HOLZGAU KENNENLERNEN
Holzgau: Ein Dorf am Schwemmkegel
Holzgau liegt auf dem Schwemmkegel des Höhenbachs im oberen Lechtal. Die Gemeinde im Bezirk Reutte zählt 388 Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und ist 36,05 Quadratkilometer groß. Vom Dorfkern steigen die Hänge zu den Lechtaler und Allgäuer Alpen an; im Ortsbild treffen reich bemalte Häuser, Pfarrkirche und moderne Besuchsangebote aufeinander.
Ein Ortsbild aus Handel und Handwerk
Die Fassadenmalerei vieler Holzgauer Häuser erinnert an die Handelsbeziehungen, die Bewohner in früheren Jahrhunderten über das Lechtal hinaus pflegten. Das Haufendorf liegt kompakt auf dem vom Höhenbach aufgeschütteten Schwemmkegel. Die Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt und die Sebastianskapelle bilden zusammen mit dem gemauerten Widum einen historischen Kern. Das Heimatmuseum ist in einem Bauernhaus aus dem 18. Jahrhundert untergebracht und zeigt bäuerliche Lebensverhältnisse; Führungen werden nach Anmeldung vermittelt. Wer durch den Ort geht, sieht so nicht nur einzelne dekorierte Fassaden, sondern ein Dorfgefüge, dessen Bauformen von Handel, Landwirtschaft und kirchlichem Leben geprägt wurden.
Tourismus, Handwerk und erneuerbare Energie
Die Arbeitsstättenzählung 2024 verzeichnet für Holzgau 67 Arbeitsstätten und 127 Beschäftigungsverhältnisse am Arbeitsort. 70,1 Prozent der Arbeitsstätten und 68,5 Prozent der Beschäftigten liegen im Dienstleistungssektor; 57,5 Prozent der am Wohnort erwerbstätigen Personen pendeln aus. Ein greifbares Beispiel für örtliche Infrastruktur ist das Wasserkraftwerk am Höhenbach: Die Gemeinde errichtete es 1922, heute betreiben die Elektrizitätswerke Reutte die Anlage. Mit einer Peltonturbine von 37 Kilowatt Leistung speist sie Strom ins lokale Netz ein. Daneben tragen Beherbergung, Gastronomie und Gewerbe zum Arbeitsleben bei, während der touristische Besuch der Hängebrücke und Wanderwege entsprechende Dienstleistungen nachfragt.
Höhenbach als Grenze und Verbindung
Der Höhenbach formte den Untergrund des Dorfes und schneidet oberhalb des Orts eine Schlucht in die Landschaft. Die Hängebrücke quert diese Schlucht in mehr als 100 Metern Höhe; sie ist rund 200 Meter lang und nach Gemeindeangaben rund um die Uhr zugänglich. Von der Ortsmitte führt ein asphaltierter Fußweg von etwas mehr als einem Kilometer zur Brücke. Sie ist zugleich Teil des Lechwegs und ein Verbindungsstück zwischen Talboden und Wegen auf der anderen Seite des Bachs. Das Gemeindegebiet reicht weit in die Berge: Almen, Wald und hochalpine Flächen umgeben den bebauten Kern und geben dem kleinen Ort einen großen landschaftlichen Rahmen.
Von Holzge zum Versorgungsort
Holzgau wurde 1315 erstmals als Holzge erwähnt; der Name wird auf eine waldreiche Au bezogen. 1401 wurde der Ort zur Pfarre erhoben. Die damaligen Handelsbeziehungen blieben im Ortsbild sichtbar, vor allem an den bemalten Häusern. Für die heutige Versorgung hat die Arztpraxis mit Hausapotheke Gewicht: Sie entstand als Gemeinschaftsprojekt von Bach, Holzgau, Kaisers und Steeg und wurde 2020 nach einer Sanierung neu eröffnet. Die Praxis mit zwei Behandlungsräumen und Labor sowie die Hausapotheke erweitern die medizinische Versorgung im oberen Lechtal. Für Familien kommen Kinderbetreuung und Freizeiteinrichtungen hinzu; beides stärkt den Ort als Anlaufpunkt für Bewohner der Nachbargemeinden.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Holzgau – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Arbeitsstätten- und Beschäftigtenzahlen 2024
- Gemeinde Holzgau – Hängebrücke
- Gemeinde Holzgau – Heimatmuseum
- Gemeinde Holzgau – Wasserkraftwerk Höhenbach
- Gemeinde Holzgau – Arztpraxis und Hausapotheke
Stand der Angaben: 15.10.2026
