MILS KENNENLERNEN
Mils: Gewerbe am Inntalrand
Mils liegt auf einem Schwemmkegel zwischen Inn und Karwendel, wenige Kilometer östlich von Innsbruck. Der Tiroler Ort gehört zum Bezirk Innsbruck-Land und zählt 4.731 Einwohner (1. Jänner 2026) auf 6,87 km². Ein dichter Dorfkern und ein großflächiger Gewerbepark prägen heute unterschiedliche, eng verbundene Teile des Gemeindealltags.
Zwischen Fluss und Hang
Vom Inntal steigt das Gemeindegebiet nach Nordwesten entlang des Weißenbachs an. Im Süden begrenzt der Inn die Gemeinde, im Westen bildet der Weißenbach eine markante Grenze. Am Hang folgen Waldflächen und höher gelegene Freiräume; in den tieferen Lagen bleibt Landwirtschaft sichtbar. Diese Lage verbindet Mils mit Hall und den Gemeinden am Inntalboden, während der Karwendelrand den Blick nach Norden bestimmt. Der Ort ist kompakt, seine Wege führen schnell vom gewachsenen Dorf in die gewerblich genutzten Flächen an der Tiroler Straße. Am Rand der Siedlung zeigen Felder und Wald, dass neben der gewerblichen Nutzung auch offene Flächen zum kleinen Gemeindegebiet gehören.
Ein Gewerbepark mit vielen Branchen
Die Arbeitsstättenzählung 2024 erfasste in Mils 2.618 Beschäftigungsverhältnisse; 78,0 Prozent entfielen auf Dienstleistungen. Die Gemeinde entwickelte den Gewerbepark an der B 171 als Antwort auf wenige Arbeitsplätze und viele Auspendler. Heute zählt der Park über 70 Betriebe aus Handel, Dienstleistung und Gewerbe. Ein konkretes Beispiel ist der Großeinkauf der Bäcker und Konditoren: Er handelt mit Maschinen und Präzisionswerkzeugen, die Bäckereien für ihre Arbeit benötigen. Daneben ist ein Betrieb für Mechatronik und Fertigungstechnik im Park vertreten. So verbindet der Standort regionale Versorgung mit spezialisierter Zulieferung. Die Gemeindebetriebe Mils GmbH betreut Flächenentwicklung und Vermarktung des Gewerbeparks.
Ein Dorf mit langer Siedlungsgeschichte
Mils wird 930/31 als „Mulles“ urkundlich erwähnt. Archäologische Funde reichen in die Römerzeit zurück: Skelette, Münzen und Reste eines römischen Gutshofs belegen damalige Besiedlung. Der Name wird mit dem Schwemmkegel in Verbindung gebracht, auf dem der Ort liegt. Später prägten Landwirtschaft und die Nähe zu Hall die Entwicklung. Die heutige Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt und Schloss Schneeburg gehören zu den sichtbaren historischen Bauwerken im Dorf. Sie stehen in einem Ortsgefüge, das sich neben den alten Gebäuden in Richtung Inn und Gewerbepark erweitert hat.
Dorfzentrum und Arbeitswege
Die Lage an der Tiroler Straße erleichtert die Verbindung in beide Richtungen des Inntals. Der Ortsrundgang erschließt die Pfarrkirche und die benachbarte Annakirche als zusammengehörige historische Orte. Südlich des Dorfkerns liegen die Gewerbeflächen an der Bundesstraße. So bleiben älterer Siedlungskern und neuer Wirtschaftsstandort auch auf kurzen Wegen unterscheidbar. Die spätgotische Annakirche steht an der südlichen Friedhofsmauer; vier lebensgroße Zirbenfiguren bilden dort die Ölberggruppe. Schloss Schneeburg gehört ebenfalls zum Ortsrundgang; sein Bau begann nach der regionalen Darstellung im Jahr 1553. Die Pfarrkirche war einst ein bedeutender Wallfahrtsort; nach einem Brand von 1791 begann schon im folgenden Jahr ihr Wiederaufbau.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Mils bei Hall – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Statistik Austria – Arbeitsstättenzählung 2024, Gemeindeergebnisse
- Gemeinde Mils – Gewerbepark
- Gemeinde Mils – Wirtschaft
- Hall-Wattens – Pfarrkirche Maria Himmelfahrt in Mils
- Hall-Wattens – Schloss Schneeburg in Mils
Stand der Angaben: 14.10.2026
