KRUMBACH KENNENLERNEN
Krumbach zwischen Moor und Bushüsle
Krumbach liegt im Vorderen Bregenzerwald zwischen Weißach und Bolgenach. Die Gemeinde zählt 1.108 Einwohner (1. Jänner 2026) und umfasst 8,71 Quadratkilometer. Moore, Streusiedlungen und gestaltete Bushaltestellen geben dem kleinen Ort ein eigenes Gesicht.
Moorlandschaft als Kulturland
Die tief eingeschnittenen Täler von Weißach und Bolgenach rahmen die Gemeinde. Rund 57 Prozent der Fläche sind landwirtschaftlich genutzt, etwa ein Drittel ist bewaldet. Höfe und Weiler verteilen sich über die Hänge; ein geschlossenes Dorfgefüge bildet nur einen Teil der Gemeinde. Krumbach gehört zum Naturpark Nagelfluhkette. Besonders prägend sind die Moore, die über Jahrhunderte Einstreu und Brennstoff lieferten. Torf wurde bis etwa 1960 gestochen. Heute erschließt ein Weg zwischen Ortskern und Roßbad die nassen Lebensräume; 14 Moorsitze laden zum Beobachten und Rasten ein. Offene Streuwiesen zeigen, wie Landwirtschaft und Naturschutz in dieser Landschaft zusammenhängen. Die verstreuten Moorinseln sind keine zusammenhängende Sumpffläche; auf dem Weg wechseln nasse Senken mit bewirtschafteten Wiesen und bewaldeten Kuppen.
Arbeit zwischen Handwerk und Landwirtschaft
Die Arbeitsstättenzählung 2024 erfasst 99 Arbeitsstätten und 244 Beschäftigungsverhältnisse in Krumbach; 76,5 Prozent der Erwerbstätigen mit Wohnsitz im Ort pendelten aus. Das Betriebsverzeichnis der Gemeinde zeigt kleine Betriebe aus Gastronomie, Handwerk, Handel und Dienstleistungen. Daneben bewirtschaften Bauern Wiesen und halten Vieh. Die Mahd der Streuwiesen liefert Einstreu und bewahrt offene Moorflächen. Aus dieser Landschaft ist auch ein Angebot für Gäste entstanden: Ausgebildete Moorführer erläutern auf Wanderungen Pflanzen, Torfschichten und die frühere Nutzung. Mehrere Gastwirte greifen das Thema in ihrer Küche auf. Landwirtschaft, Bewirtung und Naturvermittlung sind hier eng mit der Pflege derselben Landschaft verbunden.
Eine Gemeinde mit eigener Geschichte
Krumbach wurde 1249 urkundlich erwähnt. 1807 verhinderten Frauen aus Krumbach und Nachbargemeinden die geplante Musterung junger Männer für den Militärdienst und zerstörten die Register. Zwei Wochen später rückten bayerische Soldaten in den Bregenzerwald ein; der Generalkommissär setzte sich später für die Begnadigung der Beteiligten ein. Eine Kapelle zu Ehren des heiligen Martin ist seit 1490 belegt, selbstständige Pfarre ist Krumbach seit 1648. Das Roßbad wurde schon im 17. Jahrhundert als Badeort genutzt; im Kreßbad begann der Badebetrieb 1807. Die Bregenzerwaldbahn erschloss den Ort bis 1983. An den früheren Badeorten wird erkennbar, dass die Moorlandschaft lange auch wirtschaftlich genutzt wurde.
Architektur im Alltag
BUS:STOP Krumbach entstand, als mehrere Wartehäuschen erneuert werden mussten. Sieben internationale Architekturbüros entwarfen Unterstände, die Holz, Schindeln, Stahl und Glas verschieden einsetzen. Lokale Handwerksbetriebe bauten die Entwürfe; laut Gemeinde wirkten rund 300 Menschen an dem Projekt mit. Die Haltestellen sind Teil des öffentlichen Verkehrsnetzes und können bei einer Fahrt durch den Ort verglichen werden. Einen anderen Maßstab zeigen die Pfarrkirche St. Martin und die Lourdeskapelle Salgenreute: Sie markieren gewachsene Siedlungsplätze zwischen den Weilern. Die Volksschule und die Bücherei gehören zum heutigen Dorfleben.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Krumbach (Vorarlberg) – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Krumbacher Weiberaufstand - Krumbach - GEM2GO WEB - Startseite - Unsere Gemeinde - Der Ort - Geschichte - Krumbacher Weiberaufstand
- Das Moor
- BUS:STOP Haltestellen
- Betriebe in Krumbach
- Statistik Austria – Arbeitsstättenzählung 2024, Gemeindeergebnisse
Stand der Angaben: 15.10.2026
