MILLSTATT AM SEE KENNENLERNEN
Millstatt zwischen Stift und Seeufer
Millstatt am See liegt am Nordufer des Millstätter Sees. Die Marktgemeinde hat 3.458 Einwohnerinnen und Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und umfasst 57,74 Quadratkilometer. Am Seeufer liegt der Hauptort; zahlreiche weitere Siedlungen befinden sich höher oben am Millstätter Berg.
Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Millstatt am See – Wikipedia, feste Artikelversion
Ein Kloster als geistliches Zentrum
Um 1070 gründeten die Aribonen Aribo und Poto das Benediktinerkloster Millstatt. Das Stift wurde über Jahrhunderte zum geistigen Mittelpunkt Oberkärntens und besaß große Ländereien zwischen Lieser und Turrach. Die Mönche betrieben Landwirtschaft, Fischerei, Brauerei und Weinbau; außerdem unterhielten sie eine Schreib- und Malschule. 1469 wurde das Kloster aufgehoben und der St.-Georgs-Ritterorden eingesetzt. Dieser baute die Anlage zur Festung aus und hinterließ Wehrmauern und Türme. 1598 übernahmen die Jesuiten das Kloster und richteten eine Residenz ein, deren Einkünfte auch der Universität Graz zugutekamen. Nach der Aufhebung des Ordens 1773 endete die klösterliche Herrschaft; Bibliothek und Archiv wurden nach Klagenfurt und Graz gebracht.
Quellen: Chronik von Millstatt – Marktgemeinde Millstatt am See · Stiftskirche Millstatt – Marktgemeinde Millstatt am See
Romanische Kirche mit gotischen Spuren
Der Bau der Stiftskirche begann um 1130 und wurde um 1170 mit dem doppeltürmigen Westwerk und der Vorhalle abgeschlossen. Das romanische Hauptportal zeigt Christus als Weltenherrscher, umgeben von Sonne, Mond und Sternen. Im 16. Jahrhundert wurden die Schiffe eingewölbt und romanische Apsiden durch gotische Chorabschlüsse ersetzt. Die Fresken des Malers Urban Görtschacher zeigen um 1518 das Weltgericht. Aus der Jesuitenzeit stammen Altäre, Kanzel und Gestühl. Die Annakapelle kam 1632 an das nördliche Seitenschiff; bis 1716 wurden dort die Reliquien des Domitian verehrt. Auch die Domitiankapelle südlich der Kirche wurde im 18. Jahrhundert barockisiert. Das Gewölbe zeigt spätgotische Netzrippen.
Quellen: Stiftskirche Millstatt – Marktgemeinde Millstatt am See
Vom Klosterort zum Kurort
Eine erste Kirche in Millstatt ist um 800 nachweisbar; karolingische Flechtwerksteine erinnern an diesen frühen Bau. Die erste altchristliche Kirche im heutigen Gemeindegebiet wurde in Laubendorf freigelegt und um 600 zerstört. Als Kurort wurde Millstatt 1921 anerkannt. Der Fremdenverkehr hatte bereits im späten 19. Jahrhundert eingesetzt: Als Auftakt der Sommerfrische führt die Millstätter Chronik 1869 einen ersten Gast an. Die Südbahnverbindung über Spittal wurde 1871 eröffnet; die Chronik datiert die endgültige Entdeckung Millstatts für den Fremdenverkehr auf 1873. Für die Anreise mit der Bahn ist der Bahnhof Spittal-Millstättersee der nächstgelegene Zugang zum See. Strandbad, Sprungturm und Tennisplätze entstanden in den 1920er Jahren. 1973 wurden Millstatt und Obermillstatt wieder zu einer Gemeinde vereinigt; dabei umfasste die neue Marktgemeinde 18 Ortschaften.
Quellen: Chronik von Millstatt – Marktgemeinde Millstatt am See · Millstatt am See – Wikipedia, feste Artikelversion · Stadtgemeinde Spittal an der Drau – Geschichte und Chronik
Ufer und Hochfläche
Die Uferorte Millstatt, Dellach, Pesenthein und Lechnerschaft liegen entlang der Millstätter Straße B 98 auf etwa 600 Metern Seehöhe. Der größere Teil der weiteren Siedlungen befindet sich rund 260 Meter höher auf der Hochebene des Millstätter Bergs am Fuß der Millstätter Alpe. Das Gemeindegebiet gliedert sich in vier Katastralgemeinden: Laubendorf, Matzelsdorf, Millstatt und Obermillstatt. Spuren einer jungsteinzeitlichen Siedlung fanden sich bei Lammersdorf und Sappl am Millstätter Berg; sie werden auf etwa 2000 vor Christus datiert. Römer besiedelten ebenfalls das Seeufer. Das 1981 gegründete Stiftsmuseum zeigt Kulturgüter aus der Orts- und Klostergeschichte. Zum Ensemble zählen der romanische Kreuzgang und die Stiftskirche.
Quellen: Millstatt am See – Wikipedia, feste Artikelversion · Museen – Marktgemeinde Millstatt am See · Museen – Marktgemeinde Millstatt am See
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Millstatt am See – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Chronik von Millstatt – Marktgemeinde Millstatt am See
- Stiftskirche Millstatt – Marktgemeinde Millstatt am See
- Museen – Marktgemeinde Millstatt am See
- Stadtgemeinde Spittal an der Drau – Geschichte und Chronik
Stand der Angaben: 08.10.2026
