AUERSTHAL KENNENLERNEN
Auersthal: Wehrkirche, Marterl und Erdgas
Auersthal liegt im Weinviertel im Bezirk Gänserndorf. Die Marktgemeinde zählt 2.062 Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und umfasst 15,18 Quadratkilometer. An der Pfarrkirche St. Nikolaus, den Bildstöcken und dem Erdgasstandort lassen sich verschiedene Kapitel der Ortsgeschichte konkret ablesen.
Ein Dorf zwischen Herrschaften
Um 1050 entstand Auersthal im Zuge einer Siedlungswelle aus Bayern; 1140 erscheint es als „Urolfstal“ in einer Urkunde. 1485 brannten ungarische Truppen Auersthal und das benachbarte Aichstauden nieder; 1529 wurde der Ort geplündert. Auch schwedische Soldaten hielten sich 1645 hier auf. Französische Truppen kamen 1805 und 1809, preußische 1866. Für 1822 ist Auersthal als Dorf mit 165 Häusern, einer Schule und einer Pfarre verzeichnet. Die Herrschaft Wolkersdorf übte die Ortsobrigkeit aus, während die Landgerichtsbarkeit bei der Herrschaft Marchegg lag. Neben Wolkersdorf gehörten die Untertanen auch den Herrschaften Bockfließ, Niederleis, Schweinbarth, Matzen, Großrußbach und Raggendorf sowie den Pfarren Himberg und Bockfließ. Zehent und Robot verteilten sich auf mehrere Grundherren.
Die Pfarrkirche St. Nikolaus
Die dem heiligen Nikolaus geweihte Pfarrkirche wurde 1333 bis 1338 als gotischer Steinbau errichtet. Sie steht auf einer Anhöhe mitten im Ort und überragt Auersthal seit mehr als 600 Jahren. Das Presbyterium stützen acht Meter hohe Strebepfeiler. 1489 brannte die Kirche unter Matthias Corvinus; anschließend bauten die Auersthaler sie wieder auf. 1735 wurde das Kirchenschiff abgetragen und barock neu errichtet. Presbyterium, Turm und Sakristei blieben bestehen. 1790 erhielt der östliche Zugang eine befestigte Steinstiege. Aus derselben Epoche stammen Hochaltar und zwei Seitenaltäre. 1859 wurde der Turm erhöht; 1974 stabilisierte man ihn erneut und erhöhte ihn für eine fünfte Glocke.
Dreißig Wegdenkmäler
Rund um Auersthal stehen noch etwa 30 Marterl, Bildstöcke und kleine Denkmäler. Der Dorferneuerungsverein saniert und pflegt sie; die Gemeindebroschüre dokumentiert die Geschichte jedes einzelnen Denkmals. Solche Bildstöcke dienten als Wegmarken, Bitt- und Dankzeichen oder erinnerten an Kriege, Seuchen und Unglücksfälle. Das Bundesdenkmalamt führt das Pestmarterl bei Hauptstraße 80 und den Tabernakelpfeiler an der Ecke Brünner Straße/Vorstadt als geschützte Kleindenkmäler. Die Gemeindekarte verzeichnet beide Denkmäler im Ortsgebiet als Stationen des Marterl-Wanderwegs, der zu Fuß oder mit dem Rad begangen werden kann.
Weinbau und Erdgasinfrastruktur
Auersthal liegt etwa zehn Kilometer östlich von Wolkersdorf. Landwirtschaft prägt das Gemeindegebiet; Weingärten machen laut Gemeindebeschreibung rund vier Prozent der Fläche aus; etwa drei Viertel werden landwirtschaftlich genutzt, drei Prozent sind bewaldet. Die Keller in den Kellergassen dienten früher als Produktions- und Lagerräume. Zugleich beherbergt Auersthal ein OMV-Wartungszentrum an der Bockfließerstraße. Durch den Ort führen der Hauptradweg 91, der Nebenradweg 956, der Weinradweg „Zweigelt“ und der OMV-Erlebnisradweg. Die Gemeinde umfasst nur eine Katastralgemeinde, Auersthal.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Auersthal – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Auersthal - GEM2GO WEB - Startseite - Unsere Gemeinde - Interessantes & Wissenswertes - Zahlen & Fakten
- Marktgemeinde Auersthal – Pfarrkirche St. Nikolaus
- Marktgemeinde Auersthal – Marterl-Wanderweg
- Marktgemeinde Auersthal – OMV-Wartungszentrum
- Marktgemeinde Auersthal – Unsere Region
- Bundesdenkmalamt – Denkmalliste Niederösterreich
- Bundesdenkmalamt – Verordnung Gänserndorf
- Marktgemeinde Auersthal – Radwege
Stand der Angaben: 08.10.2026
