HEILIGENKREUZ IM LAFNITZTAL KENNENLERNEN
Heiligenkreuz im Lafnitztal: Grenzgeschichte und ein Haus für die Gemeinde
Heiligenkreuz im Lafnitztal liegt an der Grenze zu Ungarn, nahe Szentgotthárd. Das Gemeindegebiet verbindet den Hauptort mit Poppendorf im Burgenland und reicht vom Tal in die umliegenden Hügel. Am 1. Jänner 2026 lebten hier 1.247 Menschen auf 23,78 Quadratkilometern. Landwirtschaft und Wald nehmen große Teile der Fläche ein. Zugleich ist die Grenzlage ein durchgehendes Thema der Ortsgeschichte: Wege, Zoll und Post verbanden Heiligenkreuz mit seiner Umgebung, politische Umbrüche veränderten diese Verbindungen immer wieder.
Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Heiligenkreuz im Lafnitztal – Wikipedia, feste Artikelversion · Kultur & Geschichte | Marktgemeinde HEILIGENKREUZ im Lafnitztal
Ein Übergang mit wechselnder Bedeutung
Als Kereszthur erscheint der Ort 1428 in einer Schenkungsurkunde König Sigismunds. Die Gemeindechronik hebt dabei seine Bedeutung als Zollort hervor. Später machte eine bereits um die Mitte des 18. Jahrhunderts eingerichtete Poststation Heiligenkreuz zu einem regionalen Verkehrspunkt. Besonders konfliktreich verlief der Übergang zu Österreich 1921: Nach dem Einmarsch österreichischer Beamter Ende August besetzten ungarische Freischärler den Ort. Erst Ende November war die Übernahme abgeschlossen. Die heutige Verbindung über den Grenzübergang Heiligenkreuz–Rábafüzes führt damit durch einen Raum, dessen Alltag lange von staatlichen Zugehörigkeiten und den Möglichkeiten des Grenzverkehrs bestimmt wurde.
Quellen: Kultur & Geschichte | Marktgemeinde HEILIGENKREUZ im Lafnitztal · Heiligenkreuz im Lafnitztal – Wikipedia, feste Artikelversion
Kirchenbau und Orgel aus verschiedenen Zeiten
Die katholische Pfarrkirche ist der Kreuzauffindung geweiht. Ihre Pfarre hat mittelalterliche Wurzeln, während der heutige Kirchenbau um 1800 entstand und 1927 erweitert wurde. Im Inneren gehört die Orgel zu einer späteren Ausstattungsschicht. Die Firma Rieger baute das Instrument 1910; es besitzt neun Register und ein Manual. Auf der Musikempore steht damit ein eigenständiges Zeugnis des frühen 20. Jahrhunderts neben der älteren Bausubstanz. Die verschiedenen Jahreszahlen machen deutlich, wie sich das Gotteshaus über Generationen veränderte. Seine Geschichte besteht aus Bau, Erweiterung und musikalischer Ausstattung, die jeweils eigenen Bedürfnissen ihrer Zeit folgten.
Quellen: Diözese Eisenstadt – Pfarre Heiligenkreuz im Lafnitztal · Diözese Eisenstadt – Orgel der Pfarrkirche zur Kreuzauffindung
Vom Festungswirt zum gemeinsamen Mittelpunkt
Das ehemalige Gasthaus Zum Festungswirt wurde zu einem Gemeindezentrum umgebaut und am 7. September 2003 eingeweiht. Der Name des Hauses erinnert an die Auseinandersetzungen um die Zugehörigkeit des Burgenlandes zu Österreich. Auch die Kämpfe des Zweiten Weltkriegs beschädigten das Gebäude schwer. Später entschied sich die Gemeinde für den Erwerb und die Sanierung des alten Gasthauses. In das Umbaukonzept kamen Amtsräume, Wohnungen und gewerblich nutzbare Flächen; auch eine Bibliothek wurde integriert. So blieb ein Gebäude mit wechselnder Nutzung im Ortszentrum erhalten. Die Umgestaltung zeigt eine konkrete Form des Weiterbauens: Ein früherer Treffpunkt erhielt neue Aufgaben für das gemeinsame Leben.
Quellen: Geschichte des Gemeindehauses | Marktgemeinde HEILIGENKREUZ im Lafnitztal
Ein zweiter Ortsteil mit eigenem Kirchenbau
Poppendorf und Heiligenkreuz wurden im Jänner 1971 zu einer Gemeinde vereinigt. Im selben Jahr erhielt die gemeinsame Gemeinde die Bezeichnung Marktgemeinde. Poppendorf bleibt dennoch als eigener Ort mit seinen Poppendorfer Bergen erkennbar. Seine katholische Filialkirche Maria Schnee entstand 1910 und gehört zur Pfarre Heiligenkreuz. Sie ergänzt die ältere Pfarrkirche im Hauptort, ohne deren Geschichte zu wiederholen. Zur räumlichen Vielfalt gehören außerdem die Heiligenkreuzer Berge, Neuheiligenkreuz und der Schmalzgraben. Diese Namen verdeutlichen, dass sich die Gemeinde über die beiden Dorfbereiche hinaus erstreckt: Talorte und kleinere Siedlungslagen in den Hügeln gehören hier zusammen.
Quellen: Kultur & Geschichte | Marktgemeinde HEILIGENKREUZ im Lafnitztal · Diözese Eisenstadt – Pfarre Heiligenkreuz im Lafnitztal · Heiligenkreuz im Lafnitztal – Wikipedia, feste Artikelversion
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Heiligenkreuz im Lafnitztal – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Kultur & Geschichte | Marktgemeinde HEILIGENKREUZ im Lafnitztal
- Geschichte des Gemeindehauses | Marktgemeinde HEILIGENKREUZ im Lafnitztal
- Diözese Eisenstadt – Pfarre Heiligenkreuz im Lafnitztal
- Diözese Eisenstadt – Orgel der Pfarrkirche zur Kreuzauffindung
Stand der Angaben: 08.10.2026
