KAUNERBERG KENNENLERNEN
Kaunerberg: Wasser für die sonnseitigen Hänge
Kaunerberg liegt auf der Sonnseite oberhalb des Eingangs zum Kaunertal. Die Höfe und Weiler verteilen sich über steile Hänge; die Gemeinde umfasst 23,45 Quadratkilometer und zählt 468 Einwohner (Stand 1. Jänner 2026). Eine technische Bewässerungsanlage leitet Wasser aus Gallruth zu den Feldern und macht Landwirtschaft an einem vergleichsweise trockenen Hang möglich.
Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Kaunerberg - GEM2GO WEB - www.kaunerberg.gv.at
Höfe am Hang
Die Siedlungen liegen überwiegend zwischen etwa 1.300 und 1.600 Metern Seehöhe. Von Kaunerberg führt eine Straße über die Pillerhöhe weiter Richtung Pitztal. Die Landschaft steigt von bewaldeten unteren Hängen über Almen bis in hochalpines Gelände an. Anders als ein Talort mit geschlossenem Zentrum besteht Kaunerberg aus kleinen Weilern und Einzelhöfen, deren Felder und Obstgärten die sonnige Hangseite prägen. Die Nähe zu Kauns und zum Kaunertal verbindet die Gemeinde mit Einrichtungen im Tal, während die Höhenlage zugleich besondere Anforderungen an Landwirtschaft und Verkehr stellt. Einige felsige, nicht bewirtschaftete Hänge tragen Trockenrasen, die sich von den Obstkulturen abheben. Das Gemeindegebiet steigt bis in rund 2.900 Meter Höhe an.
Wasser aus dem Gletscher
Die Niederschläge auf den Südhängen sind gering. Um Felder und Obstkulturen bewässern zu können, leitet ein System Wasser aus Gallruth über Stollen nach Kaunerberg. Der Hangbewässerungskanal sichert seit 1954 die Bewirtschaftung der Felder und Äcker. Auf dem Kaunerberger Wasserweg können Wanderer ihn erleben; der Weg führt dafür durch einen rund einen Kilometer langen Stollen. Die Kanäle und Wasserläufe gehören zur Kulturlandschaft und erklären, wie Landwirtschaft an diesem Hang trotz Trockenheit möglich blieb. Bereits im Mittelalter standen einzelne Höfe auf der Sonnseite; aus ihnen entwickelten sich durch Erbteilung kleine Weiler.
Quellen: Kaunerberg - GEM2GO WEB - www.kaunerberg.gv.at · Naturpark Kaunergrat – Kaunerberg / Kaunerberger Wasserweg
Landwirtschaft und Pendelarbeit
In der Arbeitsstättenzählung 2024 wurden für Kaunerberg 38 Arbeitsstätten und 67 Beschäftigte in Arbeitsstätten erfasst. 47,4 Prozent der Arbeitsstätten entfielen auf den primären Sektor; 79,7 Prozent der aktiv Erwerbstätigen mit Wohnort Kaunerberg pendelten aus. Die örtliche Landwirtschaft arbeitet in einer kleinteiligen Hanglandschaft: Für Obstbau und Felder ist die Bewässerungsanlage entscheidend: Ein Stollen führt Wasser von Gallruth zum trockenen Sonnenhang, wo Kanäle die Nutzflächen versorgen. Der Wasserweg zeigt Besuchern einen Teil dieser Infrastruktur. Das Nebeneinander von Hofarbeit und Erwerbsarbeit außerhalb der Gemeinde prägt die kleinen Weiler.
Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Arbeitsstättenzählung 2024, Gemeindeergebnisse · Naturpark Kaunergrat – Kaunerberg / Kaunerberger Wasserweg · Kaunerberg – Wikipedia, feste Artikelversion
Aus Einzelhöfen werden Weiler
Ein Mairhof ist 1288 erstmals urkundlich genannt. Der Name Kaunerberg taucht 1613 auf; bis dahin wurde das Gebiet in Urkunden häufig nur als „Berg“ bezeichnet. Erbteilungen ließen aus den einzelnen Höfen kleine Weiler entstehen. Die Pestjahre 1635 und 1636 trafen die Siedlung schwer, anschließend wurden Höfe neu besetzt, unter anderem durch Zuzug aus dem Pitztal. Eine eigene Steuergemeinde entstand 1749. Die kirchliche Verbindung zu Kauns blieb lange eng. Diese Geschichte erklärt die bis heute lockere Siedlungsform und die Beziehungen über den Hang hinweg. In den Weilern stehen Kapellen in Obwals, Maierhof und Untergaiswies; sie bilden kleine Bezugspunkte zwischen den Höfen.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Kaunerberg – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Kaunerberg - GEM2GO WEB - www.kaunerberg.gv.at
- STATISTIK AUSTRIA – Arbeitsstättenzählung 2024, Gemeindeergebnisse
- Naturpark Kaunergrat – Kaunerberg / Kaunerberger Wasserweg
- Tourismusverband Tiroler Oberland – Wallfahrtsweg Kaunerberg–Kaltenbrunn
Stand der Angaben: 15.10.2026
