MARKTGEMEINDE · BURGENLAND

Markt Allhau

Markt Allhau und Buchschachen im Stögersbachtal

GEMEINDEKENNZIFFER10912
Blick über Felder auf Markt Allhau
Blick über Felder auf Markt Allhau · Foto: Christian Pirkl · „Markt Allhau 294A1116 Burgenland“ · Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0 · Für regionalinfo.at verkleinert und als AVIF komprimiert; kein zusätzlicher Zuschnitt. Weitergabe unter derselben Bildlizenz.
Einwohner
2 054
01.01.2026
Fläche
32,31 km²
Bevölkerungsdichte
63,6
Einwohner je km²
PLZ des Gemeindeamtes
7411
Keine vollständige PLZ-Liste

Datenquelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026 · aufbereitet für regionalinfo.at.

MARKT ALLHAU KENNENLERNEN

Zwischen Lafnitz und Kirchengeschichte

Markt Allhau liegt im Stögersbachtal an der steirischen Grenze. Die Marktgemeinde umfasst 2.054 Einwohner (1. Jänner 2026) auf 32,31 Quadratkilometern.

Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026

Das Stögersbachtal und die zwei Ortsteile

Die Lafnitz markiert im Westen die Grenze zur Steiermark; der Fluss ist hier zugleich Landschaftsraum und historische Schwelle. Das Gemeindegebiet umfasst die Katastralgemeinden Allhau Markt und Buchschachen. Seit 1971 bilden die zuvor selbständigen Gemeinden eine politische Gemeinde; das Marktrecht wurde 1973 weiterverliehen. Die Namen erinnern an unterschiedliche Ortsgeschichten: Markt Allhau hieß unter der ungarischen Verwaltung seit 1898 amtlich Alhó, Buchschachen wird in den Ortsnamensformen unter anderem mit Őribükkösd verbunden. Die Verbindung zwischen beiden Orten zeigt sich auch in der kommunalen Infrastruktur: Kindergärten und Volksschulen gab es laut Gemeindebeschreibung jeweils in beiden Ortsteilen. Die Süd Autobahn quert das Gemeindegebiet, während der nächste Bahnhof im rund zehn Kilometer entfernten Hartberg liegt. So prägen Talraum, zwei Ortskerne und eine überregionale Straßenachse die heutige Lage.

Quellen: Markt Allhau – Wikipedia, feste Artikelversion · STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026

Ein evangelischer Mittelpunkt

Markt Allhau entwickelte sich zu einem wichtigen evangelischen Pfarrort. Nach dem Toleranzpatent beantragten 1782 Vertreter aus sechs Dörfern die Errichtung einer eigenen Pfarrgemeinde; nach einer zunächst ablehnenden Antwort reisten sie nach Pressburg, und im Juni 1783 wurde das Vorhaben bewilligt. Samuel Topler traf im September desselben Jahres als erster Pfarrer ein. Ein hölzernes Bethaus war bereits errichtet, der erste öffentliche Gottesdienst fand am 14. September statt. 1786 war das massive Gotteshaus fertig; gleichzeitig entstanden Pfarr- und Schulhaus. Die Gemeinde wuchs über Markt Allhau hinaus: Aus Wolfau kamen 82 Familien hinzu, und evangelische Kinder aus Filialgemeinden konnten die Schule besuchen. Ein Turm wurde 1832 beschlossen; 1844/45 erhielt die Kirche ein neues Ziegeldach. Das Pfarrzentrum von 1987 und ein neues Pfarrhaus von 2000 ergänzten später den historischen Komplex.

Quellen: Atlas Burgenland – Markt Allhau · Markt Allhau – Wikipedia, feste Artikelversion

Feuerwehr, Markt und Kriegsjahre

Die örtliche Feuerwehrgeschichte reicht vor die Gründung der heutigen Freiwilligen Feuerwehr zurück. 1868 entstand ein gegenseitiger Unterstützungsverein, dessen Mitglieder auch aus Buchschachen, Wolfau, Loipersdorf, Kemeten und Kitzladen kamen. 1897 wurde der Freiwillige Feuerwehrverein gegründet; 1908 erhielt er eine selbstsaugende Handdruckspritze. Eine Motorspritze folgte 1929, ein erstes Feuerwehrauto wurde 1940 angekauft, aber erst 1942 ausgeliefert. Die Nachkriegsjahre brachten den Wiederaufbau des Feuerwehrhauses, das 1955 geweiht wurde. Auch die Landschaft des Ortes war von Konflikten geprägt: 1921 scheiterte ein erster Einmarschversuch österreichischer Gendarmerie an bewaffnetem Widerstand. Im April 1945 erreichten sowjetische Truppen die Gegend; entlang der Lafnitz wurde gekämpft. Der Atlas Burgenland nennt fünf zivile Todesopfer und schwere Zerstörungen in Markt Allhau.

Quellen: Markt Allhau – Wikipedia, feste Artikelversion · Freiwillige Feuerwehr Markt Allhau – Chronik · Atlas Burgenland – Markt Allhau

Kirchen und Arbeit im Wandel

Zwei Konfessionen haben sichtbare Spuren im Ort hinterlassen. Die katholische Filialkirche ist der heiligen Lucia geweiht; das ältere Gebäude wurde 1956 abgetragen, nachdem es wiederholt unter Wasser gestanden hatte. Der Neubau im Ortszentrum wurde 1963 geweiht. Die evangelische Kirche prägt mit Pfarrzentrum und Gemeindehaus weiterhin das Ortsbild. Auch die wirtschaftliche Struktur wandelte sich: Zwischen 1999 und 2010 sank die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe von 138 auf 109, davon waren 2010 noch 29 Haupterwerbsbetriebe. Für das Jahr 2011 weist die überlieferte Statistik 37 Produktionsbetriebe und 110 Dienstleistungsbetriebe aus. Historisch spielte Weinbau neben Viehzucht und Handel eine Rolle; ein Lexikon von 1786 beschreibt zudem saisonale Arbeit in Weingärten anderer Städte.

Quellen: Atlas Burgenland – Markt Allhau · Markt Allhau – Wikipedia, feste Artikelversion

Quellen und Belege

Stand der Angaben: 08.10.2026

GEOGRAFIE

Markt Allhau auf der Karte

Gemeindegebiet · Stand 01.01.2026

Rot: aus amtlichen Gemeindegrenzen abgeleitet und für die Anzeige vereinfacht. Kartenhintergrund: basemap.at. Quellen und Methodik

GEMEINDE IN ZAHLEN

Einwohner im Zeitvergleich

StichtagEinwohner
31.10.2011 · Registerzählung1 855
31.10.2021 · Registerzählung1 898
01.01.2026 · Bevölkerungsstand2 054

Die Abstände zwischen den Stichtagen sind unterschiedlich. Quelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026.

Gebäude · 31.10.2021
857
NUTS-3-Region
Südburgenland (AT113)

VOR ORT ENTDECKEN

Besonderheiten & Ausflugsziele

ÜBER DIE GEMEINDEGRENZE HINAUS

Nachbargemeinden von Markt Allhau

Nachbarschaft aus gemeinsamen Grenzabschnitten der amtlichen Geometrien abgeleitet. Reine Berührungspunkte und ausländische Gemeinden sind nicht enthalten.