MÖNICHKIRCHEN KENNENLERNEN
Mönichkirchen: Wallfahrt, Wechselwege und Bergsommer
Mönichkirchen liegt am östlichen Rand des Wechselgebirges an der steirischen Grenze. Die Marktgemeinde im Bezirk Neunkirchen zählt 615 Einwohnerinnen und Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und umfasst 16,32 Quadratkilometer.
Hospital und Wallfahrtszentrum
Ein Johanniterhospital am Hartberg betreute ab etwa 1130 Pilger. Der Ortsname Mönichkirchen ist seit dem 12. Jahrhundert belegt; der Ort gehörte zunächst den Grafen von Formbach-Neuburg, 1158 ging er an den steirischen Markgrafen Otakar und 1192 an die Babenberger. Eine landesfürstliche Plansiedlung im Unterdorf ließ die Bevölkerung wachsen: Zuerst entstanden sechs Bauernstellen in der Bergzeile, eine Generation später verdoppelte die Talzeile ihre Zahl. Als der Pilgerverkehr nachließ, verwandelten die Johanniter ihren Spitalhof ab dem frühen 13. Jahrhundert in Bauernstellen. Im Oberdorf erschlossen später geteilte Einödhöfe das Land bis Unterhöfen. Das Pfarrzentrum entwickelte sich zu einem Marienwallfahrtsort; um 1700 wurde die Wallfahrtsanlage barockisiert. 1750 kaufte die Dorfgemeinde des Oberdorfes Wald am Lichtenegg und begründete damit die Gemeinschaftsalm Mönichkirchner Schwaig. Bis 1820 fuhren Glaswagen aus der Hütte bei Schaueregg über den Treppelweg. Die ausgebaute Wechselstraße führte ab 1823 durch den Ort; 1850 wurde die Glashütte eingestellt, 1865 zerstörte ein Dorfbrand große Teile des Ortes.
Maria Namen und die Gnadenstatue
Die Pfarre besteht seit acht Jahrhunderten und gehört heute zum Seelsorgeraum Wechsellandpfarren. Die Pfarrkirche ist Maria Namen geweiht; ihr Patrozinium wird am zweiten Sonntag im September gefeiert. Die spätgotische Kirche besitzt Netzrippengewölbe und eine mittelalterliche Orgelempore. Gnadenstatue und Wallfahrtstradition reichen ins 15. Jahrhundert zurück. Altäre, Kanzel und Kreuzwegbilder stammen aus der Barockzeit. 1973 wurde die Kirche an den älteren Bestand angepasst, modernisiert und erweitert. Zum Pfarrgebiet gehört auch die Kapelle beim Erholungsheim.
Runden durch Ort und Unterhöfen
Der gemeindliche „Tut gut!“-Schritteweg ist ein beschilderter Rundweg von 2,6 Kilometern und dauert etwa 35 Minuten. Er startet beim Gemeindeamt, führt über die Wildganspromenade mit ihren Alleebäumen und am Spielplatz vorbei zum Kirchenplatz. Eine längere Runde über den Hubertusweg führt vom selben Kirchenplatz am Sturmlechner Kreuz und einer alten Linde beim Joglbauer vorbei nach Unterhöfen. Dort liegt die Mostschank Horn; auf dem Rückweg passieren Wandernde den Feuergeist und die Millenniumsmauer. Die Gemeinde nennt außerdem Grenz- und Höhenwege zu Schwaigen und zum Hochwechsel.
Bergbahnen auf die Mönichkirchner Schwaig
Die Erlebnisalm Mönichkirchen betreibt Liftanlagen, Pisten und eine Mountaincartbahn. Ihre veröffentlichte Sommersaison 2026 läuft vom 25. April bis 1. November. Im Herbst fährt der Lift mit der Cartstrecke bis 23. Oktober an Wochenenden, vom 24. Oktober bis 1. November täglich; die Betriebszeiten sind wetterabhängig. Der Schaukelweg ist laut Betreiber ab 1. Mai täglich geöffnet. Eine Gemeindemitteilung aus 2022 beschrieb ihn als 2,7 Kilometer langen Rundweg mit 17 Schaukel-, Wipp-, Kletter-, Balance- und Ruheplätzen. Die Bergstation erschließt Wanderwege auf dem Wechsel. Die letzte Berg- und Talfahrt ist für 17.15 Uhr angegeben; bei starkem Sturm stellt der Betreiber die Liftanlagen aus Sicherheitsgründen ein.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Mönichkirchen – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Mönichkirchen - Startseite - Unser Mönichkirchen - Wissenswertes - Geschichte
- Herzlich Willkommen in der Pfarre Mönichkirchen | Erzdiözese Wien
- Wanderrouten | Marktgemeinde Mönichkirchen
- Betriebszeiten | Erlebnisalm Mönichkirchen
- Amtliche Mitteilung, Ausgabe 02/2022 | Marktgemeinde Mönichkirchen
Stand der Angaben: 09.10.2026
