PFLACH KENNENLERNEN
Pflach zwischen Lechauen und Säuling
Pflach liegt nördlich von Reutte im Becken des Lechs und im Naturpark Tiroler Lech. Die Gemeinde zählt 1.664 Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und umfasst 13,83 Quadratkilometer. Im Osten steigt das Gelände zum Säuling an, während sich im Westen der Lech mit Auen und Altarmen durch den Talraum zieht. Das Ortsgebiet umfasst Pflach sowie Oberletzen und Unterletzen.
Ein Dorf am Fluss und am Berg
Pflach ist als lang gestreckter Siedlungsraum zwischen Fluss und bewaldeten Hängen gewachsen. Der Lech bildet mit seinen Auen einen eigenen Landschaftsraum, der sich von den besiedelten Bereichen deutlich unterscheidet. Nach Osten steigt das Gebiet bis zum Säuling auf, dessen markante Form das Ortsbild prägt. Die Nähe zum Bezirkszentrum Reutte schafft kurze Wege zu regionalen Angeboten, während das Gemeindegebiet selbst von Naturflächen und den Ortsteilen Oberletzen und Unterletzen geprägt bleibt. Oberletzen wurde 1974, Unterletzen 1981 eingegliedert.
Pendlerort mit vielen kleinen Arbeitsstätten
Die Arbeitsstättenzählung weist für Pflach 2024 insgesamt 110 Arbeitsstätten und 318 Beschäftigungsverhältnisse am Arbeitsort aus. Zugleich pendelten 87,9 Prozent der aktiv Erwerbstätigen mit Wohnort Pflach aus. Ein heutiges Beispiel örtlicher Dienstleistungsarbeit ist FORMATIK mit einem Standort am Knappenweg: Das Unternehmen plant, betreut und wartet betriebliche IT-Infrastruktur von Arbeitsplatzrechnern über Server bis zu größeren Netzwerken; auch Datensicherung gehört zum Angebot. Die Gemeinde führt am Kohlplatz zudem ein Innovationszentrum mit Arztpraxen, Gastronomie und weiteren Dienstleistern. Diese Standorte zeigen, dass Pflach eigene Arbeitsmöglichkeiten bietet, obwohl viele hier wohnende Erwerbstätige für ihre Arbeit in andere Gemeinden fahren.
Vogelwelt und Erholungsraum
Die Pflacher Au macht den Flussraum als Besuchsziel erfahrbar. Ein Vogelerlebnispfad führt durch die Aulandschaft; Stationen vermitteln Wissen über Vogelstimmen und Arten. Ein Beobachtungsturm eröffnet den Blick auf Lechaltarme, Tümpel, Röhricht und Auwald. Der Tiroler Lech verzweigt sich hier in Seitenarme und verlagert bei Hochwasser sein Flussbett; Kiesbänke und Auwald entstehen. Rund zwei Drittel der in Tirol vorkommenden Brutvogelarten machen im Vogelgebiet bei Pflach Station. Fünf Stationen und der 18 Meter hohe Turm erschließen die Au aus unterschiedlichen Blickwinkeln. In der Nähe verlaufen außerdem Rad- und Wanderverbindungen durch das Lechtal, wodurch sich der Ort in den Naturparkraum einfügt. Auf dem ausgewiesenen Pfad lässt sich der von wechselnden Wasserständen geprägte Lebensraum beobachten.
Handel, Mühle und Kapellen
Pflach wird 1275 erstmals schriftlich als „Plech“ erwähnt. Das Wappen der Gemeinde Pflach erinnert an den Bergbau am Säuling und an die Verhüttung von Eisen, später Messing, im Ort. Das Ulrichskreuz verweist auf die alte Hüttenkapelle, die den Heiligen Ulrich und Afra geweiht ist. Der Abbau am Säuling und die Verarbeitung im Ort verbanden Erzgewinnung und Metallhandwerk. Die Hüttkapelle steht als denkmalgeschütztes Bauwerk am Hüttenbichl, nahe dem Ort der einstigen Verhüttung. So ist die frühere Metallarbeit bis heute im Ort und im Wappen ablesbar.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Pflach – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Naturpark Tiroler Lech
- Statistik Austria: Arbeitsstättenzählung 2024 – Gemeindeergebnisse
- Wappen der Gemeinde Pflach
- Lechweg – Abschnitt Wängle–Pflach
- Bundesdenkmalamt – unbewegliche und archäologische Denkmale in Tirol
- FORMATIK – IT-Systemhaus und Standort Pflach
- Gemeinde Pflach – Innovationszentrum
Stand der Angaben: 15.10.2026
