RAMSAU KENNENLERNEN
Ramsau im Ramsautal
Ramsau liegt im Ramsautal, einem Seitental der Gölsen, im Bezirk Lilienfeld. Die Gemeinde zählt 799 Einwohnerinnen und Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) auf 54,71 Quadratkilometern. Kirche, Handwerk und Sommergäste haben das Tal zu verschiedenen Zeiten geprägt.
Gotische Pfarrkirche
Die Pfarrkirche Mariä Empfängnis wird 1162 als Filialkirche von Hainfeld genannt. Der Chorraum stammt aus dem 14. Jahrhundert; Langhaus und Orgelchor sind spätgotisch. Der Turm wurde 1837 errichtet, zwischen 1901 und 1905 ließ Architekt D. Avanzo das Gotteshaus neugotisch erneuern. Der Hochaltar aus Türnitzer Marmor trägt eine gotische Madonna aus Lindenholz, die um 1450 geschnitzt wurde. Die Pfarre gehörte bis 1783 zum Stift Göttweig und wurde dann dem Stift Lilienfeld inkorporiert. Im Gemeindewappen erinnert eine blaue Lilie an Mariä Empfängnis und eine zweite an diese Pfarrbindung.
Hämmer und Sensen
An der inneren Gölsen sind Eisenhämmer spätestens 1469 belegt. Eine 1822 erhobene Landesbeschreibung führt in Ramsau den Hammer des Jakob Kropfberger an und ordnet ihn der Erzeugung grober Ware zu; im benachbarten Hainfeld waren mehrere Sensenschmieden verzeichnet. Im Jahr 1825 bestanden hier zwei Eisenhämmer und zwei Sensenschmieden; Ramsauer Sensen wurden bis in das Osmanische Reich und nach Russland verkauft. Ein Grabstein am Ramsauer Friedhof bewahrt den Namen eines örtlichen Sensengewerkes: Die Inschrift nennt Ignaz Zeilinger als Besitzer im Jahr 1844. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts traten an die Stelle der Hammerwerke neue Betriebe. Bei der Posamentierwarenfabrik Zerkowitsch arbeiteten zeitweise rund 300 Frauen; die Waffenfabrik Zelinka schmiedete Säbel und Bajonette bis zum Kriegsende 1918.
Sommergäste und Geopfad
Der Bau der Leobersdorfbahn machte Ramsau gegen Ende des 19. Jahrhunderts für Sommergäste aus Wien erreichbar. Anton und Antonia Adam eröffneten 1883 im „Gebirgs-Curort Adamsthal“ ein Hotel mit Speisesaal, Freibad und Kegelbahn. Im Adamstal liegt heute der Golfclub Adamstal mit einem 18-Loch-Championship-Course und dem neun Löcher umfassenden Course Wallerbach. Designer Jeff Howes integrierte Bäche, Geländestufen, Waldlichtungen und Felsformationen in die Spielbahnen. Gästezimmer stehen zum Übernachten bereit; die Anlage liegt im niederösterreichischen Alpenvorland. Ein anderes Angebot führt durch Wald und Wiese: Der Ramsauer Geopfad zeigt an 19 Stationen geologische Besonderheiten, dazu erläutern Tafeln einheimische Bäume und Sträucher. Der Rundweg beginnt am Dorfplatz; ab der Hoferstraße weisen Schilder zum Übersichtsplan und zum Lehrpfad. Auch für Kinder ist er geeignet. Ein Begleitheft mit ausführlichen Stationsbeschreibungen und Bildern liegt am Gemeindeamt auf.
Herren von Ramsau und Hofgeschichte
Eine kleine Adelsfamilie, die Herren von Ramsau, ist von 1263 bis 1414 nachweisbar. Ein mittelalterlicher Sitz wird beim heutigen Haus Hauser nahe der Pfarrkirche vermutet. Das älteste urkundlich bekannte Bauernhaus liegt im Schneidbach: Marchart der Pielacher verkaufte den Hof „an dem Lehen im Snaitbach“ am 25. Mai 1310. Kindergarten und Volksschule liegen heute nebeneinander in Oberdörfl; am selben Standort führt die Gemeinde eine Tagesbetreuungseinrichtung.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Ramsau (Niederösterreich) – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Ramsau - GEM2GO WEB - Startseite - Unsere Gemeinde - Wissenswertes - Chronik
- Pfarrkirche Ramsau
- Hochaltar aus Türnitzer Marmor
- Josef Kraft: Eine amtliche Landesbeschreibung Niederösterreichs (1822)
- Ramsauer Geopfad
- Golfclub Adamstal
- Gemeinde Ramsau – Bildungseinrichtungen
- Freizeit & Tourismus – Gemeinde Ramsau
Stand der Angaben: 08.10.2026
