GARSTEN KENNENLERNEN
Garsten: Marktgemeinde zwischen Stift und Dambachtal
Garsten verbindet einen historischen Ortskern mit Tälern und bewaldeten Höhen. Das ehemalige Benediktinerstift ist der markante Mittelpunkt des Marktes; südöstlich öffnet sich das Dambachtal zur Enns. Die Marktgemeinde im Bezirk Steyr-Land hat 6.629 Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und umfasst 53,21 Quadratkilometer.
Klosterort und Pfarrkirche
Um 1082 ließ Otakar I. von Steyr ein Chorherrenstift errichten; sein Sohn wandelte es 1108 in ein Benediktinerstift um. Nach dem barocken Neubau von Kirche und Kloster wurde das Stift 1787 aufgehoben. Im Klostergebäude befindet sich seit 1850 eine Justizanstalt. Die ehemalige Stiftskirche wurde zur Pfarrkirche Maria Himmelfahrt. Ihr Neubau begann 1677 und war 1685 im Wesentlichen fertig; die beiden Türme erreichen 72 Meter. Das Hochaltarbild malte Frans de Neve 1683.
Arbeit und Handwerk im Ort
Die Statistik Austria verzeichnete 2024 in Garsten 445 Arbeitsstätten mit 1.673 Beschäftigungsverhältnissen am Arbeitsort. Das sind Stellenverhältnisse und keine Zahl der in Garsten wohnenden Erwerbstätigen. Zugleich pendeln 79,9 Prozent der Erwerbstätigen mit Wohnsitz in der Gemeinde aus. Ein anschauliches lokales Gewerbe ist die Stiftsbäckerei Nagl am Platzl: Sie stellt Brot und Gebäck her und betreibt dort ein Geschäft mit Café. Das Bauernbrot besteht aus Roggenmehl, Natursauerteig, Wasser, Salz und Gewürzen; das Mehl bezieht die Bäckerei von der Firma Auer aus Dambach. So reicht die Garstner Produktionskette von Dambach bis zum Verkauf im Ortszentrum.
Ortskern, Bahn und Wege
Die Nähe zur Stadt Steyr und die weit auseinanderliegenden Ortsteile prägen Garsten. Der Bahnhof liegt an der Rudolfsbahn. Die frühere Steyrtalbahn nahm hier ihren Ausgang; heute fahren Museumszüge auf einem verkürzten Abschnitt von Steyr Lokalbahn bis Grünburg. Zu Fuß beginnt das kommunal beschilderte Wegenetz am Beserlpark neben dem Bahnviadukt. Eine Übersicht am Startpunkt zeigt Höhenprofile und Wegbeschreibungen, etwa zum Wallfahrtsweg Christkindl und zur Gorferrunde.
Das Tal und sein altes Handwerk
Das rund 5,5 Kilometer lange Dambachtal liegt südöstlich des Marktes in der Katastralgemeinde Unterdambach. Es ist hufeisenförmig von Damberg, Schwarzberg, Blabergkogel, Sonnberg, Sturzberg und Buchberg umgeben; westlich öffnet es sich zur Enns. Früher wurden Wasserläufe für Mühlen, Sägen und Zainhämmer genutzt. Um 1850 arbeiteten in Dambach laut Gemeinde etwa 32 Nagelschmieden, deren Schuh- und Gebrauchsnägel über Händler bis nach Ungarn gelangten. Das Gewerbe endete mit der industriellen Nagelproduktion. Eine wiedererrichtete Schmiede erinnert daran; dort wird das Handwerk bei Vorführungen gezeigt.
Baden und Rundwege
Für warme Monate ist das Familienbad an der Marian-Rittinger-Straße ein konkretes Ziel. Die Gemeinde nennt ein Sportbecken mit Sprungturm, Kinder- und Schülerbecken, ein Babybecken mit Sonnensegel sowie große Liegeflächen. Rutsche, Minigolf und Beachvolleyball ergänzen das Angebot; bei Schönwetter ist das Bad von Mai bis September geöffnet. Unter den kommunal beschriebenen Wegen ist die Ennsmeile auch mit dem Rad nutzbar. Der Rundweg der Artenvielfalt und die Boigerrunde sind ebenfalls für Rad und Fuß ausgewiesen; zum Kirchholz und zur Seywalter Kapelle führt die Gemeinde dagegen nur Fußwege an.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeergebnisse 2024 (ODS)
- Bäckerei Nagl – Produkte
- Freibad Garsten
- Benediktinerstift und Pfarrkirche Garsten
- Wanderwege – Garsten bewegt
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Garsten – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Das Dambachtal – Marktgemeinde Garsten
- Pfarrkirche Garsten – Diözese Linz
- Pfarrgemeindeamt Garsten – Gottesdienste
Stand der Angaben: 12.10.2026
