NASSEREITH KENNENLERNEN
Nassereith am Fernpass: Dorf an einer alten Transitroute
Am Fuß des Fernpasses liegt Nassereith dort, wo die Route ins Gurgltal nach Imst hinabführt. Die Tiroler Gemeinde im Bezirk Imst zählt laut Gemeindeverzeichnis am 1. Jänner 2026 2.342 Einwohner und umfasst 72,43 Quadratkilometer.
Am Übergang zwischen Pass und Tal
Nassereith liegt im weiten Talboden am Fuß des Fernpasses; die Gemeinde reicht zugleich über Wälder, Almen und steile Bergflanken. Von hier führen Wege nach Imst, über den Holzleitensattel aufs Mieminger Plateau und nach Norden zum Pass. Die Via Claudia Augusta und die spätere Salzstraße machten den Ort schon früh zum Durchgangspunkt. Zum Hauptort gehören kleinere Siedlungen wie Dormitz, Fernstein und Roßbach. Sie liegen verstreut zwischen Talraum und Hanglagen, sodass Nassereith ein kompaktes Dorfzentrum und ein weitläufiges Gemeindegebiet verbindet. Die historische Passlage bestimmt bis heute die Verbindungen ins Umland und bleibt im Straßenraum spürbar.
Arbeit zwischen Gewerbe, Versorgung und Pendeln
Die Arbeitsstättenzählung 2024 weist 157 Arbeitsstätten und 558 Beschäftigungsverhältnisse am Arbeitsort aus; 73,5 Prozent der aktiv Erwerbstätigen mit Wohnort in Nassereith pendelten aus. Zugleich wird im Gewerbegebiet produziert: Swacrit Systems nahm 2025 den Betrieb auf und fertigt Baugruppen sowie Maschinenteile für Anlagen zur Herstellung moderner Computerchips. Die Tätigkeit steht neben örtlichem Handwerk, Bau, Kfz-Service und Handel. Das Gewerbegebiet schafft Arbeitsplätze im Ort, während viele Erwerbstätige zu Arbeitsplätzen außerhalb der Gemeinde fahren. Zum örtlichen Angebot gehören auch Werkstätten, Baubetriebe, Autodienstleister und Geschäfte, die den Bedarf im Dorf und entlang der Passroute bedienen.
Ein Dorf, dessen Geschichte über den Pass führt
Dormitz ist schon im frühen Mittelalter schriftlich belegt; Funde weisen auf eine ältere Besiedlung hin. Über Jahrhunderte zog Verkehr durch das Gurgltal, und die Klause Fernstein sicherte einst die Abgabenerhebung an der Fernpassstraße. Die Route brachte Handel und Arbeit ins Tal. Im Hauptort prägt die Pfarrkirche das Zentrum; in Dormitz steht die Wallfahrtskirche St. Nikolaus auf einer Anhöhe über dem Tal. Ihr spätgotischer Bau wurde im 18. Jahrhundert barockisiert. Am Hochaltar steht eine spätgotische Marienfigur, die an die Wallfahrtsgeschichte des Hauses erinnert. So zeigt Nassereith Ortsgeschichte in zwei Maßstäben: am Dorfplatz und an einem kleinen Heiligtum nahe der alten Passverbindung.
Das Schellerlaufen bleibt im Dorf verankert
Das Schellerlaufen findet im Dreijahresrhythmus statt. Seine Figuren – Scheller, Roller, Kehrer und der Bärenzug – tragen geschnitzte Holzlarven, die lokale Handwerkstradition sichtbar machen. Weil der Umzug nur periodisch stattfindet, hält das Fasnachtshaus den Brauch auch zwischen den großen Terminen präsent. Der Museumsverein verwaltet dort die Larven und weitere Fasnachtsutensilien und organisiert Ausstellungen. Freiwillige Helfer und Gemeinde ermöglichten das Haus, in dem Besucher die Fasnacht mit Filmtechnik und mehr als 450 Masken nachvollziehen können. Die Ausstellung ist saisonal geöffnet; Gruppenführungen sind nach Anmeldung möglich. Dadurch wird die Fasnacht nicht nur als Festtag gezeigt, sondern als Wissen über Figuren, Herstellung und Regeln, das im Ort weitergegeben wird.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Nassereith – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Statistik Austria – Arbeitsstättenzählung 2024, Gemeindetabelle
- Gemeinde Nassereith – Dorf- und Vereinsgeschehen
- Gemeinde Nassereith – Museumsverein Fasnacht
- Gemeinde Nassereith – Wallfahrtskirche Dormitz
- Gemeinde Nassereith – Gemeindezeitung, Betriebsaufnahme Swacrit
- Gemeinde Nassereith – Wirtschaftsbetriebe
- Diözese Innsbruck – Pfarre Nassereith
Stand der Angaben: 14.10.2026
