehaltige Heilquellen, darunter die Carinthia-Lithium-Quelle. Landwirtschaft, Holzgewinnung und Holzverarbeitung prägen die Wirtschaft außerhalb des Ortskerns; das Gewerbe konzentriert sich besonders entlang der Seebergstraße. Am Vorabend von Maria Lichtmess findet das Kirchleintragen statt: Kinder tragen selbst gebaute, beleuchtete Holzkirchen zur Schlossbrücke und lassen sie auf der Vellach treiben. Der Brauch erinnert an eine Erzählung von einer Überschwemmung, bei der Menschen vor den Fluten Schutz suchten. „Ante pante populore“ ist der Spruch, nach dem die Veranstaltung auch benannt wird.
Quellen: Eisenkappel-Vellach – Wikipedia, feste Artikelversion
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 08.10.2026
