GEMEINDE · BURGENLAND

Loipersdorf-Kitzladen

Zwei Dörfer an der steirischen Grenze mit einer jüngeren Erinnerungsstätte.

GEMEINDEKENNZIFFER10910
Evangelisches Schul- und Bethaus in Loipersdorf, Gemeinde Loipersdorf-Kitzladen
Evangelisches Schul- und Bethaus in Loipersdorf, Gemeinde Loipersdorf-Kitzladen · Foto: Ueb-at · „Evang schul und bethaus loipersdorf im burgenland“ · Wikimedia Commons · CC BY-SA 3.0 · Für regionalinfo.at verkleinert und als AVIF komprimiert; kein zusätzlicher Zuschnitt. Weitergabe unter derselben Bildlizenz.
Einwohner
1 350
01.01.2026
Fläche
15,88 km²
Bevölkerungsdichte
85,0
Einwohner je km²
PLZ des Gemeindeamtes
7410
Keine vollständige PLZ-Liste

Datenquelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026 · aufbereitet für regionalinfo.at.

LOIPERSDORF-KITZLADEN KENNENLERNEN

Loipersdorf-Kitzladen: Stegersbach, Hospiz und Gedenken

Loipersdorf-Kitzladen liegt im Bezirk Oberwart im Tal des Stegersbachs an der Grenze zur Steiermark. Die Gemeinde zählt 1.350 Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und liegt auf einer Fläche von 15,88 Quadratkilometern. Ihre beiden Ortschaften heißen Kitzladen und Loipersdorf im Burgenland; beide sind zugleich Katastralgemeinden.

Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Loipersdorf-Kitzladen – Wikipedia, feste Artikelversion

Zwei Siedlungen im Tal

Kitzladen heißt ungarisch Kicléd, Loipersdorf Lipótfalva. Der Stegersbach verläuft durch das Tal, das an die Steiermark grenzt. Historische Daten zu landwirtschaftlichen Betrieben zeigen eine rückläufige Zahl zwischen 1999 und 2010: von 64 auf 47. Die Zahl der Haupterwerbsbetriebe fiel in demselben Zeitraum von 19 auf 14; 2010 bewirtschafteten diese rund zwei Drittel der Flächen. Die Süd Autobahn A2 verläuft durch das Gemeindegebiet. Kindergarten und Volksschule sind als Bildungseinrichtungen dokumentiert. Die Pfarrkirche Kitzladen wurde 1844 von der Familie Esterházy-Gleisbach gestiftet und errichtet; sie steht am Westhang oberhalb des Ortes. Sie ist spätklassizistisch gestaltet und besitzt ein dreijochiges, tonnengewölbtes Langhaus. Der westliche Fassadenturm trägt einen Zwiebelhelm mit Laterne. Eine Außenrestaurierung fand 1977 statt.

Quellen: Sterntalerhof – Hospiz für Kinder und Familien · Gedenkstätten in Loipersdorf und Kitzladen · Loipersdorf-Kitzladen – Wikipedia, feste Artikelversion · Loipersdorf-Kitzladen – Wikipedia, feste Artikelversion · Loipersdorf-Kitzladen – Wikipedia, feste Artikelversion · Loipersdorf-Kitzladen – Wikipedia, feste Artikelversion · Loipersdorf-Kitzladen – Wikipedia, feste Artikelversion

Vom Urkundennamen zur Landesgrenze

1334 übertrug eine Urkunde die Ansiedlung Kecel an den ungarischen Adeligen Paul Pousa Köveskuti. Für 1455 ist der deutsche Ortsname Kitzlärn belegt; 1532 erscheint er im Schlaininger Urbar. Bis 1920/21 gehörte das Gebiet wie das übrige Burgenland zu Ungarn und wurde als Deutsch-Westungarn bezeichnet. Ab 1898 mussten die Orte im Zuge der Magyarisierung ihre ungarischen Namen Lipótfalva und Kicléd amtlich verwenden. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde Westungarn Österreich zugesprochen; Loipersdorf-Kitzladen gehört seit 1921 zum Bundesland Burgenland. Am 1. Jänner 1971 wurden Kitzladen und Loipersdorf im Rahmen der Gemeindestrukturreform vereinigt.

Quellen: Sterntalerhof – Hospiz für Kinder und Familien · Gedenkstätten in Loipersdorf und Kitzladen · Loipersdorf-Kitzladen – Wikipedia, feste Artikelversion · Loipersdorf-Kitzladen – Wikipedia, feste Artikelversion · Loipersdorf-Kitzladen – Wikipedia, feste Artikelversion · Loipersdorf-Kitzladen – Wikipedia, feste Artikelversion

Der Sterntalerhof

Am Rand von Loipersdorf befindet sich der Sterntalerhof, ein Hospiz für Kinder und Familien. Das interdisziplinäre Team umfasst Therapie, Pädagogik, Psychologie, Sozialarbeit, Psychotherapie und Seelsorge. Zur Begleitung gehören tiergestützte Angebote mit speziell ausgebildeten Therapiepferden sowie Kunsttherapie. 1997 brachte die Erkrankung der elfjährigen Isabella die späteren Gründer zusammen. Der Verein besteht seit 1998 und begleitet Familien stationär, mobil und ambulant. Private Spenden tragen das Projekt. Auf dem Gelände entstanden unter anderem ein Familienhaus, eine Reithalle, eine überkonfessionelle Kapelle, ein Verwaltungsgebäude und zuletzt das Sternenhaus. Der Verein führt heute einen professionellen Betrieb mit 30 hauptamtlichen Mitarbeitenden.

Quellen: Sterntalerhof – Hospiz für Kinder und Familien · Sterntalerhof – Hospiz für Kinder und Familien

Erinnerungsorte auf zwei Friedhöfen

Am 6. April 2024 wurden auf den Friedhöfen in Loipersdorf und Kitzladen zwei Gedenkstätten für die während des Nationalsozialismus ermordeten Roma eröffnet. Vor 1938 lebten laut Landesinformation 115 Roma in Loipersdorf und 48 in Kitzladen. Die Menschen wurden zwischen 1939 und 1942 beziehungsweise 1943 in Konzentrationslager deportiert und kehrten nicht zurück. Die Metallsteher tragen verschieden große Öffnungen, die für die fehlenden Frauen, Männer und Kinder stehen. Die Eröffnung lag im Vorfeld des Internationalen Roma-Tages am 8. April; die Roma Volkshochschule Burgenland wirkte an der Gedenkstätte mit.

Quellen: Sterntalerhof – Hospiz für Kinder und Familien · Gedenkstätten in Loipersdorf und Kitzladen · Loipersdorf-Kitzladen – Wikipedia, feste Artikelversion · Loipersdorf-Kitzladen – Wikipedia, feste Artikelversion · Gedenkstätten in Loipersdorf und Kitzladen · Gedenkstätten in Loipersdorf und Kitzladen

Quellen und Belege

Stand der Angaben: 08.10.2026

GEOGRAFIE

Loipersdorf-Kitzladen auf der Karte

Gemeindegebiet · Stand 01.01.2026

Rot: aus amtlichen Gemeindegrenzen abgeleitet und für die Anzeige vereinfacht. Kartenhintergrund: basemap.at. Quellen und Methodik

GEMEINDE IN ZAHLEN

Einwohner im Zeitvergleich

StichtagEinwohner
31.10.2011 · Registerzählung1 284
31.10.2021 · Registerzählung1 350
01.01.2026 · Bevölkerungsstand1 350

Die Abstände zwischen den Stichtagen sind unterschiedlich. Quelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026.

Gebäude · 31.10.2021
528
NUTS-3-Region
Südburgenland (AT113)

ÜBER DIE GEMEINDEGRENZE HINAUS

Nachbargemeinden von Loipersdorf-Kitzladen

Nachbarschaft aus gemeinsamen Grenzabschnitten der amtlichen Geometrien abgeleitet. Reine Berührungspunkte und ausländische Gemeinden sind nicht enthalten.