ST. MARTIN BEI LOFER KENNENLERNEN
St. Martin bei Lofer: zwischen Saalach und Kirchental
St. Martin bei Lofer liegt im Pinzgauer Saalachtal, wo Seitentäler und Schluchten die Landschaft prägen. Die Gemeinde zählt 1.234 Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und umfasst 63,57 Quadratkilometer. Zu ihr gehören neben dem Hauptort die Ortschaften Gumping, Kirchental, Obsthurn und Wildental; die Wege im Gemeindegebiet führen daher aus dem Talboden rasch in unterschiedliche Berglandschaften.
Ein Talort mit mehreren Seitentälern
Die Saalach gibt dem Siedlungsraum seine Richtung: Straße und bewohnte Bereiche folgen dem Tal, während die Gemeinde nach Norden und Süden in die Berge ausgreift. Kirchental bezeichnet zugleich einen eigenen Ortsteil und das Seitental, das zur bekannten Wallfahrtskirche führt. Die B 311 verbindet den Ort mit den Nachbargemeinden im Saalachtal. Zugleich führen Wege vom besiedelten Talboden zu den Weilern und Ausflugszielen in den Seitentälern. An der Gemeindegrenze treffen Salzburg, Tirol und Bayern aufeinander.
Arbeit zwischen Dienstleistungen und Holz
Die Arbeitsstättenzählung 2024 weist für St. Martin 149 Arbeitsstätten und 483 Beschäftigte an diesen Standorten aus. Die Beschäftigten verteilen sich auf 50,3 Prozent im Dienstleistungssektor, 35,6 Prozent in der Produktion und 14,1 Prozent im primären Sektor; 66,1 Prozent der Erwerbstätigen mit Wohnort St. Martin pendeln aus. Ein konkreter örtlicher Tätigkeitsbereich ist die Forstwirtschaft: Der Forstbetrieb der Bayerischen Staatsforsten hat seinen Sitz im Ort und bewirtschaftet die Saalforste, deren Holz und Bergwälder über das Tal hinaus Bedeutung haben. Auch ein lokaler Forstbetrieb aus Dorf bietet Holzschlägerung, Bringung und Pflanzung an. Die Zahlen beschreiben damit einen Ort mit Arbeitsplätzen in mehreren Sektoren und zugleich vielen Pendelwegen über die Gemeindegrenze.
Schluchtwege und Wallfahrt
Die Vorderkaserklamm gehört zu den Naturzielen der Gemeinde; für den Besuch werden Eintrittspreise veröffentlicht. Stege und Wege erschließen die enge Schlucht der Saalachlandschaft, während der Zugang saisonal organisiert wird. Vor dem Klammweg liegen Naturbadeseen und ein Steinzeit-Erlebnisweg; Familien können den Ausflug deshalb auch mit einem Aufenthalt im Freien verbinden. Im Ortsteil Kirchental liegt die Wallfahrtskirche Maria Kirchental, ein Ziel für Pilger und Tagesgäste. Die Erzdiözese bietet dort Gottesdienste und Wallfahrten an; Kirchenführungen sind auf Anfrage möglich. Die barocke Kirche entstand nach Plänen von Fischer von Erlach zwischen 1694 und 1701; die Erzdiözese verweist besonders auf die Sammlung von Votivbildern. Für einen Besuch der Innenräume empfiehlt es sich, aktuelle Termine bei der Wallfahrtsstätte zu erfragen.
Eine Gemeinde mit eigener Geschichte
Das Loferer Land gehörte ab 1228 zum Fürsterzbistum Salzburg und kam 1816 zu Österreich. Die Gemeinde St. Martin entstand 1850. 1939 wurden Lofer und St. Martin zu einer Großgemeinde zusammengelegt; sieben Jahre später wurde die Eigenständigkeit wiederhergestellt. Die heutige kommunale Grenze geht auf diese Neuordnung zurück. Eine weitere grenzüberschreitende Besonderheit ist die Verwaltung der Bayerischen Saalforste von St. Martin aus: Der Forstbetrieb hat seinen Sitz in Österreich und gehört zu den Bayerischen Staatsforsten.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Sankt Martin bei Lofer – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Sankt Martin bei Lofer - GEM2GO WEB - Startseite
- Statistik Austria – Arbeitsstättenzählung 2024, Gemeindetabelle
- Bayerische Staatsforsten – Forstbetrieb St. Martin
- Pfannhauser Forstbetrieb OG – Leistungen und Einsatzgebiete
- Erzdiözese Salzburg – Maria Kirchental, Kontakt und Anreise
- Salzburger Saalachtal – Vorderkaserklamm
- Erzdiözese Salzburg – Über unsere Wallfahrtskirche
Stand der Angaben: 14.10.2026
