GEMEINDE · STEIERMARK

Radmer

Ein abgeschiedenes Tal mit offenen Spuren seiner Bergbaugeschichte

GEMEINDEKENNZIFFER61112
Häuser und Kirche in Radmer an der Stube
Häuser und Kirche in Radmer an der Stube · Foto: Christian Pirkl · „Radmer CF9A9103a“ · Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0 · Für regionalinfo.at verkleinert und als AVIF komprimiert; kein zusätzlicher Zuschnitt. Weitergabe unter derselben Bildlizenz.
Einwohner
459
01.01.2026
Fläche
82,60 km²
Bevölkerungsdichte
5,6
Einwohner je km²
PLZ des Gemeindeamtes
8795
Keine vollständige PLZ-Liste

Datenquelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026 · aufbereitet für regionalinfo.at.

RADMER KENNENLERNEN

Radmer zwischen Bergbaugeschichte und Bergwelt

Radmer liegt in einem langen Seitental der Obersteiermark, eingerahmt von den Ennstaler Alpen und den Gipfeln Hochkogel, Zeiritzkampel und Lugauer. Die Gemeinde umfasst 82,60 Quadratkilometer und zählt 459 Einwohner (Stand 1. Jänner 2026). Zwei Ortschaften bilden das Tal: Radmer an der Stube am Eingang und Radmer an der Hasel weiter taleinwärts. Die Siedlungen liegen entlang des Radmer Bachs; die Talenge im Norden führt zum Erzbach.

Ein Tal mit zwei Ortsteilen

Die beiden Ortschaften Radmer an der Stube und Radmer an der Hasel liegen hintereinander im Tal. In der Stube befinden sich die Pfarrkirche und der Ausgangspunkt zum Schaubergwerk; die Hasel liegt weiter taleinwärts. Dort beginnen viele Berg- und Wanderrouten, und bewirtschaftete Almen sind über markierte Wege erreichbar. Der Lugauer ist als markanter Berg der Umgebung bekannt; sein steiler Aufstieg richtet sich an geübte Bergwanderer. Die Lage zwischen Eisenerz, Hieflau und Johnsbach macht Radmer zu einem abgelegenen, aber gut erkennbaren Talziel in der östlichen Obersteiermark.

Vom Kupferrevier zum Schaubergwerk

Der Bergbau formte Radmer über Jahrhunderte. Kupfer wurde hier spätestens seit dem 16. Jahrhundert gewonnen; das Revier bestand aus zahlreichen Stollen. Der Abbau endete 1855. Auch Eisenerz wurde über längere Zeit gefördert, zuletzt bis 1979. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts transportierte eine Waldbahn Holz und Erz in Richtung Hieflau. Heute lässt sich diese Vergangenheit im Alten Paradeisstollen nachvollziehen: Der stillgelegte Stollen wurde ab 1996 von örtlichen Engagierten als Schaubergwerk zugänglich gemacht. Führungen erschließen das unterirdische Revier und umfassen eine Fahrt mit einer kleinen Stollenbahn. Die Gemeinde wirbt damit als Besuchsziel; vor dem Besuch empfiehlt sich die Anmeldung beim Betreiber.

Arbeit und Wege aus dem Tal

Die Arbeitsstättenzählung 2024 weist für Radmer 28 Arbeitsstätten und 207 Beschäftigte in Arbeitsstätten aus; 89,4 Prozent der Beschäftigungsverhältnisse entfielen auf den Dienstleistungssektor. Zugleich pendelten 76,6 Prozent der aktiv Erwerbstätigen mit Wohnort Radmer zur Arbeit aus. Die Zahlen zeigen eine kleine örtliche Arbeitsbasis und starke Verbindungen nach außen. Als konkrete Tätigkeit vor Ort verbindet das Kupferschaubergwerk die Pflege des historischen Stollens mit Führungen und Besucherservice. Wald und Almen nehmen einen großen Teil der Gemeindefläche ein und werden weiterhin genutzt. Die Statistik beschreibt dennoch vor allem Dienstleistungsarbeit am Ort; für viele Bewohner führt der tägliche Arbeitsweg aus dem Tal hinaus.

Kirche und gelebte Ortsmitte

In Radmer an der Stube steht die Wallfahrtskirche zum heiligen Antonius von Padua. Sie wurde 1602 geweiht und zählt mit ihrer barocken Ausstattung zu den prägenden Bauwerken des Tals. Ein Hochaltar aus dem frühen 18. Jahrhundert und ältere Seitenaltäre geben dem Innenraum seine klare, reich ausgestattete Wirkung. Die Kirche ist ein Ort des religiösen Lebens und zugleich ein sichtbares Zeugnis jener Zeit, in der Radmer eng mit landesfürstlicher Jagd und Bergbau verbunden war. Der Entwurf stammt vom Hofbaumeister Giovanni Pietro de Pomis; ausgeführt wurde er durch Hans Reßl. Für Besichtigungen sind die aktuellen Angaben der Pfarre maßgeblich.

Quellen und Belege

Stand der Angaben: 14.10.2026

GEOGRAFIE

Radmer auf der Karte

Gemeindegebiet · Stand 01.01.2026

Rot: aus amtlichen Gemeindegrenzen abgeleitet und für die Anzeige vereinfacht. Kartenhintergrund: basemap.at. Quellen und Methodik

GEMEINDE IN ZAHLEN

Einwohner im Zeitvergleich

StichtagEinwohner
31.10.2011 · Registerzählung656
31.10.2021 · Registerzählung498
01.01.2026 · Bevölkerungsstand459

Die Abstände zwischen den Stichtagen sind unterschiedlich. Quelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026.

Gebäude · 31.10.2021
259
NUTS-3-Region
Östliche Obersteiermark (AT223)

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Besonderheiten & Ausflugsziele

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