GRIMMENSTEIN KENNENLERNEN
Grimmenstein zwischen Pitten und Kulmriegel
Grimmenstein liegt im Pittental der Buckligen Welt. Die Marktgemeinde im Bezirk Neunkirchen hat 1.337 Einwohnerinnen und Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und eine Fläche von 14,77 Quadratkilometern. Zum Gemeindegebiet gehören auch Hochegg und Hütten.
Ein Name mit mittelalterlichem Beleg
Die Gemeinde nennt eine undatierte Eintragung im Admonter Traditionskodex als früheste schriftliche Nennung: Sie muss um 1155 entstanden sein und führt Alber(o) de Grim(m)enstain unter den Zeugen einer Schenkung auf. Albero II. von Grimmenstein ist 1201 als Landrichter und 1203 als Mundschenk Herzog Leopolds VI. belegt. Im 12. und 13. Jahrhundert waren die Herren von Grimmenstein mit drei Burganlagen auf dem Kulmriegel verbunden. 1850 wurde der Grundbesitz rund um den Kulmriegel an ortsansässige Bauern verteilt.
Burg am Kulmriegel
Der Burgweg ist laut Gemeinde mit G1a markiert, 9,2 Kilometer lang, überwindet 350 Höhenmeter und führt in etwa zweieinhalb Stunden zur Anlage. Die Museums-Burg besteht aus einer Höhenburg auf dem Felsen und einer tiefer gelegenen Hangburg. Ihre Ursprünge reichen ins 12. Jahrhundert; einzelne Fundamente und Mauerteile sind älter. Seit 2014 restauriert die Familie Grimmenstein die Anlage. Das Museumsmanagement nennt reguläre Öffnungszeiten von April bis November an Samstagen, Sonntagen und Feiertagen zwischen 11 und 16 Uhr; für Gruppen ist eine Anmeldung nötig. Der gemeindliche Rundweg führt über den Kunstgraben und einen Waldweg hinauf; am Weg liegt auch eine Mariengrotte als Andachtsort. Die Burg bleibt in Privatbesitz.
Am Wasser und durch den Kunstgraben
Der Wasserweg führt sechs Kilometer entlang der Pitten von Grimmenstein nach Petersbaumgarten und über den Kegelgraben zur Ursulaquelle; durch den Wald geht es über Hütten zurück. Die Wegbeschreibung veranschlagt etwa eineinhalb Stunden und rund fünfzig Höhenmeter. Eine eigene Kulmriegelrunde führt über die Kirschenallee und Rotte Eben; sie ist 9,8 Kilometer lang und dauert etwa drei Stunden. Der 550 Meter lange Stichweg zur Kulmriegelspitze zweigt dagegen vom Burgweg ab.
Hochegg mit Weitblick
Ein Privatsanatorium für Lungenkranke entstand 1898 in Hochegg. Die Militärbauabteilung plante 1915 eine weitere Heilanstalt; 1916 wurde eine rund drei Kilometer lange Drahtseilbahn für Baumaterial zum Hochegger Berg errichtet. 1918 kam eine Heilanstalt für lungenkranke Soldaten hinzu. Hochegg war von 1931 bis 1967 eine selbstständige Gemeinde. Der Hochegger Rundwanderweg führt vom Dorfplatz über die Himberger Straße zu Aussichtspunkten mit Blick auf Pittental, Wiener Becken, Hohe Wand, Rax, Schneeberg und Wechsel. Ein Adressbuch von 1938 verzeichnete neben dem Sanatorium ein Hotel, Pensionen, ein Kino, zwei Kalkwerke, Mühlen, Sägewerke und einen Betrieb für Säuglingsnahrung. Im Park der Waldpension liegen knapp dreißig Bildstöcke am Marterlweg. Das Reha-Zentrum der Pensionsversicherungsanstalt hat laut Gemeinde 231 Betten und betreut jährlich über 3.000 Patientinnen und Patienten.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Grimmenstein – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Bucklige Welt - Grimmenstein - Home - Unsere Gemeinde - Wissenswertes - Geschichte
- Burg Grimmenstein | Museumsmanagement Niederösterreich
- Wanderwegbeschreibungen | Marktgemeinde Grimmenstein
- Sonderkrankenanstalt-Rehabilitationszentrum Hochegg | Marktgemeinde Grimmenstein
Stand der Angaben: 09.10.2026
