GRÜNBACH AM SCHNEEBERG KENNENLERNEN
Grünbach am Schneeberg: Kohle, Kirche und Hohe Wand
Grünbach am Schneeberg liegt am Fuß der Hohen Wand im Bezirk Neunkirchen. Die Marktgemeinde zählt 1.608 Einwohnerinnen und Einwohner (Stand 1. Jänner 2026), umfasst 7,37 Quadratkilometer und besteht aus den Ortschaften Grünbach am Schneeberg und Neusiedl am Walde.
Vom Fund zum Steinkohlenrevier
Der Kogelbauer fand 1825 beim Ackern schwarze Steine, die ein Schustergeselle als Kohle erkannte. 1827 begannen Gewerken aus Wiener Neustadt mit Tagebau; 1831 folgten weitere Betreiber. Alois Miesbach erschloss 1837 das Josefi-Grubenfeld und nutzte die Kohle für seine Wiener Ziegelöfen. Der Richardschacht war 1845 der erste angelegte Schacht. Heinrich Drasche erbte 1857 den Besitz seines Onkels und erwarb ab 1879 alle örtlichen Grubenfelder. Nach einer Brandkatastrophe 1881 stand der Richardschacht ein Jahr still; 1908 erhielt er einen eisernen Förderturm. 1955 ging das Werk in verstaatlichten Besitz über. Die Schachtanlagen bekamen Mannschaftsbad, Kanzleien, Werkstätten und eine Werksschule; der Betrieb endete 1965.
Erinnerungen im Bergbaumuseum
Das Bergbaumuseum im ehemaligen Gasthaus an der Wiener Neustädter Straße zeigt rund tausend Exponate aus der Bergbauzeit: Arbeitsgeräte, Schachtmaterial, Stollenzimmerung, Geleuchte, Schriftstücke und Uniformen. Die Sammlung geht auf Thomas Krumböcks Sammelleidenschaft zurück. Die Gemeinde nennt Führungen im Rahmen von „auf & führung“ mit Theater im Museum. Laut der Gemeindeseite finden sie von Mai bis Oktober am ersten Sonntag des Monats statt; Anmeldung ist erforderlich, Gruppen können Termine vereinbaren.
Pfarrkirche zwischen bäuerlichem Ort und Industrie
Der Pfarrbezirk umfasst heute Grünbach und Schrattenbach; bis 1783 gehörte auch das Gebiet der späteren Pfarre Maria Kirchbüchl-Rotengrub dazu. Die älteste der drei Glocken trägt die Jahreszahl 1757 und überstand spätere Kriegsablieferungen von Metall. 1785 wurde die Pfarre unter Joseph II. endgültig der Diözese Wien zugeordnet. Während der Hochphase des Steinkohlenbergbaus wandelte sich die zuvor bäuerlich geprägte Pfarre zur Industrieortpfarre. 1865 kam die bis heute vorhandene Orgel hinzu, 1889 ein neugotischer hölzerner Hochaltar. Unter Dechant Heigel erhielt die Kirche später den heutigen Marienaltar aus weißem Marmor sowie Glas- und Wandmosaiken. 1945 lag Grünbach 22 Tage an der Frontlinie; der Pfarrhof wurde so schwer beschädigt, dass er abgetragen werden musste. Die Kirche ist tagsüber geöffnet.
Ein Weg mit 18 Stationen
Der Rundweg „Vom Urknall nach Grünbach“ stellt auf 18 Schautafeln Kosmos, Lebensentstehung, Landschaft, Pflanzenwelt und Frühgeschichte vor. Als Höhepunkt nennt die Gemeinde lebensgroße Nachbildungen eines Höhlenbären und eines eiszeitlichen Jägers. Die rund zwölf Kilometer lange Route startet beim Wasserreservoir in der Wandstraße und steigt über den Grafenbergsteig in Serpentinen zur Wilhelm-Eichert-Hütte. Über den 1.132 Meter hohen Plackles führt sie zur Scheimhütte und zur Schutzhütte am „Gelände“. Markierte Abkürzungen erlauben die Rückkehr zum Ausgangspunkt. Bei klarer Sicht werden Schneeberg, Hochwechsel, Bucklige Welt und Neusiedler See sichtbar.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Grünbach am Schneeberg – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Das Kohlenbergwerk | Grünbach am Schneeberg
- Bergbaumuseum | Grünbach am Schneeberg
- Kirche und Pfarre | Grünbach am Schneeberg
- Erlebniswanderung | Grünbach am Schneeberg
- Pfarre Grünbach am Schneeberg | Erzdiözese Wien
Stand der Angaben: 09.10.2026
