BAD PIRAWARTH KENNENLERNEN
Bad Pirawarth: Heilquelle, Kirche und Bildhauerei
Bad Pirawarth liegt im Tal des Weidenbachs im Bezirk Gänserndorf. Die Marktgemeinde zählt 1.757 Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und umfasst 25,44 Quadratkilometer. Ein mittelalterlich belegtes Heilbad, die barocke Pfarrkirche und Werke des Bildhauers Hans Knesl prägen den Ort.
Vom Badesaal zum Kurort
1120 übertrug Markgraf Leopold III. Besitzungen in Pirchinwart dem Stift Klosterneuburg; der Name wird als „Birkenwarte“ gedeutet. Die Heilbad-Dokumentation der Gemeinde reicht bis 1303 zurück. Schon zu Beginn des 14. Jahrhunderts ist ein Badesaal erwähnt; Bad Pirawarth war damit früh als Badeort bekannt. 1816 richtete Gastwirt Eder über den Hängen des Kirchbergs eine Jausenstation ein, die er Kaffeeberg nannte, und legte eine Akazien- und Rustenallee an. 1838 kaufte Franz Gärtner das Badhaus von der Witwe Theresia Angelis und später auch den verfallenen Kaffeeberg. 1839 wurden Sandsteine der abgetragenen Wehrmauer als Stützmauern für Terrassen wiederverwendet; Stufen und ein Serpentinenweg führten zu einem ländlichen Haus mit Kegelbahnen. Akazien, Ulmen und Linden spendeten Schatten, der Blick reichte über Dorf, Weingärten und bewaldete Höhen. 1905 erhielt die Anlage eine Gasthauskonzession; die Jausenstation schloss 1912. 1958 beschloss die Gemeinde den Ankauf von Kurhaus und Kaffeeberg. 1998 eröffnete ein Kur- und Rehabilitationszentrum; seit April 2005 wird Bad Pirawarth wieder als Kurort anerkannt. Eine Gemeindeausstellung dokumentiert die Geschichte des Heilbads.
Die Pfarrkirche am Kirchberg
Die Pfarrkirche ist den heiligen Barbara und Agatha geweiht und steht auf dem Hausberg an der Stelle einer mittelalterlichen Wehrkirche. Donato Felice d’Allio errichtete den barocken Sakralbau zwischen 1739 und 1756. Die Westfassade besitzt einen viergeschoßigen Turm mit Zwiebelhelm; Rundbogenfenster und Doppelpilaster gliedern das Langhaus. Im Chor liegen Sakristei und Oratorium symmetrisch an den Seiten. Die Pfarre gehört zum Pfarrverband „An der Brünnerstraße Mitte“.
Hans Knesl und der Skulpturenpark
Der Bildhauer Hans Knesl wurde 1905 in Bad Pirawarth geboren. Zunächst lernte er das Steinmetzhandwerk, anschließend studierte er von 1924 bis 1930 Bildhauerei an der Akademie der bildenden Künste in Wien. 1951 wurde er an die Hochschule für angewandte Kunst berufen und erhielt im selben Jahr den Staatspreis für Plastik. Der nach ihm benannte Prof.-Knesl-Park zeigt Arbeiten des Künstlers. Besonders eindrücklich ist der Marmortorso einer „Kauernden“, an der Knesl bis in seine letzte Lebensphase arbeitete. Auch Walfrid Hubers Brunnen und die Figur „Der Steinbewohner“ stehen im Prof.-Knesl-Park. Huber gestaltete außerdem den Altarraum der Pfarrkirche.
Kollnbrunner Kellerberg und Wege
Kollnbrunn liegt nördlich des Hochleithenwalds an der Brünner Straße. Der Kellerberg unterscheidet sich von einer geschlossenen Kellergasse: Presshäuser und Keller stehen verstreut und werden von Hecken, Sträuchern oder Bäumen eingerahmt. Manche Kellerröhren reichen bis zu drei Etagen in den Hang. Ein kommunal beschriebener Weinsortenpfad führt 3,2 Kilometer durch die Ried Haad. Eine zweite blaue Route verläuft über die Sommerzeile zur Weinried Blumental und über Hahnkreuz und Kellergasse Warthberg zurück. In Bad Pirawarth beginnt die Walking-Teststrecke an der Brücke über den Harrasser Bach und führt neben der Bahnstrecke zurück zur Klinik.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Bad Pirawarth – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Marktgemeinde Bad Pirawarth – Geschichte
- Marktgemeinde Bad Pirawarth – Dokumentation über das ehemalige Heilbad
- Marktgemeinde Bad Pirawarth – Pfarre Hl. Barbara & Agatha
- Marktgemeinde Bad Pirawarth – Kaffeeberg
- Marktgemeinde Bad Pirawarth – Prof.-Knesl-Park
- Marktgemeinde Bad Pirawarth – Walfrid Huber
- Marktgemeinde Bad Pirawarth – Kollnbrunn
- Marktgemeinde Bad Pirawarth – Weinberg.Walking.Weinviertel
Stand der Angaben: 08.10.2026
