ST. RADEGUND KENNENLERNEN
St. Radegund an der Salzach
St. Radegund liegt am rechten Ufer der Salzach, dort wo Oberösterreich an Bayern grenzt und sein westlichster Punkt liegt. Der Weilhartsforst prägt einen großen Teil der Umgebung; zugleich ist der Ort als Heimat Franz Jägerstätters bekannt. Die Gemeinde im Bezirk Braunau hatte am 1. Jänner 2026 714 Einwohnerinnen und Einwohner auf 17,97 Quadratkilometern.
Wald, Fluss und kleine Ortschaften
Die Gemeinde liegt am Rand des Weilhartsforsts und unmittelbar an der Salzach. Sieben Ortschaften verteilen sich auf das Gebiet; Hadermarkt bildet die einzige Katastralgemeinde. Mehr als 70 Prozent der Fläche sind bewaldet; offene Felder liegen vor allem zwischen den Siedlungen. Auf den Höhen öffnet sich der Blick zu den Alpen. Eine örtliche Wanderroute führt über Wiesen und Wald, der Pilgerweg Via Nova verbindet St. Radegund mit weiteren Orten. Wege durch die Landschaft sind hier Teil des örtlichen Freizeitangebots, während die landwirtschaftlich genutzten Flächen auch Arbeitsraum bleiben.
Franz Jägerstätter und die Verantwortung des Einzelnen
Franz Jägerstätter wurde 1907 in St. Radegund geboren und lebte hier als Bauer. Er verweigerte den Kriegsdienst für das NS-Regime aus Gewissensgründen und wurde 1943 hingerichtet. 2007 sprach ihn die katholische Kirche selig. Sein ehemaliges Wohnhaus und der Platz vor der Pfarrkirche machen diese Geschichte im Dorf sichtbar. Das Jägerstätterhaus wird als Museum und Erinnerungsort geführt; für einen Besuch ist laut Diözese Linz eine Anmeldung nötig. Der Weg zwischen Haus und Kirche ist frei zugänglich. Der Ort verbindet so persönliche Biografie, religiöses Gewissen und eine Landschaft, in der Alltag und Geschichte dicht beieinanderliegen.
Landwirtschaft und Arbeit außerhalb des Orts
Die Arbeitsstättenzählung 2024 verzeichnet in St. Radegund 53 Arbeitsstätten. 28,5 Prozent der Beschäftigten an örtlichen Arbeitsstätten entfielen auf den primären Sektor; 81,3 Prozent der aktiv Erwerbstätigen am Wohnort pendelten aus. Damit ist die Gemeinde vor allem Wohnort mit kleinen lokalen Arbeitsstätten und zugleich Teil eines größeren regionalen Arbeitsmarkts. Landwirtschaft ist ein konkreter Teil dieser örtlichen Tätigkeit: Höfe bewirtschaften die offenen Flächen zwischen den Ortschaften und dem Weilhartsforst. Die Gemeinde nennt zwei Gasthäuser und einen großen Reiterhof als örtliche Angebote; Wander- und Pilgerwege verbinden sie mit Wald und Flussraum.
Dorfkirche, Kunst und Wege
Im ehemaligen Schulhaus entstand 1996 das Farbwerk Radegund als Atelier-, Werkstatt- und Galeriehaus. Es ergänzt die Gedenkorte um einen Raum für künstlerische Arbeit im Dorf. Wer zu Fuß unterwegs ist, kann den 5,8 Kilometer langen Rundweg „Über die Höhe“ wählen. Er führt an Kapellen und am Jägerstätterhaus vorbei, aber auch durch Felder und Waldstücke; naturbelassene Abschnitte sind für Kinderwagen ungeeignet. Der Franz-Jägerstätter-Platz vor der Pfarrkirche ist der zentrale Erinnerungsort im Ortskern. So liegen Kunst, religiöses Gedenken und Wege in die Landschaft nahe beieinander, ohne denselben Zweck zu erfüllen.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- St. Radegund – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- St. Radegund - GEM2GO WEB - Startseite
- St. Radegund - GEM2GO WEB - Startseite - Leben in St. Radegund - Geschichte und Kultur - Wengler Johann Baptist
- Chronik - St. Radegund - GEM2GO WEB - Startseite - Leben in St. Radegund - Geschichte und Kultur - Gemeindechronik
- Arbeitsstättenzählung 2024 – Gemeindeergebnisse
- Wanderwege / Über die Höhe – Gemeinde St. Radegund
- Pfarrkirche / Jägerstätterhaus – Gemeinde St. Radegund
- Jägerstätter-Haus in St. Radegund – Diözese Linz
Stand der Angaben: 10.10.2026
