LENDORF KENNENLERNEN
Teurnia: Stadt der Römer am Lurnfeld
Lendorf liegt auf dem Lurnfeld am Übergang zwischen Talboden und den Hängen der Hohen Tauern. Die Gemeinde zählt 1.804 Einwohnerinnen und Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und umfasst 34,31 Quadratkilometer. Im Ortsteil St. Peter in Holz lag die römische Stadt Teurnia, heute ein bedeutender archäologischer Platz.
Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Lendorf (Drautal) – Wikipedia, feste Artikelversion
Eine Stadt mit Forum und Mosaik
Teurnia entwickelte sich am Holzer Berg zu einer ausgedehnten römischen Stadt. Schon in der Bronzezeit bestand dort eine Siedlung, die durch ihre Höhenlage schwer einzunehmen war und über eine Quelle verfügte. Um 1910 begannen systematische Grabungen. Dabei wurde außerhalb der Stadtmauern eine frühchristliche Friedhofskirche entdeckt; der zugehörige Friedhof ist teilweise freigelegt. Besonders bekannt ist der Mosaikboden, der zu den besterhaltenen spätantiken Mosaiken zählt. Weitere Ausgrabungen legten das Forum und eine große Badeanlage frei. In den 1980er Jahren fand man außerdem die Reste der Bischofsbasilika, deren Grundriss byzantinische Einflüsse zeigt. Um 600 n. Chr. endete die Stadt in den Umbrüchen der Völkerwanderungszeit.
Quellen: Römermuseum Teurnia – Gemeinde Lendorf · Lendorf (Drautal) – Wikipedia, feste Artikelversion
Kirchen zwischen Antike und Mittelalter
Die Kirche St. Peter in Holz wurde um 1060/70 erstmals urkundlich genannt und später zur Mutterpfarre. Im Mittelalter war sie neben Molzbichl, St. Athanas bei Berg im Drautal und Kühweg im Gailtal ein Ort der Verehrung des heiligen Nonnosus. In der Gemeinde steht auch die Filialkirche Maria am Bichl nahe Feicht. Sie wurde 1390 erstmals urkundlich erwähnt; der heutige spätgotische Bau stammt vom Ende des 15. Jahrhunderts. Der einschiffige Bau hat ein steiles Satteldach und einen schmalen Westturm. Der barocke Hochaltar zeigt Maria mit dem Jesuskind.
Quellen: Römermuseum Teurnia – Gemeinde Lendorf · Lendorf (Drautal) – Wikipedia, feste Artikelversion · Katholische Kirche Kärnten – Filialkirche Maria Bichl
Lendorfs Weg zur Selbstständigkeit
Die Ortsgemeinde Lendorf konstituierte sich 1850, wurde aber 1864 in die Stadtgemeinde Spittal eingemeindet. Am 12. Februar 1887 erhielt Lendorf seine Selbstständigkeit zurück. Heute besteht die Gemeinde aus den Katastralgemeinden Lendorf und Hühnersberg sowie neun Ortschaften. Das Gemeindegebiet reicht von der Hohen Leier im Norden über die Hangterrassen des Hühnersbergs hinunter bis in den Talgrund der Drau. Landwirtschaft prägte die Wirtschaft lange Zeit; am Litzlhof befindet sich eine landwirtschaftliche Fachschule. Die Drautal Straße B 100 und ein Zubringer zur Tauern Autobahn erschließen den Talraum. Der Bahnhof Lendorf liegt an der Drautalbahn, von der bei Pusarnitz die Tauernbahn abzweigt. Am Fuß des Hühnersbergs wächst die Gelbe Alpenrose, die die Gemeinde als Lendorfer Wunderblume bezeichnet.
Quellen: Lendorf (Drautal) – Wikipedia, feste Artikelversion · Wunderblume von Lendorf – Gemeinde Lendorf · Wunderblume von Lendorf – Gemeinde Lendorf
Archäologie vor Ort erleben
Teurnia war ab dem 5. Jahrhundert Hauptstadt der Provinz Binnennoricum. Bis etwa 600 bestand der Bischofssitz; 591 wird er letztmals genannt. Das Museum Teurnia führt eine 1913 begründete Sammlung mit archäologischen Funden aus dem Stadtgebiet fort. Marmorbildwerke, Inschriften und Schmuck vermitteln im Museum Alltag und Kunst der Römer und Kelten. Das Museum liegt im historischen Pfarrhof von St. Peter in Holz, nahe den Ausgrabungen. So erschließt sich der antike Ort über Fundstücke und die erhaltenen Strukturen am Holzer Berg.
Quellen: Römermuseum Teurnia – Gemeinde Lendorf · Römermuseum Teurnia – Kärnten Werbung / Landesmuseum für Kärnten
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Lendorf (Drautal) – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Römermuseum Teurnia – Gemeinde Lendorf
- Römermuseum Teurnia – Kärnten Werbung / Landesmuseum für Kärnten
- Wunderblume von Lendorf – Gemeinde Lendorf
- Katholische Kirche Kärnten – Filialkirche Maria Bichl
Stand der Angaben: 08.10.2026
