LECHASCHAU KENNENLERNEN
Lechaschau am linken Lechufer
Lechaschau liegt auf der linken Seite des Lechs direkt gegenüber von Reutte. Auf nur 6,11 Quadratkilometern leben 2.073 Menschen (Stand 1. Jänner 2026); die Nähe zum Bezirkshauptort prägt Alltag und Arbeit ebenso wie die Lage in der breiten Talebene.
Am Fluss und neben der Bezirkshauptstadt
Das Gemeindegebiet zieht sich am linken Lechufer entlang und liegt großteils auf dem ebenen Boden des früheren Flussbetts. Reutte ist über die Lechbrücke unmittelbar erreichbar. Der Lechweg und der Lechtaler Radwanderweg führen durch das Gemeindegebiet; im Moos und entlang des Flusses bestehen weitere örtliche Wege. Am Frauensee ist ein Naherholungsgebiet ausgewiesen. Die drei Siedlungsbereiche Dorfkern, Buchenort und Weidasiedlung liegen in diesem engen Talraum.
Maschinenbau neben Dienstleistungen
Die Arbeitsstättenzählung 2024 weist für Lechaschau 52,4 Prozent der Beschäftigten an Arbeitsstätten dem sekundären Sektor zu. Ein prägendes Beispiel ist MULTIVAC: Am 1974 gegründeten Standort entstehen Baugruppen und Bauteile für Verpackungsmaschinen. Das Unternehmen nennt für Lechaschau 365 Beschäftigte. Zugleich gehören 82,6 Prozent der örtlichen Arbeitsstätten zum Dienstleistungssektor. Die Nähe zu Reutte prägt die Arbeitsteilung: 79,4 Prozent der aktiv Erwerbstätigen am Wohnort pendelten 2024 aus Lechaschau aus. Das Werk und die zahlreichen kleineren Dienstleistungsstätten zeigen die beiden Seiten der örtlichen Wirtschaft: industrielle Arbeitsplätze im Dorf und enge berufliche Verbindungen in die Nachbarorte.
Vom Gerichtsort zum eigenständigen Dorf
Bis 1888 trug das Dorf den Namen Lech. Im Mittelalter und in der frühen Neuzeit gehörte das Gebiet zur „Aschau“, einem Verwaltungs- und Wirtschaftsverband mit dem Gerichtsort im heutigen Lechaschau und dem kirchlichen Zentrum in Wängle. Eine Brücke über den Lech, 1464 errichtet, stärkte den Austausch mit Reutte; über sie wurde über lange Zeit Salz ins Tannheimer Tal transportiert. Aus den früheren fünf Orten entwickelten sich im 19. Jahrhundert selbstständige Gemeinden. Religiöse und kulturelle Verbindungen blieben bestehen: Die Gemeinde nennt die Fünförtliche und die Dreiförtliche Pfarrgemeinde als Teil des Erbes der Aschau. Lechaschau verlor seine Eigenständigkeit während der NS-Zeit von 1938 bis 1945 durch die Eingliederung in die Großgemeinde Reutte.
Kirche, Kapellen und Wege im Ort
Die Pfarrkirche zum Heiligen Geist bildet einen Mittelpunkt des Orts. Mehrere kleinere Kapellen prägen das Ortsbild; die Gemeinde führt darunter die Ottilienkapelle und das Mooskirchle. Für den Alltag gibt es Volksschule und Kindergarten an der Wängler Straße sowie einen Kinderhort am Mühlbachweg. Die Kapellen liegen in verschiedenen Teilen des Orts und ergänzen damit den zentralen Kirchenbau. Am Ortsrand ergänzen Tennisplatz, Fußball- und Stocksportflächen das Wegenetz; die Gemeinde führt sie als Erholungs- und Freizeiteinrichtungen. Spielplätze ergänzen diese Anlagen. Die Gemeinde beschreibt die Nähe zu Reutte als zusätzliche Möglichkeit für Freizeit und Versorgung; die örtlichen Einrichtungen bleiben dennoch über den Dorfbereich verteilt erreichbar.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Lechaschau – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- MULTIVAC in Lechaschau
- Lechaschau: Fortschreibung örtliches Raumordnungskonzept, Erholungs- und Freizeiteinrichtungen
- Lechaschau: Fortschreibung örtliches Raumordnungskonzept, Wirtschaft
- Lechaschau: Kapellen
- Hl. Geist Kirche Lechaschau
- Lechaschau: Geschichte
- STATISTIK AUSTRIA – Arbeitsstättenzählung 2024, Gemeindeergebnisse
- Lechaschau: Schule und Bildung
Stand der Angaben: 15.10.2026
