STADTGEMEINDE · KÄRNTEN

Bleiburg

Zweisprachige Namen, Kunst und die lange Geschichte eines Marktes

GEMEINDEKENNZIFFER20801
Hauptplatz mit Häuserzeilen und Säule in Bleiburg
Hauptplatz mit Häuserzeilen und Säule in Bleiburg · Foto: Stebunik · „Pliberk-znamenje“ · Wikimedia Commons · CC BY 3.0 · Für regionalinfo.at verkleinert und als AVIF komprimiert; kein zusätzlicher Zuschnitt. Weitergabe unter derselben Bildlizenz.
Einwohner
4 015
01.01.2026
Fläche
69,78 km²
Bevölkerungsdichte
57,5
Einwohner je km²
PLZ des Gemeindeamtes
9150
Keine vollständige PLZ-Liste

Datenquelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026 · aufbereitet für regionalinfo.at.

BLEIBURG KENNENLERNEN

Bleiburg/Pliberk: Marktstadt am Jaunfeld

Bleiburg liegt im Jauntal nahe der slowenischen Grenze. Die Stadtgemeinde zählt 4.015 Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und umfasst 69,78 Quadratkilometer. Zum Gebiet gehören neben der Stadt auch zahlreiche zweisprachig bezeichnete Ortschaften. Die Stadt liegt rund vier Kilometer von der slowenischen Grenze entfernt und ist in zwölf Katastralgemeinden gegliedert.

Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Bleiburg – Wikipedia, feste Artikelversion

Ein Markt mit langer Geschichte

Der Bleiburger Wiesenmarkt wird seit 1393 abgehalten und zählt damit zu den traditionsreichsten Märkten Unterkärntens. Die Stadtgeschichte verlief nicht immer ruhig: 1739 zerstörte eine Feuersbrunst große Teile des Orts. 1761 begann der Bau der Wallfahrtskirche Heiligengrab; 1765 folgte der Bau des Bürgerspitals, heute Bezirksgericht. Nach der Verwaltungsreform 1849/50 wurde Josef Messiner erster frei gewählter Bürgermeister. Im 19. Jahrhundert verband die Bahnlinie Klagenfurt–Marburg Bleiburg mit dem überregionalen Schienennetz. 1863 wurde sie eröffnet. Die heutigen Stadtgrenzen entstanden erst 1991, als sich Feistritz ob Bleiburg als eigene Gemeinde abtrennte. Der Wiesenmarkt findet weiterhin Anfang September statt.

Quellen: Willkommen – Dobrodošli - Stadtgemeinde Bleiburg

Werner Berg und die Stadtgalerie

Das Werner Berg Museum nahm 1968 seinen Betrieb auf. Der Maler Werner Berg lebte ab 1931 auf dem Rutarhof im slowenischsprachigen Südosten Kärntens und hielt Menschen, Arbeit und Landschaft der Region in Bildern fest. Das Museum zeigt sein Werk und veranstaltet wechselnde Ausstellungen. Es befindet sich am 10.-Oktober-Platz in Bleiburg. Im öffentlichen Raum steht außerdem der Freyungsbrunnen, den die Künstlerin Kiki Kogelnik 1994 schuf. Die Stadtpfarrkirche wird 1241 erstmals urkundlich erwähnt; der heutige Bau ist spätgotisch. Ihre Fenster mit Motiven der heiligen Hemma gestaltete der Künstler Karl Vouk.

Quellen: Willkommen – Dobrodošli - Stadtgemeinde Bleiburg · Örtliches Entwicklungskonzept Bleiburg

Ortsnamen in zwei Sprachen

Deutsch und Slowenisch prägen den öffentlichen Raum der Stadtgemeinde. Bleiburg heißt auf Slowenisch Pliberk; weitere Ortstafeln tragen etwa Aich/Dob, Loibach/Libuče oder Wiederndorf/Vidra vas. 2011 wurden im Gemeindegebiet zweisprachige Ortstafeln aufgestellt. Der kärntenweite Ortstafelstreit wurde im selben Jahr beigelegt. Die Stadtgeschichte ist zugleich von den politischen Umbrüchen des 20. Jahrhunderts geprägt: 1918 wurde Bleiburg vom SHS-Staat besetzt; bei der Volksabstimmung 1920 sprach sich Südkärnten für Österreich aus. Zweisprachige Chöre, Musik- und Volkstanzgruppen pflegen kulturelle Traditionen in beiden Sprachen.

Quellen: Willkommen – Dobrodošli - Stadtgemeinde Bleiburg · Örtliches Entwicklungskonzept Bleiburg

Europaausstellung und Kulturhaus

Die Jauntalbahn wurde 1964 eröffnet und erweiterte die Verbindungen Bleiburgs in Richtung Jauntal. 2009 war die Stadt neben dem Stift St. Paul Schauplatz der Europaausstellung „Macht des Wortes – Macht des Bildes“. Sie stellte die Wirkung von Sprache und Bild in den Mittelpunkt. Im Zuge der Ausstellung wurden der Europaplatz und der Garten der Weltreligionen angelegt. Eine Fassadenaktion am Hauptplatz veränderte ebenfalls das Ortsbild. Das slowenische Kulturhaus Kulturni dom wurde 1993 beschlossen, 1996 begonnen und ist seit 2004 in Betrieb. Der Mehrzweckbau umfasst einen Kultursaal, eine Sporthalle, eine Bücherei und eine Gaststätte. Der Gesangsverein Bleiburg veranstaltet seit 1865 Konzerte, darunter das traditionelle Schlosshof-Singen.

Quellen: Örtliches Entwicklungskonzept Bleiburg

Quellen und Belege

Stand der Angaben: 08.10.2026

GEOGRAFIE

Bleiburg auf der Karte

Gemeindegebiet · Stand 01.01.2026

Rot: aus amtlichen Gemeindegrenzen abgeleitet und für die Anzeige vereinfacht. Kartenhintergrund: basemap.at. Quellen und Methodik

GEMEINDE IN ZAHLEN

Einwohner im Zeitvergleich

StichtagEinwohner
31.10.2011 · Registerzählung3 896
31.10.2021 · Registerzählung4 121
01.01.2026 · Bevölkerungsstand4 015

Die Abstände zwischen den Stichtagen sind unterschiedlich. Quelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026.

Gebäude · 31.10.2021
1 482
NUTS-3-Region
Unterkärnten (AT213)

VOR ORT ENTDECKEN

Besonderheiten & Ausflugsziele

ÜBER DIE GEMEINDEGRENZE HINAUS

Nachbargemeinden von Bleiburg

Nachbarschaft aus gemeinsamen Grenzabschnitten der amtlichen Geometrien abgeleitet. Reine Berührungspunkte und ausländische Gemeinden sind nicht enthalten.