OBERPERFUSS KENNENLERNEN
Oberperfuss: Wohnen auf der Terrasse, Wege zum Rangger Köpfl
Oberperfuss liegt auf einer Mittelgebirgsterrasse am Eingang des Sellraintals, rund 15 Kilometer westlich von Innsbruck. Von der Melach steigt das Gemeindegebiet durch Wald und Siedlungen hinauf zu den Sellrainer Bergen. Am 1. Jänner 2026 zählte Oberperfuss 3.221 Einwohner; die Fläche beträgt 15,28 Quadratkilometer.
Terrasse über dem Inntal
Der Ort liegt kompakt auf rund 800 Metern über dem Meer, während die Melach im Südosten die tiefste Lage markiert. Nach Westen steigen die Berge an; der Roßkogel bildet mit 2.646 Metern den höchsten Punkt der Gemeinde. Diese Lage macht Oberperfuss zu einer Wohngemeinde mit engem Bezug zum Inntal und zugleich zu einem Ausgangspunkt für Wanderungen. Die Talstation am Peter-Anich-Weg, Dorfkern und Pfarrkirche liegen nahe beieinander. Kinderbetreuung und Volksschule bestehen im Ort, während viele Beschäftigte für ihre Arbeit Richtung Innsbruck und Telfs pendeln. Der Hang über dem Tal ist damit nicht nur Aussichtslage, sondern prägt tägliche Wege und den Übergang vom Siedlungsraum in die Berge.
Arbeit, Versorgung und Bergbahnen
Die Arbeitsstättenzählung erfasste in Oberperfuss 2024 insgesamt 247 Arbeitsstätten. 70,6 Prozent der Beschäftigungsverhältnisse am Arbeitsort lagen im Dienstleistungssektor. Ein sichtbarer Betrieb sind die Bergbahnen am Peter-Anich-Weg: Sie befördern Gäste im Sommer zu Wanderwegen und im Winter in das Ski- und Rodelgebiet am Rangger Köpfl. Die Gemeindeliste nennt außerdem Erdbau Egger in der Silbergasse, der Wege, Leitungen und Geländearbeiten ausführt. Die Gemeinde beschreibt Oberperfuss als Pendlerort mit Gewerbegebiet; die amtliche Erhebung weist für 2024 einen Auspendleranteil von 80,9 Prozent der aktiv Erwerbstätigen am Wohnort aus. Der Ort verbindet damit Arbeitsplätze auf der Terrasse und am Berg mit täglichen Wegen ins Inntal.
Rangger Köpfl als Naherholungsraum
Am Rangger Köpfl wechseln die Möglichkeiten mit der Jahreszeit: Im Winter führen Pisten und eine beleuchtete Rodelstrecke bergab, im Sommer verlaufen Wanderwege über den Höhenrücken. Die Gemeinde verweist auf den Alpenrosensteig, den Panoramablick ins Inntal und eine Rundwanderung am Berg. Damit beginnt ein großer Teil des Freizeitangebots unmittelbar am Ortsrand. Das Berggebiet ist zugleich ein Arbeitsort für Seilbahnbetrieb und Gastronomie und ein öffentlich zugänglicher Landschaftsraum, dessen Nutzung von Betriebszeiten und Wetter abhängt.
Ortsgeschichte und Kirchen
Oberperfuss ist seit mindestens 1083 urkundlich belegt; Funde von der Krimpenbachalm und vom Scheibenbühel verweisen auf frühere Nutzung des Gebiets. Die Pfarrkirche zur heiligen Margareta im Ortskern und die St.-Josefs-Kirche am Berg markieren zwei kirchliche Bezugspunkte. Ein besonders eigenständiger Teil der Ortsgeschichte ist die Kartografie: Peter Anich und sein Mitarbeiter Blasius Hueber vermassen Tirol und schufen den Atlas Tyrolensis. Im Anich-Hueber-Museum im Peter-Anich-Haus sind ihre Globen, Vermessungsgeräte und Karten zu sehen. Der Atlas beruht auf genauer Vermessung; Kompasse und Maßstäbe in der Ausstellung zeigen die praktische Arbeit hinter dem Kartenbild. Die Ausstellung lässt erkennen, wie aus einem Bergdorf ein Beitrag zur überregionalen Landeskunde entstand; Besuche werden mit dem Gemeindeamt vereinbart.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Oberperfuss – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Freizeit & Sport, Gemeinde Oberperfuss
- Rangger Köpfl Tarife
- Statistik Austria, Arbeitsstättenzählung 2024, Gemeindetabelle
- Anich-Hueber-Museum, Gemeinde Oberperfuss
- Unser Ort, Gemeinde Oberperfuss
- Unternehmen in Oberperfuss, Gemeinde
Stand der Angaben: 14.10.2026
