MARKTGEMEINDE · BURGENLAND

Sankt Martin an der Raab

Sieben Ortschaften zwischen Raabtal, Neuhauser Hügelland und dem Künstlerdorf Neumarkt.

GEMEINDEKENNZIFFER10509
Oberdrosen in der Gemeinde Sankt Martin an der Raab
Oberdrosen in der Gemeinde Sankt Martin an der Raab · Foto: David Bauer · „Oberdrosen von Südwesten Panorama“ · Wikimedia Commons · CC BY-SA 3.0 · Für regionalinfo.at verkleinert und als AVIF komprimiert; kein zusätzlicher Zuschnitt. Weitergabe unter derselben Bildlizenz.
Einwohner
1 937
01.01.2026
Fläche
43,01 km²
Bevölkerungsdichte
45,0
Einwohner je km²
PLZ des Gemeindeamtes
8383
Keine vollständige PLZ-Liste

Datenquelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026 · aufbereitet für regionalinfo.at.

SANKT MARTIN AN DER RAAB KENNENLERNEN

Sankt Martin an der Raab: Römerspuren und Ateliers unter Strohdächern

Sankt Martin an der Raab verbindet die Ebene südlich der Raab mit dem anschließenden Hügelland. Die Marktgemeinde im Bezirk Jennersdorf zählt 1.937 Einwohner auf 43,01 Quadratkilometern, Stand 1. Jänner 2026. Ihr Gebiet reicht von Welten im Westen über mehrere Dörfer im Raabtal bis in die Hügel um Oberdrosen und Eisenberg. Römische Fundplätze, eine alte Pfarrkirche und das Künstlerdorf Neumarkt geben dieser weitläufigen Gemeinde sehr unterschiedliche kulturelle Mittelpunkte.

Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Sankt Martin an der Raab – Wikipedia, feste Artikelversion · Land Burgenland – Römermuseum Sankt Martin an der Raab · Bundesdenkmalamt – Denkmal heute 2/2020, Ein Herbsttag im Künstlerdorf, S. 30–35

Vom Tal in die Riedel

Welten, Gritsch, Doiber, Sankt Martin und Neumarkt folgen von Westen nach Osten dem Talraum. Eisenberg an der Raab und Oberdrosen ergänzen die Gemeinde im südlich anschließenden Bergland. Die langgezogenen Rücken des Neuhauser Hügellands werden als Riedel bezeichnet; zwischen ihnen liegen kleinere Täler, darunter jenes des Drosenbachs. Das erklärt die räumliche Vielfalt besser als ein Blick allein auf den Hauptort. Zur Gemeinde gehören sieben Ortschaften, aber sechs Katastralgemeinden: Eisenberg zählt zur Katastralgemeinde Neumarkt. Die Nähe zur Steiermark sowie zu Ungarn und Slowenien bestimmt die Lage dieser Gemeinde im südlichen Burgenland.

Quellen: Sankt Martin an der Raab – Wikipedia, feste Artikelversion

Unter den Feldern ein Gutshof

Am Hauptplatz macht das Römermuseum eine weit ältere Siedlungslandschaft sichtbar. Luftaufnahmen und geophysikalische Untersuchungen führten zu den Resten einer römischen Villa mit Wohnhaus und Wirtschaftsgebäuden. Erste Grabungen folgten 1997. Auch eine Folge von Grabhügeln und Grabbauten ließ sich auf einer Terrasse nachweisen. In den Jahren 1997 und 1998 untersuchte man zwei Grabbezirke; Architekturteile erlaubten die zeichnerische Rekonstruktion eines Grabbaus. Die Ausstellung verbindet solche Fragmente mit dem Versuch, ihre frühere Gestalt zu verstehen. Damit erzählen die Funde sowohl vom Wohnen und Wirtschaften als auch vom Umgang mit den Verstorbenen.

Quellen: Land Burgenland – Römermuseum Sankt Martin an der Raab

Die Martinskirche auf der Anhöhe

Die Pfarrkirche zum heiligen Martin steht erhöht beim Marktort, im Kirchweiler Kirchengreut. Ihre Zuordnung ist eine örtliche Besonderheit: Der Kirchenbereich gehört zur Ortschaft Eisenberg und zur Katastralgemeinde Neumarkt. Der barocke Bau entstand 1746 anstelle eines älteren Gotteshauses. Im Zweiten Weltkrieg wurde er schwer beschädigt und anschließend wiederhergestellt. Die Pfarre besitzt wesentlich ältere Wurzeln; die Diözese nennt ihre Entstehung im 13. oder 14. Jahrhundert. Mehrere spätere Renovierungen zeigen, wie viele Generationen an diesem Gebäude weiterarbeiteten. Der vertraute Name Sankt Martin umfasst hier also auch eine Geschichte jenseits der heutigen Ortsteilgrenzen.

Quellen: Sankt Martin an der Raab – Wikipedia, feste Artikelversion · Diözese Eisenstadt – Pfarre St. Martin an der Raab · Pfarrkirche St. Martin an der Raab – Wikipedia, ergänzende Ortszuordnung

Ein gerettetes Haus wird Arbeitsort

In Neumarkt begann die Geschichte des Künstlerdorfs mit dem Daxhaus. Der strohgedeckte Streckhof mit Lehmwänden und Rauchküche wurde 1964 vor dem Abbruch bewahrt. Feri Zotter und Alfred Schmeller gehörten zu den treibenden Kräften der Initiative; 1968 öffnete das Haus als Atelier. Peter Handke wohnte dort und entwickelte seine Erzählung „Die Angst des Tormanns beim Elfmeter“. Zum Ensemble gehören außerdem Bauernhäuser, Dorfgalerie, Ölmühle und Kreuzstadel. Die Verbindung von bäuerlichen Bauten und künstlerischer Arbeit ist sein besonderes Thema: Räume, die einst einem landwirtschaftlichen Haushalt dienten, erhielten durch ihre neuen Bewohner eine andere Zukunft.

Quellen: Bundesdenkmalamt – Denkmal heute 2/2020, Ein Herbsttag im Künstlerdorf, S. 30–35

Quellen und Belege

Stand der Angaben: 08.10.2026

GEOGRAFIE

Sankt Martin an der Raab auf der Karte

Gemeindegebiet · Stand 01.01.2026

Rot: aus amtlichen Gemeindegrenzen abgeleitet und für die Anzeige vereinfacht. Kartenhintergrund: basemap.at. Quellen und Methodik

GEMEINDE IN ZAHLEN

Einwohner im Zeitvergleich

StichtagEinwohner
31.10.2011 · Registerzählung2 065
31.10.2021 · Registerzählung1 963
01.01.2026 · Bevölkerungsstand1 937

Die Abstände zwischen den Stichtagen sind unterschiedlich. Quelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026.

Gebäude · 31.10.2021
959
NUTS-3-Region
Südburgenland (AT113)

VOR ORT ENTDECKEN

Besonderheiten & Ausflugsziele

ÜBER DIE GEMEINDEGRENZE HINAUS

Nachbargemeinden von Sankt Martin an der Raab

Nachbarschaft aus gemeinsamen Grenzabschnitten der amtlichen Geometrien abgeleitet. Reine Berührungspunkte und ausländische Gemeinden sind nicht enthalten.