SANKT MAREIN BEI GRAZ KENNENLERNEN
Marktort im oststeirischen Hügelland
Sankt Marein bei Graz liegt östlich von Graz im Hügelland, wo der Pickelbach durch ein weitläufiges Gemeindegebiet fließt. Die Marktgemeinde im Bezirk Graz-Umgebung hat 3.740 Einwohnerinnen und Einwohner (1. Jänner 2026) auf 41,57 Quadratkilometern. Ihr heutiger Zuschnitt entstand 2015 aus Sankt Marein, Krumegg und Petersdorf II.
Weite zwischen fünf Ortschaften
Das Gemeindegebiet umfasst fünf Ortschaften und drei Katastralgemeinden. Zum Kernort kommen Krumegg, Petersdorf II und kleinere Siedlungen wie Kohldorf und die Umgebung von Sankt Marein. Der Pickelbach, ein Nebenfluss der Raab, durchzieht das Gebiet. Anders als eine kompakte Vorstadtgemeinde besteht Sankt Marein aus mehreren lokalen Zentren, die seit der Zusammenlegung administrativ verbunden sind. Einen Bahnhof gibt es im Gemeindegebiet nicht.
Landwirtschaft und lokale Dienste
2024 zählte die Gemeinde 349 Arbeitsstätten und 666 Beschäftigungsverhältnisse am Arbeitsort; 82,0 Prozent der aktiv Erwerbstätigen mit Wohnsitz in Sankt Marein pendelten aus. Der primäre Sektor stellt 32,4 Prozent der Arbeitsstätten, aber 20,6 Prozent der Beschäftigung am Arbeitsort. Neben der Landwirtschaft gibt es eine breite Palette kleiner lokaler Dienste. Das Gemeindeverzeichnis der Betriebe führt Direktvermarkter, Handwerk und Gastronomie an: Der Hohenegger Hof bietet saisonales Obst, Säfte, Most, Getreide und weitere Erzeugnisse in einem Selbstbedienungsladen an; der Frötscher Hof verkauft Freilandeier, Honig und Fruchtaufstriche. Die Gemeinde verzeichnet außerdem einen Krumegger Bauernmarkt mit Obst, Gemüse, Käse und Fleischwaren.
Vom Handelsweg zum Markt
Die erste urkundliche Erwähnung von Sankt Marein am Pickelbach stammt aus 1224. Das Pfarrrecht folgte 1287; nachdem die Kirche im 15. Jahrhundert teilweise zerstört worden war, wurde sie um 1550 wieder aufgebaut. Der Marktstatus von 1871 hängt mit dem damaligen Verkehr der ungarischen Kaufleute nach Graz zusammen: An drei Marktställen wurden Pferde gewechselt, und die Handels- und Gewerbebetriebe profitierten von den Reisenden. Die Gemeinde erinnert auch an Johann Joseph Fux, den 1660 geborenen Barockkomponisten und späteren kaiserlichen Hofkapellmeister, dessen Geburtspfarre Sankt Marein war. Seit 2015 gehören Krumegg und Petersdorf II zur Marktgemeinde. Die Vereinigung veränderte die Grenzen stärker als den dörflichen Charakter: Ortsteile, Pfarren und Vereinsleben bewahren weiterhin eigene Bezugspunkte.
Kirchen und Alltagsleben
Die Pfarrkirche St. Marein am Pickelbach steht auf einem erhöhten Plateau und ist als Pfarrstandort im Ortskern verankert. Die Gemeinde führt außerdem die Filialkirche Vierzehn Nothelfer in Petersdorf II. Zusammen spiegeln die beiden Kirchen die gewachsene Mehrörtlichkeit des Gemeindegebiets. Im Gemeindeleben treten Musik und Landwirtschaft gleichermaßen hervor: Die Marktmusikkapelle St. Marein und die Musikkapelle Krumegg gestalten Konzerte und örtliche Anlässe; Bauernmarkt und Direktvermarkter bringen Erzeugnisse aus den Ortsteilen zusammen. Für Besucherinnen und Besucher verbinden sich so historische Bausubstanz, dörfliche Gastronomie und regionale Produkte. Der Dorfwirt in Krumegg bietet auch Übernachtungsmöglichkeiten, während Höfe ihre Produkte direkt abgeben. Die Pfarrkirche steht auf einem erhöhten Plateau; ihre bauliche Lage macht den historischen Kern des Marktortes auch im heutigen Ortsbild sichtbar.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Sankt Marein bei Graz – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Ortsgeschichte – Sankt Marein bei Graz
- Betriebe – Sankt Marein bei Graz
- Direktvermarktung – Sankt Marein bei Graz
- Pfarre St. Marein am Pickelbach
- Arbeitsstättenzählung 2024 – Gemeindeergebnisse
- Gemeindezeitung Sankt Marein bei Graz, Dezember 2025
Stand der Angaben: 14.10.2026
