FAGGEN KENNENLERNEN
Faggen am Faggenbach
Faggen liegt dort, wo der Faggenbach aus dem Kaunertal in den Talraum des Oberinntals tritt. Die kleine Gemeinde im Bezirk Landeck zählt 395 Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und umfasst 3,63 Quadratkilometer. Ihr Dorfkern liegt auf dem Schwemmkegel des Baches; nördlich schließen einzelne Weiler an.
Zwischen Bach und Hang
Faggen liegt auf dem Schwemmkegel des Faggenbachs am Eingang des Kaunertals. Neben dem Dorfkern gehören Außergufer, Untergufer, Obergufer, Innergufer, Oberfaggen und Unterfaggen zur Gemeinde. Die Siedlungen reichen vom Talraum in die Hänge. Südexponierte Flächen und der Bach prägen die Landschaft; der Naturpark Kaunergrat zählt Faggen zu seinen Gemeinden. Der Bach mündet weiter nördlich in den Inn und verbindet das Seitental mit dem Haupttal. Gemeindehaus, Kindergarten und Feuerwehr liegen im Ortszentrum. Für die Volksschule fahren Kinder seit 1909 nach Prutz. Faggen gehört auch kirchlich zur Pfarre Prutz. Die kurzen Wege zum Nachbarort sind für Schule und Versorgung wichtig, während Landeck weiter talabwärts liegt. Trotz seiner geringen Größe besitzt Faggen mit den Weilern und dem eigenen Dorfkern eine klar erkennbare Siedlungsstruktur. Vom Talboden aus zeigt sich, wie eng bebaute Flächen, Bachlauf und steilere Hänge beieinanderliegen.
Arbeit auf kleinem Raum
Die Arbeitsstättenzählung 2024 weist für Faggen 19 Arbeitsstätten und 39 Beschäftigte in Arbeitsstätten aus; 88,9 Prozent der aktiv Erwerbstätigen am Wohnort pendeln aus. Ein anschauliches Beispiel örtlicher Produktion ist der Hof Mair. Der frühere Milchviehbetrieb setzt heute auf Freilandhühner, Spargel und Speisekartoffeln. Eier, Spargel und Kartoffeln werden direkt am Hof verkauft. Dadurch bleiben Erzeugung und Vermarktung auf kurzem Weg verbunden; für Käufer ist nachvollziehbar, wo die Produkte wachsen oder gehalten werden. Die kleine Zahl örtlicher Arbeitsplätze und der hohe Auspendleranteil zeigen zugleich, wie stark Faggens Erwerbsalltag mit Arbeitsorten außerhalb verbunden ist.
Ortsgeschichte am Bach
Funde am Kiahbichl weisen auf Besiedlung in der Bronzezeit zurück. Die Gemeindechronik nennt 1433 als erste schriftliche Aufzeichnung unter dem Namen „Trifakken“; der Name wird mit der früher aufgefächerten Mündung des Baches verbunden. Das Wappen nimmt diese Wasserarme in drei Streifen auf. Das Faggner Kirchlein erinnert an einen jüngeren Wandel des Dorflebens. Die Mariahilfkapelle wurde 1975 bis 1977 errichtet und gab dem Ort einen eigenen Raum für Gottesdienste und Begräbnisse. Zuvor waren die Bewohner kirchlich zunächst mit Kauns und später mit Prutz verbunden. Von der Dorfstraße aus ist der kleine Bau im Ortskern gut zu sehen.
Natur und Besuch
Am südlichen Hang liegt ein Teil des Naturschutzgebiets Kauns-Kaunerberg-Faggen. Trockenrasen, Felsbänder und Strauchinseln bilden einen Lebensraum für seltene wärmeliebende Pflanzen und Insekten. Das Gebiet lässt sich als Naturziel erkunden; sensible Flächen sollten dabei auf ausgewiesenen Wegen und ohne Eingriff in die Vegetation besucht werden. Im Ortskern steht die Mariahilfkapelle, das Faggner Kirchlein. Sie ist von außen an der Dorfstraße zugänglich; ein regelmäßiger Innenzugang ist nicht vorauszusetzen.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Faggen – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Gemeinde Faggen – Unsere Gemeinde
- Gemeinde Faggen – Chronik
- STATISTIK AUSTRIA – Arbeitsstättenzählung, Gemeindeergebnisse 2024
- Verband der Naturparke Österreichs – Hof Mair
- Naturpark Kaunergrat – Naturschutzgebiet Kauns-Kaunerberg-Faggen
Stand der Angaben: 15.10.2026
