ARRIACH KENNENLERNEN
Arriach: Kirchen, Höfe und Kärntens geografische Mitte
Arriach liegt in einem sonnigen Becken zwischen Gerlitzen und Wöllaner Nock. Die Gemeinde zählt 1.315 Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und umfasst 70,76 Quadratkilometer. Ihre Geschichte zeigt sich in Kirchen, Schulstandorten und den bäuerlichen Höfen der Seitentäler.
Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Über die Gemeinde – Gemeinde Arriach
Zwischen Nock und Gerlitzen
Das Gemeindegebiet liegt in den südöstlichen Gurktaler Alpen. Im Süden erhebt sich die Gerlitzen, im Norden der Wöllaner Nock; dazwischen bündelt das Arriacher Becken Siedlungen und Höfe. Der geografische Mittelpunkt Kärntens liegt im Gemeindegebiet; der markierte Mittelpunktweg führt von Arriach über Laastadt dorthin. Arriach selbst befindet sich auf etwa 911 Metern Seehöhe. Troadkästen und Scheunen in Blockbauweise bewahren traditionelle Bauformen der bäuerlichen Höfe. Rinderhaltung ist weiterhin ein wichtiger Betriebszweig; Urlaub am Bauernhof und Direktvermarktung ergänzen ihn. Der Salzsteigweg führt ebenfalls durch das Gemeindegebiet.
Quellen: Über die Gemeinde – Gemeinde Arriach · Pfarre & Religion – Gemeinde Arriach
Rodungsland und vier Katastralgemeinden
1207 wurde Arriach erstmals als Ovriach urkundlich erwähnt; 1465 erscheint die Namensform Auriach. Rodungsarbeiten gingen von Himmelberg in Richtung Teuchen und von Afritz auf die Sonnseite aus. 1785 wurden die Katastralgemeinden Arriach, Laastadt, Sauerwald und Innerteuchen vermessen. 1308 legten die Ortenburger den Grundstein ihrer Besitzungen im Gegendtal; 1662 erwarb Johann Ferdinand Fürst von Porcia die Herrschaft. Die Bauernbefreiung von 1848 beendete ihre grundherrschaftliche Abhängigkeit. Die Ortsgemeinde Arriach entstand 1850 aus Arriach und Laastadt. Sauerwald und Hinterbuchholz kamen 1898 aus der Gemeinde Treffen hinzu; Innerteuchen, zunächst Teil von Himmelberg, wurde 1920 eingegliedert.
Quellen: Chronik – Gemeinde Arriach
Glauben unter Druck und Toleranz
Die Arriacher unterstanden kirchlich lange der Pfarre Treffen. Im 17. Jahrhundert prägten Gegenreformation und Geheimprotestantismus das Tal; 1651 wurden protestantische Untertanen der Herrschaft Ortenburg zum Religionswechsel oder zur Auswanderung aufgefordert. Viele Familien fanden Aufnahme im württembergischen Wain. Das Toleranzpatent Josephs II. von 1781 erlaubte Protestanten die private Religionsausübung und eigene Bethäuser. Arriach bildete in Kärnten früh eine evangelische Pfarrgemeinde nach dem Augsburgischen Bekenntnis. Zunächst diente ein hölzernes Bethaus, später ein steinernes. 1903 wurde der Grundstein zur heutigen Vier-Evangelisten-Kirche gelegt; ihr Altarbild zeigt Christus mit den vier Evangelisten. Die katholische Kirche St. Philipp und Jakob steht auf einem Hügel und wird um 1200 datiert. Ein Erdbeben 1848 beschädigte ihren Turm.
Quellen: Pfarre & Religion – Gemeinde Arriach · Chronik – Gemeinde Arriach
Schulen und Wege im Streusiedlungsraum
Die Volksschule Arriach ging aus vier einklassigen konfessionellen Schulen hervor, die nach dem Toleranzpatent in Arriach und Innerteuchen bestanden. Das Schulhaus am westlichen Ende des Dorfplatzes entstand 1966 bis 1968 neben der evangelischen Kirche. 1996 erhielt es einen Turnsaal und Nebenräume; der Saal wird auch als Veranstaltungsraum genutzt. Schule und Kindergarten wurden später baulich verbunden. Seit dem Einbau eines Lifts im Jahr 2017 ist das Gebäude barrierefrei zugänglich. Mit der Volksschule ist der zentrale Dorfplatz auch ein Bildungsort für die verstreut lebenden Familien im Gemeindegebiet.
Quellen: Bildung – Gemeinde Arriach · Wandern – Gemeinde Arriach
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 08.10.2026
