MARKTGEMEINDE · BURGENLAND

Heiligenkreuz im Lafnitztal

Zwischen Lafnitztal, Poppendorf und Ungarn verbindet der Markt alte Verkehrswege mit sichtbarem Wiederaufbau.

GEMEINDEKENNZIFFER10503
Pfarrkirche in Heiligenkreuz im Lafnitztal
Pfarrkirche in Heiligenkreuz im Lafnitztal · Foto: Ueb-at · „Kirche Heiligenkreuz im Lafnitztal“ · Wikimedia Commons · CC BY-SA 3.0 · Für regionalinfo.at verkleinert und als AVIF komprimiert; kein zusätzlicher Zuschnitt. Weitergabe unter derselben Bildlizenz.
Einwohner
1 247
01.01.2026
Fläche
23,78 km²
Bevölkerungsdichte
52,4
Einwohner je km²
PLZ des Gemeindeamtes
7561
Keine vollständige PLZ-Liste

Datenquelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026 · aufbereitet für regionalinfo.at.

HEILIGENKREUZ IM LAFNITZTAL KENNENLERNEN

Heiligenkreuz im Lafnitztal: Grenzgeschichte und ein Haus für die Gemeinde

Heiligenkreuz im Lafnitztal liegt an der Grenze zu Ungarn, nahe Szentgotthárd. Das Gemeindegebiet verbindet den Hauptort mit Poppendorf im Burgenland und reicht vom Tal in die umliegenden Hügel. Am 1. Jänner 2026 lebten hier 1.247 Menschen auf 23,78 Quadratkilometern. Landwirtschaft und Wald nehmen große Teile der Fläche ein. Zugleich ist die Grenzlage ein durchgehendes Thema der Ortsgeschichte: Wege, Zoll und Post verbanden Heiligenkreuz mit seiner Umgebung, politische Umbrüche veränderten diese Verbindungen immer wieder.

Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Heiligenkreuz im Lafnitztal – Wikipedia, feste Artikelversion · Kultur & Geschichte | Marktgemeinde HEILIGENKREUZ im Lafnitztal

Ein Übergang mit wechselnder Bedeutung

Als Kereszthur erscheint der Ort 1428 in einer Schenkungsurkunde König Sigismunds. Die Gemeindechronik hebt dabei seine Bedeutung als Zollort hervor. Später machte eine bereits um die Mitte des 18. Jahrhunderts eingerichtete Poststation Heiligenkreuz zu einem regionalen Verkehrspunkt. Besonders konfliktreich verlief der Übergang zu Österreich 1921: Nach dem Einmarsch österreichischer Beamter Ende August besetzten ungarische Freischärler den Ort. Erst Ende November war die Übernahme abgeschlossen. Die heutige Verbindung über den Grenzübergang Heiligenkreuz–Rábafüzes führt damit durch einen Raum, dessen Alltag lange von staatlichen Zugehörigkeiten und den Möglichkeiten des Grenzverkehrs bestimmt wurde.

Quellen: Kultur & Geschichte | Marktgemeinde HEILIGENKREUZ im Lafnitztal · Heiligenkreuz im Lafnitztal – Wikipedia, feste Artikelversion

Kirchenbau und Orgel aus verschiedenen Zeiten

Die katholische Pfarrkirche ist der Kreuzauffindung geweiht. Ihre Pfarre hat mittelalterliche Wurzeln, während der heutige Kirchenbau um 1800 entstand und 1927 erweitert wurde. Im Inneren gehört die Orgel zu einer späteren Ausstattungsschicht. Die Firma Rieger baute das Instrument 1910; es besitzt neun Register und ein Manual. Auf der Musikempore steht damit ein eigenständiges Zeugnis des frühen 20. Jahrhunderts neben der älteren Bausubstanz. Die verschiedenen Jahreszahlen machen deutlich, wie sich das Gotteshaus über Generationen veränderte. Seine Geschichte besteht aus Bau, Erweiterung und musikalischer Ausstattung, die jeweils eigenen Bedürfnissen ihrer Zeit folgten.

Quellen: Diözese Eisenstadt – Pfarre Heiligenkreuz im Lafnitztal · Diözese Eisenstadt – Orgel der Pfarrkirche zur Kreuzauffindung

Vom Festungswirt zum gemeinsamen Mittelpunkt

Das ehemalige Gasthaus Zum Festungswirt wurde zu einem Gemeindezentrum umgebaut und am 7. September 2003 eingeweiht. Der Name des Hauses erinnert an die Auseinandersetzungen um die Zugehörigkeit des Burgenlandes zu Österreich. Auch die Kämpfe des Zweiten Weltkriegs beschädigten das Gebäude schwer. Später entschied sich die Gemeinde für den Erwerb und die Sanierung des alten Gasthauses. In das Umbaukonzept kamen Amtsräume, Wohnungen und gewerblich nutzbare Flächen; auch eine Bibliothek wurde integriert. So blieb ein Gebäude mit wechselnder Nutzung im Ortszentrum erhalten. Die Umgestaltung zeigt eine konkrete Form des Weiterbauens: Ein früherer Treffpunkt erhielt neue Aufgaben für das gemeinsame Leben.

Quellen: Geschichte des Gemeindehauses | Marktgemeinde HEILIGENKREUZ im Lafnitztal

Ein zweiter Ortsteil mit eigenem Kirchenbau

Poppendorf und Heiligenkreuz wurden im Jänner 1971 zu einer Gemeinde vereinigt. Im selben Jahr erhielt die gemeinsame Gemeinde die Bezeichnung Marktgemeinde. Poppendorf bleibt dennoch als eigener Ort mit seinen Poppendorfer Bergen erkennbar. Seine katholische Filialkirche Maria Schnee entstand 1910 und gehört zur Pfarre Heiligenkreuz. Sie ergänzt die ältere Pfarrkirche im Hauptort, ohne deren Geschichte zu wiederholen. Zur räumlichen Vielfalt gehören außerdem die Heiligenkreuzer Berge, Neuheiligenkreuz und der Schmalzgraben. Diese Namen verdeutlichen, dass sich die Gemeinde über die beiden Dorfbereiche hinaus erstreckt: Talorte und kleinere Siedlungslagen in den Hügeln gehören hier zusammen.

Quellen: Kultur & Geschichte | Marktgemeinde HEILIGENKREUZ im Lafnitztal · Diözese Eisenstadt – Pfarre Heiligenkreuz im Lafnitztal · Heiligenkreuz im Lafnitztal – Wikipedia, feste Artikelversion

Quellen und Belege

Stand der Angaben: 08.10.2026

GEOGRAFIE

Heiligenkreuz im Lafnitztal auf der Karte

Gemeindegebiet · Stand 01.01.2026

Rot: aus amtlichen Gemeindegrenzen abgeleitet und für die Anzeige vereinfacht. Kartenhintergrund: basemap.at. Quellen und Methodik

GEMEINDE IN ZAHLEN

Einwohner im Zeitvergleich

StichtagEinwohner
31.10.2011 · Registerzählung1 284
31.10.2021 · Registerzählung1 260
01.01.2026 · Bevölkerungsstand1 247

Die Abstände zwischen den Stichtagen sind unterschiedlich. Quelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026.

Gebäude · 31.10.2021
624
NUTS-3-Region
Südburgenland (AT113)

VOR ORT ENTDECKEN

Besonderheiten & Ausflugsziele

ÜBER DIE GEMEINDEGRENZE HINAUS

Nachbargemeinden von Heiligenkreuz im Lafnitztal

Nachbarschaft aus gemeinsamen Grenzabschnitten der amtlichen Geometrien abgeleitet. Reine Berührungspunkte und ausländische Gemeinden sind nicht enthalten.