ADNET KENNENLERNEN
Adnet und sein roter Stein
In Adnet liegt ein Marmorvorkommen direkt neben dem Dorf: Der rötliche, polierfähige Kalkstein hat den Namen des Orts weit über den Tennengau hinausgetragen. Die Gemeinde im Bezirk Hallein zählte am 1. Jänner 2026 3.813 Einwohnerinnen und Einwohner und umfasst 30,00 Quadratkilometer am unteren Almbach.
Ein Rohstoff macht den Ort bekannt
Die Gemeinde verweist auf römische Anfänge des Marmorabbaus; später lieferte der Stein Material für Kirchen und Grabmäler. Geologisch handelt es sich um Kalkstein, der wegen seiner polierfähigen Oberfläche und roten Farbtöne als Marmor bekannt ist. Das Marmormuseum erklärt Entstehung, Abbau, Bearbeitung und Transport. Der Marmorweg führt durch die Adneter Brüche und vermittelt an Schautafeln die Geschichte des Gesteins und seiner Gewinnung. So lässt sich die lokale Besonderheit sowohl an Bauwerken andernorts als auch im Ortsmuseum und in der Landschaft nachvollziehen.
Stein, Fertigung und Pendlerwege
Die Arbeitsstättenzählung weist für 2024 in Adnet 382 Arbeitsstätten und 1.606 Beschäftigungsverhältnisse aus. 57,7 Prozent der Beschäftigungsverhältnisse lagen im sekundären Sektor; 60,5 Prozent der Arbeitsstätten gehörten dagegen zum Dienstleistungssektor. 75,8 Prozent der aktiv Erwerbstätigen mit Wohnort Adnet pendelten aus. Neben diesen Verflechtungen gibt es konkrete örtliche Produktion: Schlotterer Sonnenschutzsysteme hat seinen Standort in Seefeldmühle und entwickelt und fertigt dort Rollläden, Raffstores, textile Beschattung sowie Insekten- und Pollenschutzgitter. Das Unternehmen gibt an, seine Produkte ausschließlich in Adnet herzustellen. Damit bildet die Sonnenschutztechnik ein heutiges industrielles Standbein neben der langen Geschichte des Natursteins.
Zwischen Almbach und Riedl
Die Adneter Talung am unteren Almbach ist durch den Adneter Riedl vom Salzachtal getrennt. Zur Gemeinde gehören die Ortsteile Adnet, Riedl, Spumberg, Waidach und Wimberg. Das Relief führt vom Tal zu bewaldeten Hängen und zum Wiestalstausee, der an einer Gemeindegrenze liegt. Das seit 1983 geschützte, rund 40 Hektar große Adneter Moos bewahrt einen Rest der früher ausgedehnten Feuchtlandschaften im Salzachtal. Dort wurden 2013 ökologisch wertvolle Streuwiesen wiederhergestellt; ein Naturerlebnisweg mit Aussichtsturm macht das Gebiet zugänglich und zeigt die Feuchtwiesen aus erhöhter Perspektive. Neben den Steinbrüchen zeigt dieser Landschaftsraum eine weitere, weniger bekannte Seite Adnets. Die Pflege offener Wiesen schafft Lebensraum für seltene Tiere und Pflanzen und bindet örtliche Landwirtschaft ein.
Kirche und Plätze im Ortszentrum
Die Pfarrkirche der Heiligen Stephanus und Laurentius wurde nach einem Großbrand 1890 neugotisch wiederaufgebaut. Ihr spätgotischer Bau steht von einem Friedhof umgeben im Dorf. Im Ortsraum finden sich außerdem Steinskulpturen aus den Adneter Marmor-Symposien. Sie bringen das Material in den Alltag zurück: Der Stein ist nicht nur Handelsgut und historischer Baustoff, sondern auch Werkstoff für Kunst im öffentlichen Raum. Der offizielle Geschichtsüberblick der Gemeinde beschreibt, wie der Marmorabbau im Lauf der Jahrhunderte zur bedeutenden Industrie wurde und den Ort prägte. Wer die Kirche, das Museum und den Marmorweg besucht, kann diese Verbindung in Bauwerk, Objekt und Landschaft nachvollziehen.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Adnet – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- STATISTIK AUSTRIA – Arbeitsstättenzählung 2024
- Marmormuseum Adnet – Museum
- Marmormuseum Adnet – Marmorweg
- Gemeinde Adnet – Geschichte
- Schlotterer – Daten und Fakten
- Marmormuseum Adnet – Öffnungszeiten
- Gemeinde Adnet – Erlebnisweg Adneter Moos
Stand der Angaben: 13.10.2026
