SCHEFFAU AM TENNENGEBIRGE KENNENLERNEN
Scheffau und die Kraft der Lammer
In Scheffau hat die Lammer eine Landschaft geformt, die bis heute Arbeit und Besuch prägt: Die Klamm schneidet tief in den Fels und liegt direkt im Gemeindegebiet. Scheffau am Tennengebirge zählt 1.514 Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und umfasst 69,67 Quadratkilometer im Bezirk Hallein.
Lammertal zwischen zwei Gebirgsräumen
Die Gemeinde liegt im Lammertal an der Nordabdachung des Tennengebirges. Das Gebiet reicht vom Talboden hinauf in Berg- und Waldlandschaften; im Norden schließt die Osterhorngruppe an. Die Ortschaften Scheffau, Voregg, Wallingwinkl und Weitenau liegen auf weit auseinanderliegenden Siedlungsflächen. Entsprechend wichtig ist die Verbindung entlang der B 162, die Golling mit Abtenau verbindet. Die Lammer und ihre Zuflüsse sind nicht bloß Kulisse: Wasserläufe, Schluchten und Bäche bestimmen Wege und Übergänge. Auch der Mühlenrundweg folgt dem Schwarzenbach. Wer im Ort unterwegs ist, begegnet damit einer Landschaft, in der Naturraum und Verkehrsachse eng nebeneinanderliegen.
Produktion und Dienstleistungen im Tal
Die Arbeitsstättenzählung 2024 erfasst in Scheffau 154 Arbeitsstätten mit 381 Beschäftigten am Arbeitsort. 37,8 Prozent dieser Beschäftigungsverhältnisse entfallen auf den sekundären Sektor; bei den Arbeitsstätten selbst sind es 18,2 Prozent. Die Gemeinde nennt Gips- und Dolomitabbau, Viehwirtschaft, Ackerbau und Holzwirtschaft als frühere Erwerbsgrundlagen; die heutigen Sektorzahlen belegen keine Fortsetzung des Abbaus. Heute ergänzen Tourismus und Gastronomie die lokale Arbeit. Für den Besuch der Lammerklamm werden Eintritt und Tickets angeboten; klar ausgewiesene saisonale Öffnungszeiten geben dem Ausflugsbetrieb einen klaren Rhythmus. 78,2 Prozent der aktiv Erwerbstätigen am Wohnort pendelten laut Erhebung aus der Gemeinde aus.
Vom Wirtschaftsweg zum Ausflugsziel
Scheffau wurde 1249 erstmals urkundlich erwähnt und 1849 von Golling abgetrennt. Im Lammertal waren Viehhaltung, Ackerbau, Holz und mineralische Rohstoffe lange Teil des Erwerbslebens. Die Klamm diente bis ins 20. Jahrhundert auch dem Holztransport: Triftsteige erschlossen den engen Durchbruch, und Holz wurde unter anderem für Saline und Bergbau genutzt. Mit dem Bau eines gesicherten Steigs 1884 öffnete sich die Schlucht für den Fremdenverkehr. Die alte Mühle am Schwarzenbach erinnert an frühere Nutzung von Wasserenergie; sie wurde 1976/77 instand gesetzt und ist heute Teil eines Spazierwegs.
Klamm und Mühlenweg
Die Lammerklamm führt über gesicherte Steige an Felswänden und Strudellöchern vorbei. An der engsten Stelle stehen die etwa zwanzig Meter hohen Felswände nur rund einen Meter auseinander. Die Gemeinde beschreibt einen Rundweg von etwa einer Stunde; Parkplätze liegen am Haupteingang, eine Bushaltestelle befindet sich in der Nähe. Für eine ruhigere Runde führt der Mühlenrundweg am Schwarzenbach entlang zur Alten Mühle, zu Aussichtspunkten und zum Schwarzerbachfall. Beide Angebote liegen in Scheffau, setzen aber unterschiedliche Schwerpunkte: Die Klamm macht die Kraft des Flusses sichtbar, der Rundweg verbindet Bachlandschaft mit einem historischen Arbeitsort. Vor einem Besuch der Klamm sollte man aktuelle Öffnungshinweise beachten, da extreme Wetterlagen zu Sperren führen können.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Scheffau am Tennengebirge – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Lammerklamm: Anreise
- Mühlenrundweg
- Geschichte der Gemeinde Scheffau
- Geschichte der Lammerklamm
- Statistik Austria – Arbeitsstättenzählung 2024, Gemeindetab (Gebietsstand 2024)
- Lammerklamm: Öffnungszeiten und Preise
Stand der Angaben: 13.10.2026
