ROSEGG KENNENLERNEN
Rosegg: Hallstattgräber an der alten Drau
Rosegg liegt im Rosental nahe der Drau und verbindet einen archäologisch bedeutenden Fundplatz mit einer bewegten Herrschaftsgeschichte. Die Marktgemeinde zählt 1.925 Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und umfasst 19,17 Quadratkilometer.
Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Zahlen und Fakten – Marktgemeinde Rosegg
Frög und die hallstattzeitlichen Gräber
In Frög wurden Tote einer wohlhabenden Gemeinschaft vor rund 3.000 Jahren unter großen Hügeln bestattet. Die Keltenwelt führt durch das Gräberfeld zu einem als Schaugrab gestalteten Fürstengrab. Schmuck, Waffen und Gefäße veranschaulichen die Beigaben, die den Verstorbenen mitgegeben wurden. Besonders bekannt ist ein kleiner Totenwagen aus Blei, der bei den frühen Grabungen gefunden wurde. Das Original befindet sich im kärnten.museum; in Frög wird die Fundgeschichte vermittelt. Die ersten Ausgrabungen begannen 1882, nachdem ein Grundstück eingeebnet werden sollte. Spätere Untersuchungen legten weitere Grabhügel und Bestattungen frei. Die Gräber belegen einen bedeutenden Bestattungsplatz der Hallstattzeit im heutigen Gemeindegebiet.
Quellen: Keltenwelt Frög – Freilichtmuseum · Geschichte – Keltenwelt Frög
Von Ras zur Marktgemeinde
Ein früher Beleg für den Flurnamen Ras stammt aus dem Jahr 875: Bischof Arnold von Freising tauschte damals eine Bauernhube in „Rase“ gegen Besitz in Maria Wörth. Die Pfarre Ras erscheint 1106 in einer Schenkung an das Chorherrenkapitel von Eberndorf. Im 12. Jahrhundert errichtete Rudolf von Ras eine Burg auf dem heutigen Burgberg und führte den Namen Rasek. 1686 gelangte die Herrschaft an Georg Nikolaus Graf von Orsini-Rosenberg. Die politische Gemeinde entstand 1849/50 nach dem Ende der Grundherrschaft; ihr damaliges Gebiet entsprach dem alten Gerichtsbezirk Rosegg, der von Maria Elend bis zum Faaker See reichte. St. Jakob wurde 1888 selbständig, Ledenitzen folgte 1911. 1930 erhielt Rosegg das Marktrecht; das Wappen zeigt die Rose der Familie Orsini-Rosenberg.
Brücken, Kraftwerk und Flusslandschaft
Die Drau prägt Landschaft und Verkehrswege der Gemeinde. Eine Brücke bei St. Michel wurde 1776 errichtet; während des Kärntner Abwehrkampfs 1918/19 war die Draubrücke strategisch umkämpft. Hochwasser riss am 2. September 1965 die alte Brücke fort, sodass eine noch nicht ganz fertige Betonbrücke vorzeitig in Betrieb ging. Das Kraftwerk Rosegg entstand ab dem Spatenstich 1969 und wurde 1974 in Betrieb genommen. Der 3,7 Kilometer lange Oberwasserkanal veränderte die Flussschleife am Hauptort: Rosegg liegt auf einer Halbinsel, die seit dem Bau nur über Brücken erreichbar ist.
Quellen: Zahlen und Fakten – Marktgemeinde Rosegg · Rosegg – Wikipedia, feste Artikelversion
Schloss, Tierpark und Gartenlabyrinth
Franz Xaver Wolfgang von Orsini-Rosenberg begann 1772 mit dem Schlossbau im Talgrund. Der neue Herrschaftssitz löste die mittelalterliche Burg ab; von dieser sind am Burgberg nur Mauerreste erhalten. 1831 erwarb Fürst Johann von Liechtenstein den Besitz. Peter Ritter von Bohr ersteigerte 1829 die Herrschaft und legte ab 1830 einen Tierpark rund um den Burgberg an. Der heutige Tierpark wurde 1970 eröffnet. Zwischen Tierpark und Schloss wurde 2001 ein Gartenlabyrinth eröffnet. Im Ortsgebiet steht außerdem die Pfarrkirche zum heiligen Michael, die 1813 bei den Kämpfen schwer beschädigt wurde.
Quellen: Zahlen und Fakten – Marktgemeinde Rosegg · Tourismus – Marktgemeinde Rosegg
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 08.10.2026
