MARKTGEMEINDE · OBERÖSTERREICH

Molln

Zwischen Steyrschlucht und Sengsengebirge bewahrt Molln ein seltenes Handwerk und bleibt zugleich ein Arbeitsort im Steyrtal.

GEMEINDEKENNZIFFER40909
Ortsansicht von Molln
Ortsansicht von Molln · Foto: Christoph Waghubinger (Lewenstein) · „Blick auf Molln“ · Wikimedia Commons · CC BY-SA 3.0 at · Für regionalinfo.at verkleinert und als AVIF komprimiert; kein zusätzlicher Zuschnitt. Weitergabe unter derselben Bildlizenz.
Einwohner
3 587
01.01.2026
Fläche
191,43 km²
Bevölkerungsdichte
18,7
Einwohner je km²
PLZ des Gemeindeamtes
4591
Keine vollständige PLZ-Liste

Datenquelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026 · aufbereitet für regionalinfo.at.

MOLLN KENNENLERNEN

Molln: Maultrommelklang am Rand des Nationalparks

Molln liegt dort, wo die Krumme Steyrling in die Steyr mündet, und reicht weit in das waldreiche Bergland des Nationalparks Kalkalpen. Die Marktgemeinde im Bezirk Kirchdorf hat 3.587 Einwohner (1. Jänner 2026) und umfasst 191,43 Quadratkilometer. Das große Gebiet verbindet die Ortsteile Molln, Breitenau und Ramsau mit Schluchten, Wäldern und verstreuten Höfen.

Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Molln – Wikipedia, feste Artikelversion

Ein großes Gemeindegebiet im Steyrtal

Molln ist flächenmäßig die größte Gemeinde des Bezirks Kirchdorf, aber dünn besiedelt. Der Ort liegt im engen Tal der Steyr; im Süden erhebt sich das Sengsengebirge. Ein großer Teil des Gemeindegebiets gehört zum Nationalpark Kalkalpen. Die Schluchten von Steyr und Krummem Steyrling prägen Wege und Siedlungsräume. Die Buchenwälder des Nationalparks sind seit 2017 UNESCO-Weltnaturerbe. Der Nationalpark führt den Bodinggraben bei Molln als Ausgangspunkt eines 5,5 Kilometer langen Themenwegs entlang der Krummen Steyrling. Zwischen Ortskern, Breitenau und Ramsau liegen lange Wegstrecken; mehrere Siedlungen grenzen direkt an Wald und Gebirge.

Quellen: Molln – Wikipedia, feste Artikelversion · Gemeinde Molln - Startseite · Nationalpark Kalkalpen – Erlebnisweg Wasser-Spuren · Nationalpark Kalkalpen – Daten und Fakten

Handwerk, Industrie und Arbeitswege

Für 2024 weist Statistik Austria 320 Arbeitsstätten und 2.112 Beschäftigte in Arbeitsstätten in Molln aus; 60,1 Prozent dieser Beschäftigten arbeiteten im sekundären Sektor, während 59,7 Prozent der aktiv Erwerbstätigen am Wohnort auspendelten. Örtliche Produktion lässt sich an zwei aktiven Betrieben konkret fassen: Piesslinger veredelt am Standort Im Gstadt 1 Aluminium durch Eloxieren und Pulverbeschichten und bearbeitet Alukomponenten. Bernegger führt in Molln seine Firmenzentrale mit Mahl-, Misch- und Granulierwerk sowie Rohstoffabbau am Pfaffenboden; aus der Unternehmensgruppe stammen Kalk, Kies und Beton.

Quellen: Statistik Austria – Arbeitsstättenzählung, Gemeindeergebnisse 2024 · Piesslinger – Eloxal, Pulverbeschichtung und Alukomponenten · Bernegger – Werksübersicht / Transportbeton Preisliste 2025

Ein Klang, der zum Ortszeichen wurde

Die Maultrommel gehört zu Mollns markanten kulturellen Bezügen. Eine Handwerksordnung regelte ihre Herstellung 1679; das Instrument erscheint auch im Gemeindewappen. In der Werkstatt Wimmer-Bades werden Stahlrahmen geschmiedet und Zungen auf den gewünschten Klang gestimmt. Die Manufaktur bietet einen Schaubetrieb, bei dem Besucher die Fertigung nach Voranmeldung erleben können.

Quellen: Maultrommelmanufaktur Wimmer-Bades – Manufaktur · Molln – Wikipedia, feste Artikelversion

Marktrecht und Wildererdrama

Eine Urkunde des Stifts Garsten nennt Molln 1233 erstmals. Herzog Albrecht verlieh dem Ort 1336 Marktrecht; nach einer Verpfändung an das Kloster Spital ging es verloren. Der Heimatforscher Franz Kirchner fand später die alte Urkunde wieder, worauf Molln 1978 erneut zum Markt erhoben wurde. Ein anderes Kapitel der Ortsgeschichte ereignete sich am 14. März 1919: Nach der Befreiung von fünf verdächtigten Wilderern am Grünburger Bahnhof kam es im Gasthof Dolleschal bei einem Gendarmerieeinsatz zu einer Schießerei. Drei Mollner starben dort; ein vierter kam bei einer Razzia in einem Ramsauer Bauernhof ums Leben. Die Ereignisse führten im jungen Oberösterreich zu einer politischen Auseinandersetzung.

Quellen: Gemeinde Molln - Startseite - Unser Molln - Wissenswertes - Zahlen & Fakten · Forum OÖ Geschichte – Wilderer in Oberösterreich

Alltag und Besucherorte im Steyrtal

In Frauenstein steht eine Wallfahrtskirche auf einem Bergkegel über dem Tal. Im Ortszentrum prägen Pfarrkirche und barocker Pfarrhof den Platz. An der Nationalpark Allee 1 befindet sich die Verwaltung des Nationalparks Kalkalpen. Auf der früheren Trasse der Steyrtalbahn verläuft heute der Steyrtal-Radweg. Das Wilderer Museum ist im ehemaligen Wirtschaftstrakt der Mollner Forsthube untergebracht und widmet sich der Wilderei, dem Mollner Wildererdrama sowie Holz- und Eisenhandwerk. Es ist von Mai bis Oktober an Sonn- und Feiertagen geöffnet; Gruppenführungen sind nach Vereinbarung möglich. Für den Alltag nennt die Gemeinde unter anderem Hallenbad, Sauna, Bücherei, Schulen und Kinderbetreuung.

Quellen: Molln – Wikipedia, feste Artikelversion · Gemeinde Molln - Startseite · Gemeinde Molln - Startseite - Unser Molln - Wissenswertes - Zahlen & Fakten · Nationalpark Kalkalpen – Kontakt / Verwaltungssitz Molln · Wilderer Museum Molln – Ausstellung und Öffnungszeiten

Quellen und Belege

Stand der Angaben: 12.10.2026

GEOGRAFIE

Molln auf der Karte

Gemeindegebiet · Stand 01.01.2026

Rot: aus amtlichen Gemeindegrenzen abgeleitet und für die Anzeige vereinfacht. Kartenhintergrund: basemap.at. Quellen und Methodik

GEMEINDE IN ZAHLEN

Einwohner im Zeitvergleich

StichtagEinwohner
31.10.2011 · Registerzählung3 595
31.10.2021 · Registerzählung3 644
01.01.2026 · Bevölkerungsstand3 587

Die Abstände zwischen den Stichtagen sind unterschiedlich. Quelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026.

Gebäude · 31.10.2021
1 274
NUTS-3-Region
Steyr-Kirchdorf (AT314)

VOR ORT ENTDECKEN

Besonderheiten & Ausflugsziele

ÜBER DIE GEMEINDEGRENZE HINAUS

Nachbargemeinden von Molln

Nachbarschaft aus gemeinsamen Grenzabschnitten der amtlichen Geometrien abgeleitet. Reine Berührungspunkte und ausländische Gemeinden sind nicht enthalten.