NÖTSCH IM GAILTAL KENNENLERNEN
Nötsch im Gailtal: Malerlicht am Fuß des Dobratsch
Nötsch im Gailtal liegt zwischen Gail und Dobratsch in einer Gemeinde, die von Talboden bis auf 2.166 Meter reicht. Sie zählt 2.358 Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) auf 42,72 Quadratkilometern. Landschaft, Kunst und Spuren des Bergsturzes prägen ihre Ortsteile.
Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Über die Gemeinde – Marktgemeinde Nötsch im Gailtal · Tourismus, Kunst und Kultur – Marktgemeinde Nötsch
Vom Gailufer in die Schütt
Im Süden fließt die Gail an der Gemeindegrenze auf rund 540 Metern Seehöhe. Nach Norden steigt das Gelände zum Dobratsch auf. Bei Saak beginnt die Schütt, eine ausgedehnte Bergsturzlandschaft am Fuß der Villacher Alpe. Die Flüsse Nötschbach, Emmersdorfer Bach und Defernigbach gliedern das Gebiet. Drei Katastralgemeinden und 17 Ortschaften verteilen sich vom Talboden bis in die Hanglagen. Teile der Schütt liegen im Naturpark Dobratsch.
Quellen: Über die Gemeinde – Marktgemeinde Nötsch im Gailtal · Nötsch im Gailtal – Wikipedia, feste Artikelversion · Tourismus, Kunst und Kultur – Marktgemeinde Nötsch
Ein Bergsturz verändert das Tal
Nötsch erscheint 1253 erstmals in einer Urkunde. Am 25. Jänner 1348 löste ein Erdbeben am Dobratsch einen Bergsturz aus. Geröll staute die Gail, und zahlreiche Gebäude wurden zerstört. Überschwemmungen prägten die Gegend weiter: 1848 und 1851 gingen Brücken verloren. 1850 entstand die Ortsgemeinde Emmersdorf; 1960 wurde sie in Nötsch im Gailtal umbenannt. 1999 erhielt die Gemeinde das Recht, die Bezeichnung Marktgemeinde zu führen. 1989 wurde am Laas-Riegel bei Förk ein keltischer Waffenweihefund entdeckt. Teile des Fundes gelangten zunächst in den Schweizer Kunsthandel; das Landesmuseum Kärnten erwarb später die Teile des Komplexes.
Quellen: Nötsch im Gailtal – Wikipedia, feste Artikelversion · Tourismus, Kunst und Kultur – Marktgemeinde Nötsch
Der Nötscher Kreis und sein Museum
Die Maler des Nötscher Kreises arbeiteten im frühen 20. Jahrhundert in und um Nötsch; kunsthistorisch wird die Gruppe dem Expressionismus zugeordnet. Zu den vier Künstlern des Nötscher Kreises zählen Sebastian Isepp und Franz Wiegele, die aus der Region stammten, sowie Anton Kolig und Anton Mahringer, die hierherzogen. Ihre Malerei nahm Landschaftsfarben und Menschen des Gailtals auf. Das Museum des Nötscher Kreises wurde 1998 in der früheren Bäckerei und Mühle Wiegele eröffnet und ist dem Leben und Werk der Maler gewidmet. In Saak sind die Spuren der Künstler auch auf dem Friedhof sichtbar: Anton Koligs Fresko einer Madonna mit Kind und musizierenden Engeln schmückt das Grab der Familie Michor. Kolig schuf es 1927 bis 1929; am Presbyterium liegt sein eigenes Grab. Franz Wiegele ist ebenfalls in Saak bestattet.
Quellen: Tourismus, Kunst und Kultur – Marktgemeinde Nötsch · The Nötsch Circle – Belvedere Museum Wien
Saaks Feiertags-Christus und alte Schmiede
Die spätgotische Pfarrkirche Saak wurde in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts errichtet. An ihrer Südwand zeigt der Feiertags-Christus von 1465 einen Schmerzensmann, umgeben von Werkzeugen jener Arbeiten, die an Sonn- und Feiertagen untersagt waren. Im Inneren sind Fresken von 1465 und 1516 erhalten. Eine zweite Pfarrkirche befindet sich in St. Georgen; die Pfarre besteht seit 1365, der heutige Bau entstand um 1500. Im Ortskern Saak stehen dicht gereihte Bauern- und Handwerkerhäuser mit Rundbogentoren. Die Alte Schmiede bewahrt Esse, Amboss und mechanisierten Hammer; eine kleine Ausstellung behandelt Metallfunde und 3.500 Jahre Metallgeschichte rund um den Dobratsch. Schloss Wasserleonburg liegt ebenfalls in Saak, befindet sich aber in Privatbesitz.
Quellen: Tourismus, Kunst und Kultur – Marktgemeinde Nötsch · Tourismus, Kunst und Kultur – Marktgemeinde Nötsch
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Nötsch im Gailtal – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Über die Gemeinde – Marktgemeinde Nötsch im Gailtal
- Tourismus, Kunst und Kultur – Marktgemeinde Nötsch
- Der Naturpark – Naturpark Dobratsch
- The Nötsch Circle – Belvedere Museum Wien
Stand der Angaben: 08.10.2026
