ARNOLDSTEIN KENNENLERNEN
Arnoldstein am Dreiländereck
Die Marktgemeinde im Bezirk Villach-Land zählt 7.171 Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und umfasst 67,39 Quadratkilometer. Verkehrswege an der Grenze brachten über Jahrhunderte Kloster, Handel, Bergbau und Industrie hervor.
Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Arnoldstein – Wikipedia, feste Artikelversion
Zwischen Gailitz und Dreiländereck
Arnoldstein liegt zwischen Karawanken und Karnischen Alpen. Am Gipfel des Ofen treffen Österreich, Italien und Slowenien aufeinander. Im Norden erhebt sich der Dobratsch; unterhalb liegt die Schütt, eine große Bergsturzlandschaft. Arnoldsteins slowenischer Name lautet Podklošter, „unter dem Kloster“. Sechs Katastralgemeinden – Arnoldstein, Hart, Thörl-Maglern, Pöckau, Riegersdorf und Seltschach – gliedern das Gebiet mit 21 Ortschaften. Die A2 führt zum Grenzübergang nach Italien. Die Bahnstrecke Villach–Tarvis wurde 1873 eröffnet; in Arnoldstein zweigt seit 1894 die Gailtalbahn nach Hermagor ab. Der Alpe-Adria-Radweg und der Gailtal-Radweg queren ebenfalls das Gemeindegebiet.
Quellen: Arnoldstein – Wikipedia, feste Artikelversion · Marktgemeinde Arnoldstein – Gemeindeportal
Klosterburg über dem Verkehrsweg
Eine Römerstraße am linken Ufer der Gailitz weist auf antike Nutzung hin; sie verband Aquileia mit Virunum. Auf dem Felsen über dem Fluss stand eine Burg, deren vermutlicher Gründer Arnold urkundlich nicht nachweisbar ist. Das Gebiet unterstand zunächst Aquileia und kam 1014 an das Bistum Bamberg. Otto von Bamberg richtete 1106/07 das Benediktinerkloster ein; es bestand bis 1783. Die Klosterruine ist heute begehbar. Unterhalb des Felsens entwickelte sich ein Dorf am Weg nach Italien, das 1376 erstmals urkundlich erwähnt wurde. Um 1500 wurde es bereits als Markt bezeichnet, hatte damals aber noch keine privilegierte Selbstverwaltung.
Fuggerau und der Schrotturm
Im 15. Jahrhundert errichteten die Fugger in der Fuggerau eine Bleihütte. 1797 entstand im benachbarten Gailitz eine Glättefabrik. Später produzierte sie Rostschutzfarbe und zwischen 1814 und 1975 Schrotkugeln. Der erhaltene Schrotturm erinnert an diese Fertigung. Arnoldstein entwickelte sich ab 1882 erneut zum Industriestandort, als die Bleiberger Bergwerks Union eine Bleihütte errichtete. Der rund 100 Meter hohe Kamin wurde zu einem Wahrzeichen der industriellen Epoche. Der Marktgemeinde-Titel wurde laut Landesurkunde 1922 verliehen. Im Jahr 2011 arbeiteten 900 der rund 3.000 erwerbstätigen Einwohner in der Gemeinde; etwa 2.100 pendelten aus, während fast 1.000 Beschäftigte aus der Umgebung einpendelten. Im selben Jahr entfiel im Dienstleistungssektor rund ein Drittel der Beschäftigung auf soziale und öffentliche Dienste.
Quellen: Arnoldstein – Wikipedia, feste Artikelversion · Wappen- und Fahnenverleihungsurkunde – Land Kärnten
Kirchen und gelebte Traditionen
Im Ortszentrum steht die Pfarrkirche St. Lambert; in Thörl-Maglern ist die Kirche dem heiligen Andreas geweiht. Weitere Sakralbauten liegen in St. Leonhard bei Siebenbrünn, Pöckau, Radendorf und Agoritschach. Die Pfarrkirche in Thörl-Maglern besitzt Fresken des Meisters Thomas von Villach; auch die Filialkirche Pöckau ist mit Fresken dieses Künstlers verbunden. In Radendorf steht die Wallfahrtskirche Maria Siebenbrünn mit dem Gnadenbild „Maria Hilfe der Christen“. Die evangelischen Kirchen in Arnoldstein und Agoritschach ergänzen die katholischen Pfarren. In mehreren Orten wird zu den Kirchtagen das Kufenstechen gepflegt. Gretl Komposch, Komponistin und Chorleiterin des Grenzlandchors Arnoldstein, gehört zu den bekannten Persönlichkeiten der Gemeinde.
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 08.10.2026
