KÖSSEN KENNENLERNEN
Kössen am Ausgang der Entenlochklamm
Kössen liegt dort, wo sich das Leukental zu einem weiten Becken öffnet und die Großache nach Norden durch die Entenlochklamm abfließt. Die Gemeinde am Rand Bayerns ist von Bergen umgeben und zugleich ein Verkehrsknoten zwischen Tirol und dem Chiemgau. 4630 Einwohner leben hier (Stand 1. Jänner 2026), die Fläche beträgt 69,37 Quadratkilometer. Wasser prägt Landschaft und Geschichte: Großache, Kohlenbach und Weißenbach treffen im Gemeindegebiet zusammen, und Hochwasser hat den Talboden wiederholt verändert.
Talboden und Nachbarschaft
Das Siedlungsgebiet verteilt sich auf den Dorfkern und zahlreiche Weiler. Nach Norden und Osten bildet die Landesgrenze zugleich die Grenze zu Bayern; die Straßen führen über Walchsee und Schwendt weiter nach Kufstein und St. Johann. Am nördlichen Talausgang verengt sich das Gelände zur Entenlochklamm. Durch diesen Abschnitt führt ein alter Weg, der früher auch als Verbindung nach Schleching diente. Das Tal bietet flache Wege nahe dem Wasser, während die Hänge zu Alm- und Bergtouren ansteigen. Die Lage zwischen Flussraum und Gebirge bestimmt somit Wege, Siedlung und Freizeitmöglichkeiten.
Arbeit und Tourismus
Die Arbeitsstättenzählung erfasste 2024 in Kössen 497 Arbeitsstätten und 1.788 Beschäftigungsverhältnisse am Arbeitsort. 68,6 Prozent der Arbeitsstätten gehörten zum Dienstleistungssektor. Neben örtlichem Handel und Handwerk haben Gastronomie und Tourismus sichtbare Bedeutung. Ein in Kössen ansässiger Anbieter organisiert Rafting und Canyoning im Kaiserwinkl sowie Tandemflüge; diese Angebote nutzen die Großache und die nahen Berge als Ausgangspunkte. Die Gemeinde führt zudem ein Verzeichnis örtlicher Unternehmen. Viele Einwohner fahren zugleich zu Arbeitsplätzen in Nachbargemeinden. Wassersport, Bergsport und die Versorgung des Dorfes stehen so neben landwirtschaftlicher und handwerklicher Arbeit.
Wasser und Wandel
Die Großache gab dem Ort Möglichkeiten und Risiken. Der Fluss verbindet mehrere Täler, kann nach starken Niederschlägen aber über die Ufer treten. Das Hochwasser von 2013 drang bis in den Ortskern vor und traf besonders den Ortsteil Erlau. Seither wurden Dämme und Ufersicherungen im Tal ausgebaut. Auch die Geschichte des Ortes hängt mit seiner Lage zusammen: Über den Pass Klobenstein verlief ein Handelsweg; Kössen wurde bereits im Mittelalter urkundlich erwähnt. Gasthäuser und Handel profitierten von den Reisenden. Im 16. Jahrhundert kam Erzabbau hinzu; Eisenhütte und Drahtproduktion prägten einzelne Ortsteile. Heute erinnern Namen und Bauwerke an diese früheren Nutzungen, während die Landschaft weiterhin den Rahmen für das Dorfleben setzt.
Kultur und draußen sein
Die Wallfahrtskirche Klobenstein liegt in der Entenlochklamm und besteht aus drei Kapellen, die zu verschiedenen Zeiten entstanden. Die Anlage verbindet religiöse Nutzung mit dem besonderen Ort am Felsen und an der Ache. Im Dorfzentrum steht die Pfarrkirche der Heiligen Petrus und Paulus. Für Bewegung im Freien führt das Wegenetz in die umliegenden Berge; der Unterberg ist ein markanter Ausgangspunkt für Wanderungen und Wintersport. Der Unterberg wird auch zum Drachen- und Gleitschirmfliegen genutzt. Wer die Klobensteinanlage besucht, erlebt zugleich die enge Talpassage, die Kössens Lage nach Norden erklärt.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Kössen – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Wallfahrtskirche Klobenstein
- Wirtschaftsverzeichnis
- Zahlen und Fakten
- Experience Kaiserwinkl
- Arbeitsstättenzählung 2024, Gemeindetab (Gebietsstand 2024)
- Tiroler Landeszeitung: Hochwasserschutz im Bezirk Kitzbühel
Stand der Angaben: 15.10.2026
