WINKLERN KENNENLERNEN
Winklern am Iselsberg
Winklern ist eine Marktgemeinde am Beginn des oberen Mölltals, am Übergang über den Iselsberg nach Osttirol. Der historische Mautturm und die Pfarrkirche stehen im Ortszentrum. Die Gemeinde hat 1.179 Einwohner und eine Fläche von 37,39 Quadratkilometern (Stand 1. Jänner 2026).
Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Winklern – Wikipedia, feste Artikelversion
Zwischen Mölltal und Hochgebirge
Zum Gemeindegebiet gehören die Ortschaften Langang, Namlach, Penzelberg, Reintal, Stein, Winklern und Zwischenbergen. Winklern liegt an einer strategischen Talwendung, an der das Mölltal von Nord-Süd nach West-Ost dreht. Über den Iselsberg führt der Übergang ins Drautal; im Norden erstreckt sich die Hochgebirgsregion der Hohen Tauern. Der Ort ist seit dem Mittelalter eine wichtige Siedlung am Weg zwischen Osttirol, dem oberen Mölltal und den Goldabbaugebieten. Die Marktgemeinde liegt nahe dem Nationalpark Hohe Tauern. 1447 gab Otto von Reuntal sein Haus und seinen Sitz in Winklern auf; Graf Heinrich von Görz belehnte andere Besitzer damit neu.
Quellen: Winklern – Wikipedia, feste Artikelversion · Infrastruktur – Marktgemeinde Winklern
Der Mautturm als Zeichen des Handels
Der im Ortszentrum stehende Turm wird erstmals im 14. Jahrhundert urkundlich erwähnt. Sein spätromanischer beziehungsweise frühgotischer Kern diente als Wohnturm und Getreidespeicher. Eine Fenstergruppe an der Ostseite des dritten Stocks wird stilistisch um 1300 datiert. 1860 ließ Franz Wernisch den Turm aufstocken und gab ihm seine heutige Gestalt; 1917 wurde der Turm als Aussichtspunkt genutzt. Der Verein „Freunde des Obermölltaler Kulturgutes“ übernahm ihn 1988 in Treuhandschaft für die Gemeinde; 1989 erhielt das oberste Geschoss Fenster und der Turm ein neues Dach. Zur Landesausstellung „Wasser-Gold“ wurde er 2004 mit dem begehbaren äußeren Aufbau „Tauernwurm“ versehen. Die Gemeinde präsentiert ihn auch als Ort für regionale Kristallfunde: Ein perlmuttweißer Calcitkristall aus der Reißeckgruppe wiegt mehr als 45 Kilogramm.
Quellen: Infrastruktur – Marktgemeinde Winklern · Kristallausstellung Mautturm – Marktgemeinde Winklern
Eine Pfarrkirche mit langer Geschichte
Die Pfarrkirche ist den Heiligen Laurentius und Martin geweiht. Sie wird 1115 erstmals als Filialkirche der Pfarre Stall erwähnt. Am 3. September 1521 weihte Bischof Berthold von Chiemsee sie erneut. 1787 wurde Winklern bei der josephinischen Pfarrregulierung zur selbständigen Pfarre erhoben; 1789 wechselte sie von der Verwaltung der Erzdiözese Salzburg zur Diözese Gurk. Die Gemeinde Winklern konstituierte sich 1850; 1930 erhielt sie die Bezeichnung Marktgemeinde.
Quellen: Pfarre Winklern – Katholische Kirche Kärnten · Infrastruktur – Marktgemeinde Winklern
Marktort und regionaler Ausgangspunkt
Zwischen Aguntum bei Lienz, dem Goldberggebiet und dem Saumpfad über das Hochtor nach Salzburg lag ein wichtiger Handelsweg. Die Grafen von Görz errichteten hier eine Zoll- und Mautstelle. Winklern wird zwischen 1041 und 1060 erstmals urkundlich erwähnt. Die Ortsgemeinde umfasste zunächst auch Mörtschach und Stranach; beide bildeten 1898 eine eigene Gemeinde. Nach 1213 kam der Ort zur Herrschaft der Grafen von Görz. Der Mautturm ging 1460 mit den Görzer Gütern an die Habsburger. Lorenz Wernisch erwarb ihn 1780 samt Haus, Hof und Feldern. Das Pflegeheim Laurentius, 2004 eröffnet, zählt zu den größeren Arbeitgebern der Marktgemeinde. Gemeindeamt, Musikschule Oberes Mölltal, Landwirtschaftskammer-Außenstelle und Forstaufsichtsstation sind ebenfalls in Winklern angesiedelt.
Quellen: Infrastruktur – Marktgemeinde Winklern · Winklern – Wikipedia, feste Artikelversion
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 08.10.2026
