SCHATTWALD KENNENLERNEN
Schattwald am westlichen Eingang des Tannheimer Tals
Schattwald liegt im oberen Vilstal, nahe dem Oberjochpass und der Grenze zu Bayern. Die Gemeinde zählt 466 Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und erstreckt sich über 16,14 Quadratkilometer. Weiler wie Fricken, Kappl, Rehbach und Wies verteilen die Besiedlung über das Tal. Der Talboden und die bewaldeten Hänge führen zur markanten Bergkulisse des Wannenjochs; die Vils begleitet den Ort auf seinem Weg aus dem Tannheimer Tal.
Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Schattwald – Wikipedia, feste Artikelversion
Weiler am Talende
Nach Westen führt die Straße über das Oberjoch nach Bad Hindelang, während der Talweg nach Osten Richtung Zöblen und Tannheim weiterläuft. Die Straße ist zugleich Alltagsverbindung für die verstreuten Weiler und Zugang zu den Wander- und Skigebieten. Am Talboden liegen Wiesen nahe bei den Häusern; oberhalb schließen Wald und Bergflanken den Siedlungsraum ab. Die verschiedenen Ortsteile liegen damit an einer Verkehrsachse, die nur wenige Kilometer weiter die Staatsgrenze quert. Der Weg ins benachbarte Zöblen führt dagegen ohne Passhöhe weiter durch das Tal.
Quellen: Schattwald – Wikipedia, feste Artikelversion · Elektrizitätswerk Schattwald
Energie und Tourismus als örtliche Arbeit
2024 zählte Statistik Austria in Schattwald 46 Arbeitsstätten und 133 Beschäftigungsverhältnisse am Arbeitsort. Der sekundäre Sektor stellte 21,7 Prozent der Arbeitsstätten, während 60,9 Prozent der Beschäftigung dem Dienstleistungssektor zugeordnet waren. Ein konkreter örtlicher Betrieb ist das gemeindeeigene Elektrizitätswerk: Wasserkraftwerke erzeugen Strom und versorgen das Tannheimer Tal. Das Werk arbeitet auch als Netzbetreiber und bietet Elektroinstallationen an. Dazu kommen saisonale Tätigkeiten im Beherbergungs- und Bergbahnangebot. Die Wannenjochbahn erschließt im Sommer ein Wandergebiet und ist im Winter Teil des Skigebiets Schattwald-Zöblen. Diese Arbeit verteilt sich über das Jahr auf Energieversorgung, Gastgewerbe und Freizeitwirtschaft.
Quellen: Statistik Austria: Arbeitsstättenzählung 2024 – Gemeindeergebnisse · Elektrizitätswerk Schattwald · Bergbahnen Tannheimer Tal – Wannenjoch
Ein Passort mit eigener Versorgung
Schattwald wurde 1432 urkundlich erwähnt. Die 1699 gegründete Kaplanei wurde 1848 zur eigenständigen Pfarre erhoben, was den kirchlichen Mittelpunkt im Tal festigte. Der Weg über das Joch wurde um 1540 zur Straße ausgebaut; 1900 öffnete die Straßenverbindung zum Oberjoch. Aus der lokalen Geschichte ragt das Elektrizitätswerk heraus: Nach frühen Planungen entstand es nach dem Ersten Weltkrieg und nahm 1922 den Betrieb auf. 1964 kam das Kraftwerk am Traualpsee hinzu. Die Gemeinde nutzte damit Wasser aus dem Gebirge zur Versorgung des gesamten Tannheimer Tals. Eine andere historische Spur bewahrt die Kirche St. Wolfgang mit dem Totentanz von Anton Falger.
Quellen: Elektrizitätswerk Schattwald · Schattwald – Wikipedia, feste Artikelversion
Wannenjoch und Kirche St. Wolfgang
Im Ortsteil Wies steht die Pfarrkirche St. Wolfgang. Sie ging aus einer um 1500 belegten Kapelle hervor und steht unter Denkmalschutz. Ihre Innenausstattung umfasst den Totentanz mit zwölf kleinen Holztafeln, den Anton Falger 1846 schuf. Die Bilder zeigen Figuren aus verschiedenen Lebensständen und sind heute an der Südwand angebracht. Die Kirche ist laut Tourismusverband täglich zugänglich. Der 1971 errichtete Sessellift brachte den Bergtourismus unmittelbar an den Ortsrand. Für die heutige Bergbahn gelten saisonale Betriebszeiten und wetterbedingte Änderungen; vor einem Ausflug empfiehlt sich die aktuelle Anlagenmeldung.
Quellen: Pfarrkirche Hl. Wolfgang · Bergbahnen Tannheimer Tal – Wannenjoch
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 15.10.2026
