UNTERPERFUSS KENNENLERNEN
Unterperfuss: kleine Gemeinde an Inn und Melach
Unterperfuss liegt im Inntal zwischen Inn und Melach, rund 15 Kilometer westlich von Innsbruck. Die Gemeinde ist 2,24 Quadratkilometer groß und zählte am 1. Jänner 2026 248 Einwohnerinnen und Einwohner.
Wiesenland am Fluss
Unterperfuss liegt zwischen den von Inn und Melach geprägten Talflächen; rund um die kleine Siedlung erstrecken sich Wiesen und Äcker. Historisch nutzte die Dorfgemeinschaft Waldstücke für Schutzbauten an beiden Gewässern. Das Gemeindewappen erinnert mit einer blauen Woge an den Inn, während sein rotes Wasserrad ein Zeichen der Kirchenpatronin Katharina ist. Die Siedlung liegt auf rund 596 Metern Seehöhe. Nördlich verläuft der Inn, an der Ostseite mündet die aus dem Sellraintal kommende Melach. Gegenüber am anderen Innufer liegt Zirl; die Talwege verbinden Unterperfuss mit seinen Nachbargemeinden. Im Dorf selbst bestehen mehrere Reitsporteinrichtungen, die nach Angaben der Gemeinde auch größere Veranstaltungen ausrichten. Für den Alltag zeigt sich die enge Verbindung zu Kematen: Dort liegen die auf der Gemeindeseite ausgewiesene Volksschule, Kindergarten, Kinderkrippe und Kinderhort. Das Seniorenheim Teresa befindet sich dagegen in Unterperfuss selbst, ebenso Bauhof und Feuerwehr.
Landwirtschaft und Dienste im kleinen Maßstab
Die Arbeitsstättenzählung 2024 erfasste in Unterperfuss 24 Arbeitsstätten; zwei Drittel davon gehörten zum Dienstleistungssektor. Zugleich pendelten 77,7 Prozent der aktiv Erwerbstätigen mit Wohnort Unterperfuss zur Arbeit aus. Neben den kleinen Diensten gibt es vor Ort handfeste Produktion: Die Innsbrucker Kies- und Splittwerke betreiben an der Ranggener Landesstraße ein Werk für Kies, Sand und weitere Gesteinskörnungen. Ihre Postanschrift liegt dagegen in Zirl. Die Gemeinde verzeichnet zudem die Branger Alm als Gastronomiebetrieb und einen Kosmetiksalon im Dorf. So stehen industrielle Rohstoffverarbeitung und örtliche Dienstleistungen neben dem regionalen Arbeitsmarkt.
Vom Viertel zur eigenen Gemeinde
Das Inntaler Steuerbuch von 1312 nennt im Zusammenhang mit Oberperfuss einen Bewohner von „Nidern Peruens“. Unterperfuss blieb lange verwaltungsmäßig mit Oberperfuss verbunden. Um 1780 wurde es als eigene Steuergemeinde geführt; damals gab es bei elf Häusern zehn Höfe, zwei Mühlen und eine Säge. Noch um 1840 zählte die Siedlung laut historischer Landesbeschreibung zur politischen Gemeinde Oberperfuss. Die Verselbständigung dürfte um 1850 erfolgt sein. Kirchlich blieb Unterperfuss Kematen zugeordnet. Die Filialkirche zur heiligen Katharina wurde 1648 als Kapelle geweiht und 1761 spätbarock neu errichtet. An dieser Kirche lassen sich die langen Verbindungen zum Nachbarort und die eigene Geschichte des Dorfes zugleich ablesen.
Radweg, Jakobsweg und Dorfkirche
Der Jakobsweg folgt bei Unterperfuss der alten Salzstraße im Inntal. Unterwegs nennt die Gemeindechronik eine Sonnenuhr und eine mittelalterliche Zisterne; der Inntalradweg bietet eine weitere Verbindung zu den Nachbarorten. Auch die Filialkirche ist ein Ziel für einen Halt im Dorf: Den Entwurf ihres Neubaus schreibt die Chronik Johann Umhauser zu. Das nahe Rangger Köpfl mit Bergbahn und Winterangeboten liegt hingegen in Oberperfuss und gehört nicht zum Unterperfusser Gemeindegebiet.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Unterperfuss – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Unterperfuss Gemeinde - Startseite - Leben in Unterperfuss - Gemeindechronik
- Statistik Austria – Arbeitsstättenzählung 2024, Gemeindetabelle
- Gemeinde Unterperfuss – Wirtschaft A–Z
- IKS – Innsbrucker Kies- und Splittwerke
- Gemeinde Unterperfuss – Gastronomie
- Gemeinde Unterperfuss – Einrichtungen
Stand der Angaben: 14.10.2026
