ÜBERACKERN KENNENLERNEN
Überackern: zwischen Salzach, Weilhartforst und Dorfkern
Überackern liegt an der Salzach nahe ihrer Mündung in den Inn, am Rand des Weilhartforstes. Die Gemeinde umfasst 27,10 Quadratkilometer und hatte am 1. Jänner 2026 insgesamt 687 Einwohnerinnen und Einwohner. Zum Gemeindegebiet gehören sechs Ortschaften, darunter Mühltal und Aufhausen.
Ein Dorf am Fluss und im Wald
Am südlichen Rand des Weilhartforstes öffnet sich die Landschaft zur Salzach. Der Fluss bildet hier die Grenze zu Bayern. Die Gemeinde ist stark bewaldet: In älteren Flächenerhebungen entfiel annähernd vier Fünftel des Gebiets auf Wald, während rund 14 Prozent landwirtschaftlich genutzt wurden. Das macht die räumliche Besonderheit sichtbar, erlaubt aber keine Aussage über die wirtschaftliche Bedeutung der Forstwirtschaft. Der Hauptort liegt auf rund 356 Metern Seehöhe; das langgestreckte Gemeindegebiet reicht über mehrere Weiler. Für die Orientierung sind sowohl die Salzach als auch das Mühltal mit seinen Höfen und Gewässern wichtig. Überackern ist ein Grenzort mit ländlicher Siedlungsstruktur und viel Raum zwischen den Häusern.
Schule, Kindergruppe und Kneippanlage
Die Gemeinde führt eine Volksschule und eine Waldkindergruppe als Einrichtungen vor Ort. Damit sind Bildung und Betreuung wichtige Bezugspunkte für die sechs Ortschaften. Im Ortskern liegt außerdem die Thomasquelle, eine von der Gesunden Gemeinde errichtete Kneipp-Anlage. Sie wurde 2010 eröffnet und 2011 um einen überdachten Sitzplatz ergänzt. Die Waldkindergruppe „Schlaue Füchse“ arbeitet seit 2007 überwiegend draußen. Die Waldkindergruppe nutzt ein Wald- und Wiesengrundstück mit Unterstand und beheiztem Schutzraum. Auf dem Gelände stehen den Kindern auch ein Tipi, eine Matschküche und ein großer Sandhaufen zur Verfügung.
Frühe Siedlung und Mühlentradition
Überackern wurde 748 in einer Schenkungsurkunde an das Stift Passau als „Uparach“ erwähnt. Das Gemeindegebiet war schon früher besiedelt: Funde aus der Hallstattzeit und römische Siedlungsreste werden in der Ortschronik angeführt. Die Salzach war Grenze und Verkehrsraum zugleich. Im 13. Jahrhundert erscheint das Mühltal in Urkunden; die letzte Mühle stellte 1972 ihren Betrieb ein. Die Gemeinde hat der örtlichen Mühlengeschichte eine eigene Dokumentation gewidmet. Die Pfarrkirche St. Peter im Ortskern besitzt romanische und gotische Bauteile. Auch die Ratzlburg ist als mittelalterlicher archäologischer Fundort bedeutsam. Diese Spuren zeigen, dass die kleine Gemeinde aus einem alten Siedlungs- und Grenzraum hervorgegangen ist.
Kleine Arbeitsbasis und Pendlergemeinde
Die Arbeitsstättenzählung 2024 weist in Überackern 26 Arbeitsstätten mit 43 Beschäftigungsverhältnissen am Arbeitsort aus. 23,3 Prozent dieser Verhältnisse entfielen auf den primären, 62,8 Prozent auf den tertiären Sektor. Zugleich pendelten 91,8 Prozent der aktiv Erwerbstätigen am Wohnort aus. Eine konkrete landwirtschaftliche Tätigkeit zeigt der Hildegardhof in der Mühltalstraße: Laut BIO AUSTRIA bietet er Dinkel, Mehl und Teigwaren an und verkauft Produkte ab Hof. Das Angebot verbindet Getreide mit verarbeiteten Produkten und Direktvermarktung ab Hof. Seine Beschäftigtenzahl ist aus dem Angebot nicht abzuleiten.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Überackern – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Homepage der Gemeinde Überackern - Zentrum
- Homepage der Gemeinde Überackern - Zentrum - Unser Dorf - Wissenswertes - Zahlen und Fakten
- Thomasquelle – Gemeinde Überackern
- Mühlen in Überackern
- Pfarramt Überackern
- Arbeitsstättenzählung 2024 – Gemeindeergebnisse
- Hildegardhof – BIO AUSTRIA
- Waldkindergruppe – Gemeinde Überackern
- Kneipp-Anlage im Ortskern – Gemeinde Überackern
Stand der Angaben: 10.10.2026
