REITH BEI SEEFELD KENNENLERNEN
Reith bei Seefeld: Am Übergang zwischen Plateau und Inntal
Reith liegt dort, wo das offene Seefelder Plateau zum Inntal abfällt und die Reither Spitze über dem Ort aufragt. Die Gemeinde im Bezirk Innsbruck-Land zählt 1.574 Einwohnerinnen und Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und umfasst 20,92 Quadratkilometer.
Lage zwischen Höhenweg und Tal
Reith liegt am Südrand des Seefelder Plateaus, wo die Straße über den Zirler Berg ins Inntal absteigt. Neben dem Dorfkern gehören Leithen und Auland zur Gemeinde. Die Karwendelbahn hält sowohl in Reith als auch in Leithen und bietet eine Verbindung Richtung Innsbruck und Seefeld. Die beiden Haltestellen sind für einen Ort wichtig, dessen Siedlungen sich über den Hang verteilen. Während die Reither Spitze über dem Dorf aufragt, öffnen sich nach Süden die Blicke auf das Inntal. Straße und Bahn machen diese Lage zugleich zum Wohnort und zum Ausgangspunkt für Wege auf das Plateau.
Arbeit zwischen Tourismus und Pendelwegen
Die Arbeitsstättenzählung 2024 erfasste in Reith 177 Arbeitsstätten und 519 Beschäftigungsverhältnisse an diesen Standorten. Die meisten dieser Standorte gehörten zum Dienstleistungssektor. Der Supermarkt an der Krins zeigt, wie Nahversorgung im Ort organisiert ist: Er verkauft Lebensmittel und Haushaltswaren; Gemüse bezieht er laut Gemeindeprofil von einem Landwirt aus Ranggen. Auch Gäste nutzen die Angebote im Dorf, das zur Tourismusregion Seefeld gehört und Sommer- wie Winteraufenthalte ermöglicht. Für viele Einwohnerinnen und Einwohner liegen Arbeitsplätze außerhalb: Laut derselben Erhebung pendelten 75,8 Prozent der aktiv Erwerbstätigen am Wohnort aus. Die Bahnstationen erleichtern diese Verbindung ins Inntal.
Steinöl und Spuren der Ortsgeschichte
Der Ortsname Reith verweist auf die Rodung des früheren Waldgebiets am Rand des Plateaus. Eine Grenzbeschreibung nennt 1260 den Ort als „auf dem Gereut“. Auch Leithen ist schon im 12. Jahrhundert belegt. Seit dem 14. Jahrhundert wurde in der Gegend Ölschiefer gewonnen und für Heilmittel verarbeitet; 1964 endete der Abbau. Der Rohstoff blieb im Ortsgedächtnis, obwohl heute andere Tätigkeiten das Dorf prägen. Im April 1945 zerstörte ein Luftangriff die Reither Eisenbahnbrücke. Dabei wurden auch Kirche, Schule und zahlreiche Häuser beschädigt. Die wiederhergestellte Bahn ist heute eine alltägliche Verbindung zwischen Plateau und Tal.
Kirche und Kapellen im Gemeindegebiet
Im Dorf steht die Pfarrkirche St. Nikolaus, die 1391 erstmals schriftlich erwähnt wurde. Ihr Langhaus und Turm wurden im 19. Jahrhundert neu gebaut, wobei ältere Mauerteile erhalten blieben. Von hier lassen sich Dorf und Umgebung zu Fuß erkunden. Der Bienenlehrpfad führt vom Bahnhof Reith entlang des Waldwegs Richtung Maxhütte; an 14 Stationen erklären Tafeln Wild- und Honigbienen sowie andere Nützlinge. Wer einen längeren Spaziergang plant, findet außerdem Wege über den bewaldeten Hang des Plateaus. So liegen ein geschichtlicher Ort im Dorfkern und ein Naturangebot am Waldrand nah beieinander. Auch die Kapellen in Leithen und Auland zeigen, dass die Gemeinde mehr als einen Dorfkern umfasst. Von dort führt der Weg auch zurück zum Bahnhof.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Reith bei Seefeld – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Reith bei Seefeld - Startseite
- Reith bei Seefeld - Startseite - Unser Reith - Wissenswertes - Gemeindechronik
- Kommunale Primärquelle zur Wirtschaft
- Statistik Austria, Arbeitsstättenzählung 2024, Gemeindeergebnisse
- Bienenlehrpfad
- Pfarrkirche St. Nikolaus
Stand der Angaben: 14.10.2026
