SCHLINS KENNENLERNEN
Schlins: Industrie im Dorf und Geschichte am Jagdberg
Schlins liegt nördlich der Ill am Nordrand des Walgaus, unterhalb der Ruine Jagdberg. Die Gemeinde zählt 2.551 Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und ist 6,06 Quadratkilometer groß.
Siedlung zwischen Ill und Hang
Durch den Süden des Gemeindegebiets fließt der Giesenbach; nach Norden steigt der bewaldete Hang Richtung Jagdberg an. Schlins umfasst neben dem Ortskern auch die Ortsteile Baling, Frommengärsch, Jupident und Rönsberg. Landwirtschaftliche Flächen und Wald rahmen den Ort ein, während die Ill den Talraum im Süden prägt. Die Lage am Rand des Walgaus schafft kurze Wege zu den Nachbargemeinden und zugleich einen klaren Bezug zum Hangland. Die Burgruine oberhalb des Ortes ist weithin sichtbar und verknüpft die Landschaft mit der regionalen Geschichte.
Metallverarbeitung und Arbeitsplätze
Schlins zählte 2024 insgesamt 199 Arbeitsstätten und 1.050 Beschäftigungsverhältnisse am Arbeitsort. Eine örtliche Tätigkeit ist die Metallverarbeitung bei ERNE Fittings. Am Produktionsstandort Schlins entstehen vor allem Rohrbogen aus Stahl; das Unternehmen fertigt an weiteren Standorten auch T-Stücke und Reduktionen. Solche Formstücke verbinden industrielle Rohrleitungen, etwa in Kraftwerken, Raffinerien und Chemieanlagen. Die Produktion in Schlins steht neben Baugewerbe, Landwirtschaft und lokalen Dienstleistungen. Am Stammsitz betreibt ERNE außerdem ein Logistikzentrum, das die gefertigten Rohrverbindungen für den Versand bündelt. Zugleich arbeiten zahlreiche Bewohner außerhalb des Orts: 80,8 Prozent der Erwerbstätigen am Wohnort pendelten 2024 aus.
Die Ruine als Zeugnis regionaler Geschichte
Die Burg Jagdberg entstand vermutlich im 12. Jahrhundert und wurde zum Mittelpunkt einer Herrschaft im vorderen Walgau. Im späten 13. Jahrhundert löste sich dieses Gebiet aus der Grafschaft Feldkirch. Die Anlage wurde im Appenzellerkrieg 1405 zerstört und nicht wieder aufgebaut. Erhaltene Mauern und der Standort über dem Dorf machen sichtbar, welche Bedeutung der Höhenzug einst für die Kontrolle der Region hatte. Seit 1949 wird der Palas bei Aufführungen als Freilichtbühne genutzt. Schlins gehört außerdem zur historischen Region Jagdberg, deren sechs Gemeinden heute weiterhin diesen gemeinsamen Namen tragen. Die mittelalterliche Herrschaft verschwand, doch der Name blieb als regionale Orientierung erhalten. Die Ruine ist damit zugleich historischer Ort und kultureller Veranstaltungsraum.
Bildung und gemeinschaftliche Einrichtungen
Schlins verfügt über Kindergarten und Volksschule; in Jupident befindet sich eine Landesschule für Kinder mit besonderen sozialen und emotionalen Bedürfnissen. Die Gemeinde übernimmt damit Aufgaben, die über die eigene Wohnbevölkerung hinausreichen. Vereine, Feuerwehr, Musik und Sport prägen das örtliche Gemeinschaftsleben. Auch die Bahnlinie Lindau–Bludenz ist Teil des Alltags: Schlins nutzt gemeinsam mit Beschling eine Haltestelle, an der die S-Bahn Vorarlberg hält. In der Pfarrkirche wird eine lange kirchliche Geschichte sichtbar; schon um 821 bestand an dieser Stelle eine Kirche. Die heutige Anlage wurde 1699 geweiht. Kapellen in Frommengärsch und Jupident ergänzen das religiöse Ortsbild. Diese Einrichtungen zeigen, wie in einem Dorf mit mehreren Ortsteilen Schule, Verkehr und Vereinsleben den Zusammenhalt sichern.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Schlins – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Gemeinde Schlins – Startseite und Ortsinformation
- Gemeinde Schlins – ERNE Fittings GmbH
- ERNE Fittings – Unternehmen
- Statistik Austria – Arbeitsstättenzählung 2024, Gemeindeergebnisse
- Bodensee-Vorarlberg Tourismus – Burgruine Jagdberg Runde ab Schlins
- Gemeinde Schlins – Kirche & Religion
- ERNE Fittings – Produktionsprogramm Schlins und Mürzzuschlag
- ERNE Fittings – Geschichte
Stand der Angaben: 15.10.2026
