KAUNERTAL KENNENLERNEN
Kaunertal: das Tal zwischen Gletscher und Stausee
Das Kaunertal umfasst ein ganzes hochalpines Tal: von Feichten bis zum Gepatschferner und zur Grenze nach Südtirol. Die Gemeinde hat 193,52 Quadratkilometer Fläche und 642 Einwohner (Stand 1. Jänner 2026). Landwirtschaft, Wasserkraft und Tourismus prägen unterschiedliche Teile dieses langen Talraums.
Weiler in einem weiten Gebirgstal
Die Wohnplätze liegen entlang der Straße durch das Tal; Feichten ist der Hauptort. Im Osten und Westen begrenzen Kaunergrat und Ötztaler Alpen die Landschaft, im Süden reicht die Gemeinde bis zur Weißseespitze und an die italienische Grenze. Nur ein kleiner Teil des Gemeindegebiets ist landwirtschaftliche Nutzfläche, während Almflächen, Wald und hochalpine Bereiche den größten Raum einnehmen. Die langen Wege zwischen Feichten, den Weilern und dem Talschluss prägen Versorgung und Freizeit. Anders als bei vielen Tiroler Gemeinden umfasst das Gemeindegebiet nahezu den gesamten hinteren Talraum. Der Gepatschferner, die hoch gelegenen Almen und der Stausee liegen deshalb innerhalb derselben Gemeindegrenzen.
Wasserkraft im hinteren Tal
Der Gepatsch-Stausee liegt im hintersten Kaunertal. Der zwischen 1961 und 1964 errichtete Speicher sammelt Wasser, das durch einen 13,2 Kilometer langen Triebwasserweg zu den Turbinen des Kraftwerks bei Prutz geleitet wird. Am See informiert eine Ausstellung über den Bau und die Nutzung der Wasserkraft; sie ist in den Sommermonaten beim Café Seepanorama zugänglich. Damit trifft im selben Talraum ein technisches Großbauwerk auf Gletscher, Almen und Bergstraßen. Der Stausee ist zugleich Teil der Infrastruktur für Energieerzeugung und ein Ort, an dem Besucher die Geschichte dieser Nutzung nachvollziehen können. Die Gemeinde ist damit durch Wasser geprägt, das als Naturraum, Energiequelle und touristisches Thema sichtbar wird.
Tourismus und regionale Arbeit
Die Arbeitsstättenzählung 2024 verzeichnete im Kaunertal 85 Arbeitsstätten und 310 Beschäftigte in Arbeitsstätten. 80,0 Prozent der Arbeitsstätten lagen im Dienstleistungssektor; 90,3 Prozent der Beschäftigten entfielen auf diesen Bereich. Touristische Angebote reichen von Beherbergung und Gastronomie bis zu Bergbahnen und der Kaunertaler Gletscherstraße. Im Quellalpin in Feichten werden Bad, Fitness und Gastronomie betrieben. Das Café Seepanorama versorgt Gäste am Gepatsch-Stausee während der Sommermonate. Landwirtschaft bleibt mit Almwirtschaft präsent, während die Dienstleistungen rund um Freizeit und Aufenthalt einen großen Teil der örtlichen Arbeitsstätten ausmachen.
Ein Tal als Lern- und Ausflugsraum
Das Quellalpin in Feichten bündelt Freizeitangebote unter einem Dach. In der Dauerausstellung „Mit aller Kraft“ geht es um Klima, Gletscher und die Zukunft des Gepatschferners. Sie ergänzt das Talmuseum in Platz, das Gegenstände aus Landwirtschaft, Bergbau und Alpinismus zeigt. Weiter talaufwärts führt die Kaunertaler Gletscherstraße zu hoch gelegenen Aussichtspunkten und Sommerbahnen. Solche Angebote machen die räumlichen Gegensätze des Tals erfahrbar: vom bewohnten Talboden über den Stausee bis in die Gletscherregion. Die Ausstellung ist an die Öffnungszeiten des Quellalpins gebunden; die Gletscherstraße und Bergbahnen arbeiten saisonal. So lässt sich ein Besuch mit Kultur, Landschaft und der Geschichte technischer Eingriffe verbinden.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Kaunertal (Gemeinde) – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- STATISTIK AUSTRIA – Arbeitsstättenzählung 2024, Gemeindeergebnisse
- Quellalpin Kaunertal – Öffnungszeiten und Angebote
- Tourismusverband Kaunertal – Gepatsch-Stausee und Ausstellung Wasserkraft
- Tourismusverband Kaunertal – Sommer-Bergbahnen
- TIWAG – Kraftwerk Kaunertal
Stand der Angaben: 15.10.2026
