KAUNS KENNENLERNEN
Kauns: Sonnenterrasse über der Fagge
Kauns liegt auf einer südorientierten Hangterrasse über der tief eingeschnittenen Fagge, dort, wo das Kaunertal ins obere Inntal mündet. Die Gemeinde zählt 548 Einwohnerinnen und Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und umfasst 8,23 km². Zwischen Dorfwiesen, Schlucht und bewaldeten Berghängen liegen hier Landwirtschaft, Naturraum und historischer Verkehrsraum eng beieinander.
Zwischen Hangterrasse und Schlucht
Der Dorfkern liegt auf rund 1.050 Metern Seehöhe. Im Süden bricht die Terrasse steil zur Fagge ab; taleinwärts wird das Tal breiter, während nördlich des Bachs die Hänge des Glockturmkamms ansteigen. Das Gemeindegebiet reicht bis zum Mittagskopf und umfasst neben dem Hauptsiedlungsraum einen Teil des vorderen Kaunertals. Der dauerhaft besiedelbare Anteil ist klein: Wiesen und Weiden gliedern die Hanglage, dahinter folgen steile, vielfach bewaldete Hänge. Die Fagge bildet im südlichen Gemeindegebiet eine natürliche Grenze und hat eine schmale Schlucht geschaffen, die den Blick vom Dorf in die Tiefe lenkt.
Wiesen, Beherbergung und Arbeit
Die Hangterrasse wird durch Mähwiesen und Weiden geprägt. Ein künstliches, großteils unterirdisch geführtes Bewässerungssystem versorgt landwirtschaftliche Flächen im Nordosten. Der nach dem Zweiten Weltkrieg gebaute Hangkanal bringt Wasser auf die trockenen Wiesen und dient weiterhin ihrer Bewirtschaftung. Auch Beherbergung gehört zum örtlichen Angebot: Die Tiroler Landesstatistik zählte im Sommer 2025 vier gewerbliche Beherbergungsbetriebe und 21 private Ferienwohnungsbetriebe. Die Arbeitsstättenzählung 2024 erfasste in Kauns 37 Arbeitsstätten. So stehen neben der Pflege und Nutzung der Hangwiesen kleine Dienstleistungsbetriebe für Gäste; der historische Wasserbau erfüllt zugleich eine praktische Aufgabe für die Landwirtschaft.
Wasserweg als Arbeitslandschaft
Der Kaunerberger Wasserweg folgt dem Hangkanal von der Innmündung über Kauns und Kaunerberg bis zum Gallruthstollen. Ein etwa einen Kilometer langer Bewässerungsstollen gehört zur Route. Gerade dort wird sichtbar, wie aufwendig die Wasserversorgung der steilen Wiesen war: Der Kanal wurde Ende der 1940er-Jahre mit Mitteln des Marshallplans finanziert. Der Stollen wird heute noch genutzt und ist deshalb nicht durchgehend begehbar. Der Naturpark empfiehlt, vor einer Wanderung den aktuellen Zugang zu prüfen. Oberhalb des Orts gehört auch das Naturschutzgebiet Kauns-Kaunerberg-Faggen zur Landschaft; es schützt Trockenrasen und Lebensräume seltener Insekten.
Berneck über dem Faggenbach
Östlich des Dorfzentrums steht Schloss Berneck auf einer Felskante über dem Faggenbach. Die Burganlage stammt aus der Zeit um 1200; die Wand fällt an dieser Stelle rund 130 Meter zum Bach ab. 1501 erwarb der spätere Kaiser Maximilian I. die Burg als Standquartier für die Jagd in den umliegenden Revieren. Nach langem Verfall wurde die Anlage restauriert und ist heute zu besichtigen. Die Pfarrkirche und der Friedhof liegen im Dorfkern; auch der alte Löschteich gegenüber der Volksschule prägt das Ortsbild. Kauns wurde 1120 erstmals als „Chunes“ erwähnt und 1749 als eigene Steuergemeinde geführt. Burg, Dorf und Talzug erzählen damit von einem Ort, dessen Lage am Hang zugleich Schutz, Aussicht und Zugang zum Kaunertal bot.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Kauns – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Statistik Austria, Arbeitsstättenzählung 2024, Gemeindetab_(Gebietsstand_2024), Zeile 1952–1956
- Geografische Lage – Gemeinde Kauns
- Forst, Hydrologie, Naturgefahren – Gemeinde Kauns
- Einleitung – Gemeinde Kauns
- Kaunerberger Hangkanal – Naturpark Kaunergrat
- Schutzgebiete und Naturwerte – Gemeinde Kauns
- Regionsprofil Statistik 2025 Kauns
Stand der Angaben: 15.10.2026
