GEMEINDE · BURGENLAND

Weichselbaum

Vier Ortschaften, eine Wallfahrtskirche und die Spuren einer grenzüberschreitenden Geschichte.

GEMEINDEKENNZIFFER10510
Winterlicher Blick auf Maria Bild in der Gemeinde Weichselbaum
Winterlicher Blick auf Maria Bild in der Gemeinde Weichselbaum · Foto: David Bauer · „Maria Bild von Westen Panorama“ · Wikimedia Commons · CC BY-SA 3.0 · Für regionalinfo.at verkleinert und als AVIF komprimiert; kein zusätzlicher Zuschnitt. Weitergabe unter derselben Bildlizenz.
Einwohner
720
01.01.2026
Fläche
12,17 km²
Bevölkerungsdichte
59,1
Einwohner je km²
PLZ des Gemeindeamtes
8382
Keine vollständige PLZ-Liste

Datenquelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026 · aufbereitet für regionalinfo.at.

WEICHSELBAUM KENNENLERNEN

Weichselbaum: Ein Marienbild über dem Raabtal

Weichselbaum liegt im südlichen Burgenland zwischen dem Raabtal und den Hügeln in Richtung Lafnitztal. Zur Gemeinde im Bezirk Jennersdorf gehören Weichselbaum, Maria Bild, Krobotek und Rosendorf. Auf 12,17 Quadratkilometern lebten am 1. Jänner 2026 insgesamt 720 Menschen. Ihr weithin bekanntes Bauwerk steht in Maria Bild: Die Wallfahrtskirche auf einer bewaldeten Anhöhe verknüpft die örtliche Landschaft mit einer Marienlegende und mit der Geschichte des Klosters St. Gotthard.

Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Weichselbaum (Burgenland) – Wikipedia, feste Artikelversion · Gemeinde Weichselbaum | Gemeinde Weichselbaum · Diözese Eisenstadt – Wallfahrtskirche Maria Bild

Vier Orte zwischen Wald und Feldern

Vom Tal der Raab steigt das Gelände in eine kleinräumige Hügellandschaft an. Landwirtschaftliche Flächen nehmen mehr als die Hälfte des Gemeindegebiets ein, Wald bedeckt über ein Drittel. Neben den vier Ortschaften stehen Namen wie Daxenberg, Satzenberg, Oberbergen oder Unterbergen für weitere Siedlungslagen. Maria Bild bildet mit seiner Kirche einen eigenen Bezugspunkt über dem Tal. Die Landschaft ist zugleich Teil des Naturparks Raab–Örség–Goričko, der die österreichische Region mit Nachbargebieten verbindet. Felder, bewaldete Höhen und verstreute Wohnplätze gehören hier zusammen; der namensgebende Ort Weichselbaum ist nur ein Teil dieses Gefüges.

Quellen: Weichselbaum (Burgenland) – Wikipedia, feste Artikelversion · Gemeinde Weichselbaum | Gemeinde Weichselbaum

Wie aus einem Bild ein Wallfahrtsort wurde

Das Gnadenbild geht auf die Madonna von Máriapócs in Ostungarn zurück. Nach der örtlichen Überlieferung hing eine Kopie seit 1749 an einem Baum. Die Legende erzählt, das Bild sei wiederholt ins Tal getragen worden und jedes Mal an seinen früheren Platz zurückgekehrt. Diese Erzählung erklärt die Wahl des Kirchenstandorts aus dem Glauben der damaligen Menschen. Zunächst entstand eine Kapelle; 1787 wurde Maria Bild zur selbstständigen Pfarre. Die Weihe der heutigen Kirche folgte 1793. Ihr Patrozinium Mariä Heimsuchung wird am 2. Juli gefeiert und verbindet den Ortsnamen bis heute mit der Wallfahrt.

Quellen: Diözese Eisenstadt – Wallfahrtskirche Maria Bild · Burgenland Tourismus – Wallfahrtskirche Maria Heimsuchung

Ein Kirchenraum aus mehreren Zeiten

Der Bau ist eine einschiffige Saalkirche mit halbrundem Abschluss. An der Südseite steht der Fassadenturm mit seinem spitzen Helm. Innen gliedern Gewölbe und Wandvorlagen den Raum; die Empore wird von Pfeilern getragen. Der Hochaltar wurde 1958 aus älteren Teilen des 18. und 19. Jahrhunderts zusammengestellt, während die Kanzel ins späte 18. Jahrhundert zurückreicht. Dazu kommen neuere Elemente wie Volksaltar und Ambo aus Kunstharz. Der Innenraum zeigt deshalb verschiedene Epochen der Ausstattung nebeneinander. Das verehrte Bild bleibt der Mittelpunkt, um den sich Architektur und spätere Erneuerungen ordnen.

Quellen: Diözese Eisenstadt – Wallfahrtskirche Maria Bild · Burgenland Tourismus – Wallfahrtskirche Maria Heimsuchung

Weinbau und Arbeit jenseits der späteren Grenze

Lange bestanden enge wirtschaftliche Beziehungen zur Abtei St. Gotthard. Mit der Bauernbefreiung von 1848 endete deren jahrhundertelange Grundherrschaft. Einen weiteren Einschnitt brachte die Reblaus gegen Ende des 19. Jahrhunderts: Die Gemeindechronik berichtet von zerstörten Weingärten, ihrer teilweisen Umwandlung in Ackerland und anschließender Abwanderung. Als das Gebiet 1921 zu Österreich kam, blieb St. Gotthard bei Ungarn. Arbeitsplätze im benachbarten Ort waren damit schwerer erreichbar beziehungsweise gingen verloren. Die Geschichte Weichselbaums lässt sich daher auch als Geschichte von Verbindungen lesen, die politische Grenzen und wirtschaftliche Krisen über mehrere Generationen hinweg veränderten.

Quellen: Geschichte | Gemeinde Weichselbaum

Quellen und Belege

Stand der Angaben: 08.10.2026

GEOGRAFIE

Weichselbaum auf der Karte

Gemeindegebiet · Stand 01.01.2026

Rot: aus amtlichen Gemeindegrenzen abgeleitet und für die Anzeige vereinfacht. Kartenhintergrund: basemap.at. Quellen und Methodik

GEMEINDE IN ZAHLEN

Einwohner im Zeitvergleich

StichtagEinwohner
31.10.2011 · Registerzählung724
31.10.2021 · Registerzählung698
01.01.2026 · Bevölkerungsstand720

Die Abstände zwischen den Stichtagen sind unterschiedlich. Quelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026.

Gebäude · 31.10.2021
397
NUTS-3-Region
Südburgenland (AT113)

VOR ORT ENTDECKEN

Besonderheiten & Ausflugsziele

ÜBER DIE GEMEINDEGRENZE HINAUS

Nachbargemeinden von Weichselbaum

Nachbarschaft aus gemeinsamen Grenzabschnitten der amtlichen Geometrien abgeleitet. Reine Berührungspunkte und ausländische Gemeinden sind nicht enthalten.